Folter mit Elektroschocks als Erziehungsmaßnahme für Problemjugendliche in den USA

16. Mai 2012

Manchmal stolpert man im Netz über Dinge, die man zuerst gar nicht glauben kann: Im US-Bundesstaat Massachusetts gibt es ein Erziehungsheim mit angegliederter Schule, das Judge Rotenberg Educational Center, welches das Verhalten von Problemjugendlichen “korrigiert” – mit besonderen Mitteln. Zu den Eingewiesenen zählen u. a.  autistische, extrem aggressive oder autoaggressiven  Kindern und Jugendlichen oder auch solche mit ADHS-Problemen.

Anlässlich des Rückzuges des Gründers und Chefarztes mit 78 Jahren letztes Jahr im Mai, ließ die Klinik euphorisch verlauten: “Matthew Israel ist nicht nur eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der Verhaltenstherapie, sondern er ist auch eine heroische Gestalt für Tausende von Familien, die durch diese Tür des JRC schritten als ihrem letzten Hoffnungsschimmer.”

Zunächst wird deutlich, dass es sich bei dem Judge Rotenberg Educational Center um eine Art “Endstation” handelt. Es geht um schwere Fälle, die auf Anordnung des Gerichtes dort “behandelt” werden. Dabei wird klar, dass alle Jugendichen bereits eine Vorgeschichte haben: Sie wurden mit Medikamenten  “behandelt”, und, dergestalt “austherapiert”, in diese Endstation überwiesen.

Der derzeitige Skandal konnten nur aufkommen, weil Videobeweise  aus dem Jahr 2002, die bisher von einem US-Gericht “versiegelt” worden waren, nun kürzlich freigegeben wurden. Weiterlesen »

Morgen Wahlen in NRW: Mein Wahlomat. Irritation um Freie Wähler.

12. Mai 2012

Ich habe schon per Briefwahl gewählt und hatte mir vorher “meine Gretchenfrage” vorgelegt. Jeder hat andere Prioritäten. Mir war wichtig zu sehen, wie sich die verschiedenen Parteien zum ESM äußern, dem geplanten undemokratischen Brüsseler Monster, das mit der Haushaltshoheit der Parlamente aufräumen wird. Diese soll an einen nicht gewählten “Gouverneursrat” abgetreten werden, der zudem Immunität besitzt, also nicht verklagt werden kann.

Die Zivile Koalition hatte ein Video produziert, das erstmals überhaupt auf die Tragweite des geplanten Gesetzes hinwies und eine Vielzahl von Menschen aufrüttelte:

Bekanntlich sprechen sich die CDU/CSU, SPD, und FDP ja für die Annahme des ESM aus, der mit einer 2/3 -Mehrheit im Bundestag beschlossen werden muss. Unter der Ägide von Christian Lindner, dem “fahnenflüchtigen” ehemaligen FDP-Generalsekretär und jetzigen Spitzenkandidaten der NRW-FDP, scheiterte der Mitgliederentscheid gegen den Euro-Rettungsschirm im Dezember letzten Jahres, u.a .auch daran, dass das Verfahren unübersichtlich gestaltet war.

Bündnis 90/Die Grünen sind bekanntlich auch für den Europäischen Krisenmechanismus. Und Die Linke? Sie lässt zum Thema klarstellen: Weiterlesen »

NGO-Dämmerung?

25. April 2012

NGOs (bzw. deutsch NROs), also Nichtregierungsorganisationen, leben von ihrem Nimbus, eben keine Nähe zu Regierungen zu pflegen und sich von den Mächtigen fern zu halten, um eine kritische Distanz zu gewährleisten.

Umso ärgerlicher ist es, wenn sich NGOs Partei nehmen und das ernsthafte Folgen hat: Letztes Jahr kursierte die Sage von den Söldnern in Libyen, die im Mainstream ein ums andere Mal beschworen wurde. Ihr angeblicher Einsatz durch den grausamen libyschen Diktator bewegte die Gemüter und lieferte zu einem Gutteil die ungeschriebene Rechtfertigung für das NATO-Bombardement des Landes.

Geneviève Garrigos von Amnesty International verbreitete diese Version, die unverifiziert vom Mainstream übernommen wurde, der seinerseits die Gerüchtemühle drehte. Garrigos sprach von “Informationen”, die Amnesty habe. Einige Monate später musste sie widerrufen: Man habe “Gerüchte” gehört. Nein, es gebe keine Beweise dafür, dass Söldner eingesetzt worden seien. Weiterlesen »

Sind Adelige degenerierter? Z. B. schießen.

