Über Cynthia McKinney und Cynthia über Haiti…

Die charismatische Cynthia McKinney

Cynthia McKinney

Ich gestehe, dass meine Sympathien dieser charismatischen ehemaligen Kongressabgeordneten für den US-Bundesstaat Georgia und Präsidentschaftskandidatin (2008) der Grünen Partei der USA mit besonderer Leichtigkeit zufliegen: Cynthia hat etwas von einer Diva: Sie ist nicht nur schön, und man würde sich nicht wundern, wenn sie, wie die ebenfalls schwarze Barbara Hendricks, die nächstbeste Opernarie singen würde – nein, sie ist auch richtig gut – sprich besonders mutig; Cynthia McKinney hat schon oft Charakter in der Politik bewiesen, unerbittlich stellt sie sich auf die Seite der Schwachen und Entrechteten, leidenschaftlich schwimmt sie gegen den Strom und hat etwas von einem Volkstribun, kurz –  sie ist eine Stimme Amerikas, die ich auf keinen Fall missen möchte; manchmal meint man sogar einen modernen, weiblichen Martin Luther King reden zu hören. Überflüssig zu sagen, dass in den deutschen Konzernmedien von der Person und den Aktvitäten Cynthia McKinneys nichts zu hören und zu lesen ist…
Cynthia machte sich bei den Mächtigen der USA und deren Handlangern, den politisch Korrekten, schon häufig gewaltig unbeliebt: So verweigerte sie wiederholt im Kongress ihre Stimme für Militärhilfe an Israel, sie stellte sich gegen den Krieg gegen Afghanistan und den gegen den Irak. Sie kämpft für die Abschaffung der Todesstrafe.

Am 21.5.2001 sagte sie in einer Rede im Anti-Discrimination-Comitee-Hauptquartier in San Francisco:
„Es gibt viele Mitlieder des Kongresses, die frei sein wollen. Ich bin eines von ihnen. Ich wollte frei sein, nach meinem Gewissen zu stimmen, aber man sagte mir, wenn ich keine Zusicherung unterzeichnen würde, die die militärische Überlegenheit Israels unterstützte, werde es für mich keinerlei Unterstützung geben. Und tatsächlich unterschrieb ich die Zusicherung nicht, und es gab keinerlei Unterstützung für mich. Jahraus jahrein litt ich still, denn ich weigerte mich, diese Zusicherung zu unterschreiben. Und dann ging ich an die Arbeit wie ein Sklave, der einen Weg gefundnen hat, sich seine Freiheit zu erkaufen … Ich wollte frei sein … Frei, die Stimmen im Kongress der Vereinigten Staaten so abzugeben, wie ich es für richtig hielt und nicht wie man es mir vorschrieb.“

Cynthia McKinney ist eine erfahrene Politikerin. Sie saß (für die Demokraten) zweimal im Repräsentantenhaus für Georgia: 1995-2002 und 2005-2007.
Gerade weil sie über ihre Mitarbeit in verschiedenen Ausschüssen tiefere Einblicke in die US-Politik genommen hatte, gab sie sich mit der offiziellen Erklärung für die Geschehnisse des 11. September nicht zufrieden. Sie führte Opferangehörige, Anwälte, Journalisten, Wissenschaftler zusammen und unterstütze ausdrücklich deren Forderung nach einer neuen Untersuchung der Fakten und Hintergründe, da sie sich mit dem Report der offiziellen „9/11 Commission“ nicht zufrieden geben wollte.

Karikatur: "Achtung arrogante Dumpfbacke imn Anmarsch. 'Haben Sie nicht meine Anstecknadel gesehen?'"

Karrikatur: "Achtung arrogante Dumpfbacke im Anmarsch. 'Haben Sie nicht meine Anstecknadel gesehen?'"

Dies brachte ihr eine Rufmordkampagne seitens der Medien ein, von der sie sich aber in ihrem Tatendrang wenig beeindrucken ließ.

