Advent, Advent, ein Lichtlein brennt

Von drauß’ vom Walde komm ich her,
ich muss euch sagen, ich fürcht’ gar sehr,
euch schlechte Botschaft zu überbringen,
von Finanzkollaps und Klimadingen;
allüberall auf den Tannenspitzen
nur trübe Lichtlein sah ich blitzen
denn Sparflamme ist die neue Seligkeit,
Geiz und Gier das Fest der Obrigkeit.

Knecht Ruprecht, sag ich, alter Gesell,
gib mir meinen Sack ganz schnell!
Dies Jahr gibt’s nichts zu prassen und zu packen,
keine Pfefferkuchen und zimtige Sachen,
nur die Rute pack mir ein,
damit muss es genügend sein!

Markt und Straßen sind verlassen,
kaum erleuchtet jedes Haus,
denn dieses Jahr zur Weihnachtszeit
machen wir die Menschen bußbereit,
und lassen Alt und Jung nicht einfach nun
von der Hast des Lebens einmal ruh’n.

Dies Jahr hat man als Mensch zu viel verbraucht
und auch heimlich noch geraucht,
im Auto viel zu viel gefahren,
säumig stets beim Steuerzahlen,
verpulvert zuviel Öl und Gas,
und das alles nur zum Spaß!

Drum Knecht Ruprecht, guter Mann,
ist diese Weihnacht das Sparen dran,
denn schuldig ist ein jedes Kind
und natürlich Ochs und Rind;
hat doch wider die Natur
gesündigt alle Kreatur,
beim Klimawandel mitgemacht
und dazu noch laut gelacht!
Statt anzuhalten oft die Luft,
nur CO2 frech abgepufft!
Ruprecht, die Rute reich mir an,
denn Niklaus ist ein strenger Mann!

Auf das Treiben hoch aus dem Himmelstor
schaut mit großen Augen das Christkind hervor;
derweil scheint die Sonne unverdrossen
auf Wald und Hügel, die verschneit
und schon im Oktober im Winterkleid.
Der Menschheit wird’s so warm um Herz:
Denn es ist Advent,
ein Lichtlein brennt.

Das muss reichen in diesem Jahr zur Heiligen Zeit,
denn wir sind wahrlich, wahrlich auf alles vorbereit’.
Doch ein klein’ Sternlein blinzelt uns munter zu:
Lasst das Oberstübchen ruhig ein wenig länger angestellt,
auch wenn der Energieverbrauch dann in die Höhe schnellt,
und denkt unterm Baum in guter Ruh,
selbst wenn der Große Bruder euch nicht lässt:
Das Leben ist ein FROHES FEST!

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