22. April 2012

Die Erklärung, warum sich Froilan in den Fuß geschossen hat ... (Quelle: privat)

Aus Spanien erhielt ich nebenstehendes Foto mit dem Kommentar: “Die Erklärung, warum sich Froilan in den Fuß schoss“. Gemeint ist der 13-jährige Enkelsohn des spanischen Königs Juan Carlos, Felipe Juan Froilán, der sich auf dem Landsitz seines Vaters,  Jaime de Marichalar, beim Spiel mit einer Handfeuerwaffe in den Fuß schoss.

Der erneute Beweis dafür, dass man in royalen Kreisen Waffen selbstverständlich als Spielzeuge betrachtet, gemahnt an Juan Carlos’ eigene Vita: Der 18-jährige hatte bereits ein Jahr auf einer Militärakademie absolviert, als er 1956 “aus Versehen” seinen vier Jahre jüngeren Bruder Alfonso in den Kopf schoss. Die spanische Königsfamilie weilte damals im Exil im portugiesischen Estoril. Eine Untersuchung des Todesfalls durch die portugiesischen Behörden fand nie statt, Juan Carlos’ Vater versenkte die Tatwaffe persönlich im Meer und soll seinen Sohn aufgefordert haben: “Schwör mir, dass du es nicht absichtlich getan hast!

Der jetzige spanische König wurde damals als Ziehsohn des spanischen Diktators Franco in Spanien ausgebildet; in einem Deal mit Franco wurde festgelegt, dass der Sohn Juan Carlos, nicht der Vater, Francos Nachfolge antreten sollte. Weiterlesen »

Grass-Gedicht. Oder: Nicht mehr mit dem U-Boot zur Wohlfühloase

06. April 2012

Der ehemalige Chef des israelischen Geheimdienstes Mossad, Meir Dagan, warnt seit Monaten öffentlich vor einem Angriff auf Irans Atomanlagen. Er hofft, damit eine Katastrophe zu verhindern: “Man muss daran denken, was am Tag danach geschieht.” Ein Angriff sei schrecklich für Israel, eine Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes. (vgl. Spiegel 45/2001, S. 110.)

Der Literaturnobelpreisträger Günther Grass bedachte ebenfalls öffentlich gewissermaßen den Tag danach. Sein “Gedicht”, eigentlich eine Kurzanalyse, ist ein Dokument großer Sorge um den Weltfrieden aber auch ein Beweis dafür, dass einem in der Öffentlichkeit Bekannten endlich die Geduld ausgegangen ist. Dafür ist Grass zu danken.

Vor wenigen Tagen hatten die Führer der BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) in New Delhi auf ihrem alljährlichen Gipfeltreffen eindringlich dazu aufgefordert, die Kriegsdrohungen gegen den Iran und Syrien einzustellen. Sie unterstützen die Embargo-Politik gegen den Iran und die Eskalation der Pro-Gewalt-Rhetorik nicht und riefen dazu auf, einer Kompromisslösung und dem Dialog Raum zu geben.

Seit Monaten, genauer gesagt seit Jahren, wird vor allem in den US-amerikanischen, aber auch den deutschen Medien Kriegsszenarien durchdiskutiert, günstige Zeitfenster für einen Erstschlag benannt, militärisches Handeln angemahnt, eingefordert. Außenpolitische Fachmagazine, Denktanks und Experten wollen das Undenkbare denkbar und möglich erscheinen lassen, die letzte Totenziffer, die für Israel in Spiel gebracht wurde, berechneten ganze 300 (!) hinzunehmende Tote bei einem Schlag gegen den Iran. Die Kriegsspieler blenden dabei in ihren Sandkisten aber immer die Möglichkeiten eines Dominoeffekts im Nahen Osten aus, bei dem sich alle Spannungen alter Rechnungen entladen könnten und – noch wichtiger – die unvorhersehbare Kriegsdynamik bei einem Eingreifen Russlands oder gar Chinas. Weiterlesen »

Zwei Eurofighter fangen Jumbo-Jet ab und zwingen ihn zur Landung in Köln/Bonn

05. April 2012

Deutscher Eurofighter, Quelle: wikimedia commons

Am 2.4. lesen wir eine überraschende Meldung in den Tageszeitungen über eine ungewöhnliche Amtshilfe, welche die Bundeswehr der Polizei gewährte:
“Zwei Kampfflugzeuge der Bundeswehr haben am Wochenende ein Flugzeug aus Nigeria über dem deutschen Luftraum abgefangen. Die Eurofighter hätten die Maschine zum Flughafen Köln/Bonn geleitet. Die Luftwaffe war von der Bundespolizei alarmiert worden, bei der das Flugzeug als gestohlen gemeldet worden sei. Die Maschine steht nun in einem Hangar der Bundeswehr und darf vorerst nicht starten. Der angebliche Besitzer des Fliegers aus Oxford in England hatte die Maschine als gestohlen gemeldet.”