Cynthia setzte sich schon mehrmals persönlich für das belagerte und zerbombte Gaza ein und begleitete humanitäre Transporte dorthin; zuletzt im Juni 2009, als sie auf dem Hilfsboot „Spirit of Humanity“ 21 Helfern aus 11 verschiedenen Nationen (vor allen USA und England) nach Gaza begleitete. Auf dem Schiff befand sich auch die Nobelpreisträgerin Mairead Maguire (1976 für ihren Friedenseinsatz in Nordirland). Das Boot brachte dringend benötigte Hilfsgüter für den Wiederaufbau der zerstörten Häuser (die Israelis ließen keinen Zement nach Gaza herein), Medikamente und Spielsachen. Dazu kam es jedoch nicht. Das Boot wurde von der israelischen Marine gestoppt, mit Militärbooten umzingelt und geentert, alle Insassen verhaftet und eine Woche in Israel inhaftiert.
Cynthia McKinney: „Die ist eine empörende Verletzung internationalen Rechts gegen uns. Unser Schiff befand sich nicht in israelischen Hoheitsgewässern, und wir befanden uns auf einer humanitären Mission auf dem Weg in den Gaza-Streifen. Präsident Obama hat gerade erst Israel darum gebeten, humanitäre Güter und Materialien für den Wiederaufbau passieren zu lassen, und genau das haben wir versucht zu tun. Wir bitten die internationale Gemeinschaft, unsere Freilassung zu fordern, damit wir unsere Reise zu Ende bringen können.“

Es war nur natürlich, dass mich auch Cynthia McKinneys Meinung über die aktuelle Katastrophe in Haiti interessierte. Ich fand ihren Blickwinkel sehr erhellend, einige Informationen beunruhigten mich sehr. Daher hier die Übersetzung ihrer Stellungnahme:

18.1.2010

Haiti 2010: Eine unwillkommene Neuauflage von Katrina [der Wirbelsturm der New Orleans 2005 verwüstete]
Päsident Obamas Antwort auf die Tragödie in Haiti ist robust im Hinblick auf die Entsendung von Militär gewesen und kläglich bei dem, was die Haitianer besonders brauchen: Essen, Ersthelfer mit entsprechender Spezialausrüstungen, Ärzte, Krankenschwestern und medizinische Einrichtungen und medizinisches Gerät sowie Ingenieure, schweres Gerät und schwere Bagger. Traurigerweise schickt Präsident Obama die Präsidenten Bush und Clinton und Tausende von Marines und US-Soldaten. Im Gegensatz dazu hat Kuba bereits 400 Ärzte vor Ort und schickt noch mehr. Kubaner, Argentinier, Isländer, Nicaraguaner, Venezuelaner und viele andere sind schon an Ort und Stelle und arbeiten – sie retten Leben und versorgen Verletzte. Senegal hat Haitianern Land angeboten, wenn sie nach Afrika zurücksiedeln möchten. Die Vereinigten Staaten kündigten einen Tag nach der Tragödie an, dass man in Erwägung ziehe, ein ganzes Marineexpeditionschor abzustellen, „um dabei zu helfen, die Ordnung wieder herzustellen“, obwohl die „Unordnung“ von einem Erdbeben verursacht war, das Haiti geschlagen hatte. Seit 1751, 1770, 1842, 1860 und 1887 hatte man in Haiti kein Erdbeben mehr erlebt. Aber ich erinnere mich an die verfälschten Berichte über Chaos und Gewalt, die zur Entsendung von Militär einschließlich Blackwater in New Orleans nach dem Hurricane Katrina führten. Ein Katrina-Überlebender bemerkte, dass die Menschen Essen und ein Dach über dem Kopf benötigten, aber die US-Regierung schickte Männer mit Gewehren. Ich bin sehr beunruhigt darüber, dass wir anscheinend wieder an diesem Punkt sind. Vom ersten Moment an erschien mir die US-Hilfe für Haiti mehr wie eine Invasion, denn eine humanitäre Hilfsoperation.
Am Tag 2 der Tragödie landete ein C-130-Flugzeug mit einem militärischen Erkundungteam in Haiti und der Rest der Truppe sollte wenig später landen. Der genannte Zweck dieses Teams war der zu bestimmen, welche militärische Ausrüstung benötigt würde. Ein spezielles Operationsteam der Air Force sollte ebenfalls landen, um die  Kontrolle der Luftverkehrs zu übernehmen. Jetzt gibt es Berichte, dass die USA keine Hilfe hereinlassen – wieder überall die Schatten von Hurricane Katrina. Auf Befehl Präsident Obamas „flogen Militärflugzeuge über die Insel und fertigten Karten der Zerstörungen an.“ So war also der erste Beitrag der USA zur humanitären Hilfe, die in Haiti gebraucht wurde, Aufklärungsdrohnen, deren Ausstattung eher dazu dient, nach Waffenverstecken und Luft-Boden-Raketen-Batterien Ausschau zu halten, als nach zerstörter Infrastruktur. Die Art der US-Reaktion wurde schnell deutlich: Flugzeugträger, Marinetransportschiffe, vier C-140 Airlifts und Evakuierungen nach Guantanamo. Am Ende von Tag 2 hatte die Vereinigten Staaten nach Berichten der Washington Post ungefähr acht (8) schwer verletzte Patienten nach Guantanamo evakuiert, zusätzlich zum Botschaftspersonal, das „vom US-Botschafter und seinem Stab als Priorität bestimmt worden war.“
Am Tag 3 erfuhren wir, dass weitere US-Schiffe einschließlich Zerstörern nach Haiti unterwegs waren. Interessanterweise berichtete die Washington Post, dass die ständige Einsatztruppe, welche die US-Reaktion auf Ereignisse von Masseneinwanderung von Kuba oder Haiti koordiniert, das Geschehen überwachte, hatte aber ihre Operationen noch nicht begonnen. Es war allein schon pikant, dass diese beiden Länder von einer ständigen Einsatztruppe bedient werden, die Behandlung ihrer Staatsangehörigen ist jedoch völlig unterschiedlich; denn Kubaner werden umgehend von der US-Regierung akzeptiert, die Staatsangehörige Haitis dagegen werden interniert.
Der Konteradmiral der US-Küstenwache James Watson IV versicherte den Amerikanern: “Unser Hauptziel ist jetzt, das zu verhindern, und wir werden mit dem Verteidigungsministerium arbeiten, dem Außenministerium, der FEMA und allen Behörden der Bundesregierung, um das Risiko zu minimieren, dass Haitianer aus ihrem Land fliehen wollen.“ Watson sagte: „Wir wollen ihnen diese Hilfslieferungen schicken, damit sie in Haiti leben können.“

Am Ende von Tag 4 hatten die USA wie berichtet wurde mehr als  800 US-Staatsangehörige evakuiert. Für diejenige unter uns, die die Ereignisse in Haiti vor dem tragischen Erdbeben verfolgt haben, ist es wichtig festzuhalten, dass verschiedene Punkte große Sorgen machen:

  1. Das fortdauernde Exil von Haitis demokratisch gewähltem und sehr beliebten, jedoch zweimal abgesetzten, Präsidenten, dem ehemaligen Priester Jean-Betrand Aristide.
  2. Die weiter andauernde, unerklärte Besetzung des Landes durch Truppen der Vereinten Nationen, die unschuldige Haitianer ermordet haben und wohl kaum wegen „Sicherheit“ dort sind. (Ich selbst habe sie auf den Straßen gesehen, die nur zu Haitis dünn besiedelten Gebieten führen, aber wunderschöne Strände haben.
  3. Der Bau der fünftgrößten US-Botschaft der Welt in Port-au-Prince in Haiti.
  4. Bergbau- und Hafenlizenzen und Verträge einschließlich der Privatisierung von Haitis Hochseehäfen, da gewisse Offshore- und Verschiffungsvereinbarungen innerhalb der USA aus Umweltschutz- und anderen Gründen nicht möglich wären.
  5. Die massive Präsenz ausländischer NGOs [Nichtregierungsorganisationen], die unnötig wäre, wenn stattdessen eine angemessene Politik der USA und anderer Regierungen dem Volk Haitis ein wenig politische und wirtschaftliche Selbstbestimmung erlauben würde.