Dies ruft Erinnerungen wach an vier Flugzeuge, denen nicht das Glück beschieden war, von der Luftwaffe abgefangen und zur Landung auf dem nächsten Flughafen gezwungen zu werden:

  1. Der American Airlines Flug 11, der am 11.9.2001 in den Nordturm des WTC krachte.
  2. Der United Airlines Flug, der am 11.9.2001 in den Südturm des WTC krachte.
  3. Der American Airlines Flug 77, der ins Pentagon krachte.
  4. Der United Airlines Flug 93, der bei Shanksville  abstürzte.

Die Frage danach, warum Befehlsketten an diesem verhängnisvollen Tag blockiert wurden und wer Befehle nicht gab, ist die Frage nach des Pudels Kern.

Neuere Erkenntnisse über das “Versagen” der US-Luftwaffe an jenem Tag gibt’s z. B. hier im 9/11-Archiv.

Gemeinsam durch die Krise geht besser

30. März 2012

Eine belgische Busgesellschaft namens “De Lijn” hat sehr kule Werbespots produziert, die zeigen: Auch wenn man selbst noch so klein und unbedeutend sein sollte, gemeinsam ist man trotzdem stark, auch gegen einen übermächtigen Feind. Das Motto von De Lijn ist immer “gemeinsam reisen ist schlauer” – aber Vieles Andere auch! Ächt warr.

Krabben gegen eine Möve

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Crash, Chaos, Chance! Erfolgreiche Strategien in der Krise (3)

30. März 2012

Nach dem Applaus zu urteilen, den Prof. Eberhard Hamer vom Mittelstandsinstitut Hannover nach seinem Vortrag in Fulda einheimste, hätte er gute Chancen gehabt, zum Bundespräsidenten gewählt zu werden, hätte man denn die Chance zur Direktwahl gehabt.

Hamer gehört einer ähnlichen Generation wie Prof. Hankel an, erfreut sich ähnlicher Vitalität und genießt zudem sichtlich das Privileg seines Alters: Ohne falsche Scheu Klartext sprechen zu können.

So geißelte er ein ums andere Mal die “Schuldzinsknechtschaft”, die ganze Länder in Tributpflicht halte. Weiterlesen »

Crash, Chaos, Chance! Erfolgreiche Strategien in der Krise (2)

30. März 2012

Andreas Popp von der Wissensmanufaktur hielt den zweiten Vortrag des Kongresses in Fulda. Popp begreift sich als Vor- und Andersdenker und betreibt seine “Wissensmanufaktur” als eine Art Denkfabrik (zusammen mit dem Wirtschaftswissenschaftler Rico Albrecht), in deren Beirat u. a. auch Wilhelm Hankel und Prof. Karl Albrecht Schachtschneider sitzen.

Popp und seine Wissenmanufaktur wollen nicht nur kritisieren, sondern ganz neu denken. Paradigmen sollen aufgeweicht und praktikable Lösungswege aufgezeigt werden. Sein Plan “B”  fängt damit an, einige Begriffe zu hinterfragen.

Z. B.: Was ist eigentlich Geld? Ein gesetzliches Zahlungsmittel und damit eine Rechtseinrichtung, ein gesetzliches Muss. Eigentlich aber nur ein Bewertungssystem. In den USA wurde die Herstellung von Geld 1913 in private Hände gegeben: In die einer privaten Bankenelite, der Federal Reserve Banken (Fed).

Geld entsteht in unserem System aus dem Nichts heraus (Giralgeldschöpfung) durch Banken. Es ist ein Schuldgeld. Der Zins ist eine Art Risikoprämie. Der Zins wird aber bei der Giralgeldschöpfung nicht mitgeschöpft und daher durch permanente Umverteilung bezahlt.