Daher machen wir hier auf die Schriften von Frau Marguerite Laurent aufmerksam, die ich in ihrer Eigenschaft als Anwältin für den abgesetzten Präsidenten Haitis Jean-Bertrand Aristide kennenlernte. Frau Laurent erinnert uns an das Erdöl vor der Küste Haitis und eine Erdölraffinerie, die dort als ein Verschiffungsterminal für US-Supertanker gebaut werden soll. Frau Laurent, die auch als Ezili Dantò vom Führungsnetzwerk Haitianischer Anwälte (HLLN) bekannt ist, schreibt:

Es gibt Beweise, dass die Vereinigten Staaten schon vor Jahrzehnten Öl gefunden haben, aber aufgrund der geopolitischen Umstände und Interessen des Big-Business dieser Jahre entschieden, die haitianischen Erdölvorräte als Reserve zu behalten für die Zeit, wenn das Erdöl aus dem Nahen Osten versiegen würde. Dies wird ausführlich von Dr. Georges Michel in einem Artikel vom 27. März 2004 beschrieben, der sich mit der Geschichte der Erdölsuche und der Erdölreserven Haitis befasst sowie in der Untersuchung von Dr. Ginette und Daniel Mathurin [2 Geowissenschaftler]. […] Es gibt auch gute Beweise dafür, dass genau diese großen US-Erdölkonzerne und die mit ihnen verquickten Monopolisten von Bau- und Waffenunternehmen schon vor Jahrzehnten Pläne machten, Haitis Hochseehäfen entweder für Ölraffinerien zu nutzen oder Öltankanlagen oder Depots anzulegen, wo Rohöl gespeichert und später von kleinen Tankern verschifft würde, um US- und Karibikhäfen zu bedienen. Dies wird genau in einem Papier über die Dunn Plantation in Fort Liberté auf Haiti erklärt. […] Ezilis HLLN stellt diese beiden Papiere über Haitis Erdölreserven und die Arbeit von Dr. Ginette und Daniel Mathurin heraus, um eine Sichtweise zu liefern, die man weder in den Mainstreammedien noch anderswo findet, was die wirtschaftlichen und strategischen Gründe anbelangt, warum die USA nach dem Bush-Regimewechsel 2004 in Haiti ihre fünftgrößte Botschaft auf der Welt – abgesehen von den US-Botschaften in China, dem Irak, Iran und Deutschland – im winzigen Haiti gebaut haben.“ [Soweit die haitianische  Anwältin Marguerite Laurent]
[…]
Die Ernennung von Präsident Bush für die Haiti-Hilfe durch Präsident Obama ist meiner Meinung nach ein Schlag ins Gesicht. Nach Präsident Bushs Vorstellung nach dem Hurricane Katrina und der Tatsache, dass sogar heute noch Überlebende von Hurricane Katrina, die zurückkehren möchten, noch immer keine Chance erhalten haben, nach Hause zu kommen; die Ernennung mag gut für die Eintreibung von Spendengeldern sein, aber ich bezweifle, dass sie gut ein gutes Zeichen für die Haitianer ist. Nichtzuletzt geschah der Staatsstreich und das Kidnapping von Präsident Aristide unter der Ägide der Bush-Präsidentschaft.

Und schließlich wissen diejenigen, die französische Literatur schätzen, dass unter den beliebtesten Autoren in Frankreich Alexandre Dumas ist, der Sohn eines haitianischen Sklaven; und Victor Hugo, der schrieb: „Haiti est une lumière.“ („Haiti ist ein Licht“). In der Tat ist Haiti für Millionen ein Licht: ein Licht was auf die Methodik und das Böse der Sklaverei scheint, auf den erfolgreichen Sklaven-Aufstand, ein Licht für nationale Geschlossenheit und den Freiheitsbegriff, die Rechte der Menschen und menschliche Würde. Haiti ist ein Licht. Und ein leuchtendes Beispiel, das die Feinde der schwarzen Befreiung erzittern lässt. Haitis Licht, das den üblen Geist einiger Individuen beleuchtet, die Macht über andere ausüben aber auch die menschliche Fähigkeit durch Einigkeit und ein gemeinsames Ziel das Böse zu überwinden, ist genau der Grund, warum einige Teile der Welt mit Haiti seit 1804 ständig im Krieg waren, dem Jahr der Konstituierung Haitis als Republik.

„Reverend“ Pat Robertsons rassistische Ausfälle haben mich nicht überrascht. Robertsons Kommentare sind ein exaktes Spiegelbild der Statements, die Napoleons Kabinett abgab, als die Haitianer die Franzosen geschlagen hatten. Aber 2010 offenbare Robertsons Kommentare wesentlich mehr: Die Haitianer sind nicht die einzigen, die ihre Bedeutung für den Kampf gegen Hass, Imperialismus und europäische Vorherrschaft verstehen.
Dieses nervtötende, standhafte, sture, nicht-westliche, stolz-afrikanische Volk auf diesem Stück Land, das wir Haiti nennen, kennt seine Geschichte und es weiß, dass es das beherrschende Weltreich jener Tage und die damalige globale Elite, die es unterstütze, geschlagen hat – das Frankreich Napoleons. Es weiß, dass es die Armeen England und Spaniens besiegten.

Die Haitianer wissen, dass sie ihren Status als freier Staat dazu nutzten, um dabei zu helfen, die Lateinamerikaner von den  Spanien zu befreien, indem sie an der Seite Simon Bolivars kämpften und Geld aufbrachten. Ihr Beispiel begeisterte ihre noch versklavten afrikanischen Brüder und Schwestern des amerikanischen Festlands; und sogar noch bevor die Haitianer frei wurden, kämpften sie gegen die Briten in den USA während des Unabhängigkeitskrieges und gewannen eine entscheidende Schlacht in Savannah, Georgia, wo ich die Statue besucht habe, die an jenen Sieg erinnert.

Die Haitianer wissen, dass Frankreich ihnen Reparationen auferlegte, weil sie frei geworden waren und Haiti bezahlte sie vollständig, aber auch, dass Präsident Aristide Frankreich dazu aufrief, jenes Geld zurückzubezahlen (21 Milliarden Dollar Stand 2003).

Die Haitianer wissen, dass ihr „Bruder“, der damalige Außenminister Colin Powell die Welt über das Kidnapping und die zweite Absetzung ihres Präsidenten anlog. (Traurigerweise sollte es nicht das letzte Mal sein, dass Außenminister Colin Powell die Welt belog.) Die Haitianer wissen nur zu gut, dass hochrangige Schwarze in den Vereinigten Staaten dazu fähig sind, ihnen zu helfen, aber auch sie zu betrügen.

Die Haitianer wissen auch, dass die Vereinigten Staaten ihre politischen Stellvertreter und ihre eigenen Soldaten auf haitianischem Boden installiert haben, als die USA meinten, dass dies notwendig wäre. Dies alles ist ein Versuch, den unbezähmbaren haitianischen Geist zu kontrollieren, der dem Rest der unterdrückten Welt ein arg benötigtes Licht ausstrahlt.

Während die Tränen des haitianischen Volkes meine eigenen sind – und ich erinnere mich an ihre ungeheure Fähigkeit zur Liebe –  trüben mein gebrochenes Herz und meine nassen Augen nicht meine Fähigkeit, die schwere Gefahr zu begreifen, der sich meine Freunde in Haiti jetzt gegenüber sehen.

Ich schaudere bei dem Gedanken, dass die „Rollback“[=Zurückdrängen]-Politik, an die einige Außenpolitik-Berater Präsident Obamas glauben, eine ausgedehnte US-Militärpräsenz in Haiti als Sprungbrett für das Zurückdrängen von Gebieten in Lateinamerika benutzen könnte, die sich selbst von einer neo-kolonialen US-Vorherrschaft befreit haben. Ich fände den Gedanken abscheulich, dass so etwas gar unter der Präsidentschaft Barack Obamas versucht würde. Wir alle müssen ein wachsames Auge auf Haiti und andere Teile der Welt haben, die heute infolge eines unaufhaltsamen Vormarsches der US-Militärmaschinerie in Blut schwimmen.
So stelle ich also an diesem Erinnerungstag an den Geburtstag Dr. Martin Luther Kings fest, dass es die illegale Lantern-Spike-Operation der eigenen US-Regierung war, die die Hoffnung und das Licht Dr. Martin Luther Kings auslöschte. Jedes Angebot humanitärer Hilfe, das vom US-Militär zurückgewiesen wird (bisher das von CARICOM, der Caribbean Community, Ärzte ohne Grenzen, Brasilien, Frankreich, Italien und sogar das des Roten Kreuzes der USA) – so wie es nach dem Hurricane Katrina gemacht wurde – und die erwartete Ankunft von bis zu 10.000 US-Soldaten an diesem heutigen Tag, sind eine nachhaltige Erinnerung an die existenzielle Bedrohung, die jetzt über dem tapferen, stolzen Volk der Republik Haiti schwebt.