Die Absurdität der Schuldgeldschöpfung sieht man anhand der Bankenrettung: Die Banken haben nicht genug Geld. Der Staat auch nicht. Der Staat leiht es sich bei den Banken, die es eigens schöpfen, damit es der Staat dann wieder an die Banken geben kann. Wahnsinn mit Methode. Weiterlesen »

„Licht aus für den Klimaschutz“: Globale Schwachsinnsübung im kollektiven Gehorsam und der kollektiven Denkfaulheit oder wirksame Klimarettungsstunde?

29. März 2012

Earth Hour: Höhlenmenschen im Bankenviertel von Singapur. Foto: reuters

Örs Aua:

Am 31. März ist wieder Earth Hour. Um 20:30 Uhr gehen für eine Stunde an berühmten Sehenswürdigkeiten und in Privathäusern weltweit die Lichter aus. 2011 nahmen Hunderte Millionen Menschen teil. Wir sind dabei. Und Sie?

Am 31. März – ausgerechnet dann, wenn auf der nördlichen Erdhalbkugel das langersehnte Licht wieder den Durchbruch im Frühjahr feiert und die Menschen aus dem dunklen, lichtarmen Winter befreit hat, sollen wir freiwillig in die Dunkelheit zurück?

Klar, die Höhlenmenschen brauchten seinerzeit wenig Energie – sie begnügten sich mit den wenigen Lichtstrahlen, die es in ihre Behausung schafften. In der Höhle produzierten sie wenig CO2, das als Klimakiller verleumdete Atemgas, das sich an den feuchten Höhlenwänden fing und zu Stalagmiten und Stalagtiten wurde – oder etwa nicht? Genauso wahrscheinlich, wie CO2, das das Klima killt.

„Licht aus, Klimaschutz an: Machen Sie mit!“
Mit einer Stunde symbolischen Höhlenmenschendaseins soll also das Klima gerettet werden?

Mein Versicherungskonzern teilte mir mit:
Die Earth Hour ist eine globale Klimaschutzaktion, die 2007 vom World Wildlife Fund (WWF) Australien und der Stadt Sidney initiiert wurde. Allianz Australien [Ableger des deutschen Versicherungskonzerns] war von der ersten Stunde an dabei. Ob Freiheitsstatue in New York, Kolosseum in Rom, Eiffelturm in Paris, Brandenburger Tor in Berlin oder Allianz Arena in München: Auf fünf Kontinenten erlischt für 60 Minuten das Licht an Sehenswürdigkeiten und bekannten Gebäuden. Hunderte Millionen Haushalte bleiben im Dunkeln.

Ohne mich! Lass Dein Licht scheinen und setzt ein Zeichen, dass Du nicht auf den Kopf gefallen bist. Solange die Sonne diesen blauen Planeten bescheint, solange wird es auch Licht geben auf dieser Erde. Lasst es Euch in eure Hirne scheinen und eure Herzen erwärmen!

Wider die Dunkelmänner und die CO2-Hetze: Gönnt den Pflanzen ihre Luft zum atmen, ihr Kohlendioxid!

Es lebe die Sonne, es lebe das Licht!

Und: Ja, LichtausfürdenKlimaschutz wäre eine gute Idee!

Crash, Chaos, Chance! Erfolgreiche Strategien in der Krise (1)

28. März 2012

Kongress in Fulda

Der Kongress unter diesem Motto fand vom 17.-18.3.2012 in Fulda statt und war durch Sven Hermann Consulting hervorragend organisiert.

Professor Wilhelm Hankel war der erste Redner. Er ist Eurokritiker der ersten Stunde und hatte schon 1997  mit den Professoren Wilhelm Nölling, Joachim Strabatty und Karl Albrecht Schachtschneider Klage beim Bundesverfassungsgericht gegen die Einführung des Euro eingereicht, die abgewiesen wurde. 2010 klagten die Eurofighter in dieser Formation plus Dieter Spethmann gegen die Milliardenhilfen für Griechenland, da sie gegen Artikel 125 des EU-Rechts (no bailout) verstoßen. Die Klage wurde zurückgewiesen – nicht abgewiesen, wie Hankel betonte.

Den Erfolg der Klage sieht Hankel darin, dass Finanzminister Schäuble nun nicht mehr automatisch handeln könne, sondern es gelte das Prinzip der Einzelermächtigung. Dafür ist jeweils das Plenum des Bundestages zuständig. Außerdem gebe es keine Eurobonds, also gemeinsame Staatsanleihen des Euroraums. Weiterlesen »

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