Diese Stellungnahme Cynthia McKinneys wird mir sicherlich Anlass sein, mich noch intensiver mit Haiti zu befassen. Dankbar bin ich auch für den Geschichtsnachhilfeunterricht und die gänzlich andere Perspektive, aus der heraus die Politikerin die haitianische Tragödie betrachtet und bewertet. Vor allem eins ist mir aufgegangen: Haiti ist kein armes Land – im Gegenteil. Es ist in Wirklichkeit reich; reich an Geschichte und an Bodenschätzen. Letzteres hat sich schon einmal bewiesen, als Haiti an Frankreich 23 Milliarden Dollar in Gold an „Reparationen“ für seine Unabhängigkeit bezahlte. Das sollte uns zu denken geben!

Hier noch ein Beispiel für das Redetalent von Cynthia McKinney.

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3 Antworten zu “Über Cynthia McKinney und Cynthia über Haiti…”

  1. Arthur sagt:

    Tolle Frau, ich wünsche ihr weiterhin viel Glück und Durchhaltevermögen. Was ist das für eine Welt in der Leute wie sie, die sich unermüdlich für Menschenrechte einsetzen, sich Rufmorddrohungen einhandeln, und Staaten die aktiv Menschenrechtsverachtend agieren über dem Gesetz stehen und vom Westen sogar noch gesponsert werden? Ja natürlich, z.b. der Iran agiert auch Menschenrechtsverachtend, nur wird er auch dafür gescholten (bald bombardiert?), und Israel – schon fast um keinen Deut besser – lacht sich ins Fäustchen.

    Man argumentiert damit das Iran keine Atombomben haben sollten (haben’s eh nicht..?) weil sich Iran’s Oberhäupter wünschen, das Israel von der Bildfläche verschwindet (und es deshalb absolut nicht auszudenken sei das es alright wäre ihnen ein Recht auf Atomwaffen zu gewähren). Naja, umgekehrt kann man ja auch argumentieren; die argen Menschenrechtsverletzungen gegen die Palästinenser und Staatsoberhäupter dessen Jugendsünden u.a. mit Ketten auf Araber eindreschen besteht (welches Likud-Schwein war das noch einmal?) lassen die Vermutung zu das Israel die Araber zutiefst hasst, und daher Gefahr besteht, Palästina o.a. andere Arabische Länder massiv zu bombardieren, warum ist’s dann “total OK” das Israel Atomwaffen hat?

    Da stimmt mit der Logik was nicht ganz, ausser man ist wirklich so arm u. verblendet und denkt im ernst das Alle Araber zutiefst böse sind und alle Juden noch immer die armen Opfer sind “die sich nur wehren”. (Berichte wie das verhindern des ankommens des Hilfsbootes sind natürlich nur Antisemitische Propaganda, wahrscheinlich von der Al-Kaida selbst erfunden!) Im Angesicht dieses ganzen Grindes schäme ich mich mittlerweile schon Leuten zu sagen das ich Jüdisch bin, könnten sie doch auch nur für einen Moment denken das ich die taten Israels auf irgend eine weise gutheisse *schaudergraus*.

    Ich finde meine Religion und Kultur sie sehr schön und interessant, leider wird sie in der öffentlichen Wahrnehmung von den Hasstaten grauslicher Israelischer fundis zerstört. Diese Fundamentalisten (in Israel und auch im Westen) ziehen ironischerweise immer als erster die Antisemitismus-Karte, wobei sie doch selber am effektivsten Antisemitismus schüren dadurch das sie uns durch ihre Gräueltaten Weltweit einen schlechten Namen verleihen. Also, Schalom und hab acht Israel, Hochmut kommt vor dem fall.

  2. [...] auf Hilfstransporte nach Gaza hatte es vorher schon gegeben, jedoch ohne jedes Medienecho, Gott sein Dank auch ohne Tote. Was ist diesmal [...]

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