“Heatball” – oder elektrischer Widerstand

Quelle: Deesillustration.com

(Quelle: Deesillustration.com)

Über das “Aus” der beliebten, billigen und augenfreundlichen Glühbirne nach dem Willen der EU, wurde an dieser Stelle schon einiges geschrieben. Umso erfreulicher ist die Nachricht, dass es nun als Trostpflaster sog. “Heatballs” gibt (vgl. auch den Beitrag “Die Glühbirne ist tot – es lebe der Heatball!” in zeitgeist-Heft 30). Der “Hitzeball” ist keine Lampe. Passt aber in die gleiche Fassung wie die Glühbirne; er ist zum Heizen gedacht, das steht auch extra drauf!  – schön, dass man dabei auch noch in seinem gesunden, weil dem Sonnenlichtspektrum ähnlichen Licht lesen kann. Und das ohne nervenschädigende Quecksilberemissionen.

Der Heatball muss nicht in den Sondermüll: Wenn er kaputt geht, kehrt man ihn einfach zusammen. Geht eine Energiesparlampe kaputt, müssen ihre Überreste nach Anlegen einer Atemschutzmaske entsorgt werden, der Teppich o. ä., wo das Missgeschick passierte, muss sorgfältig herausgeschnitten werden.

Umso mehr empört eine Meldung der Presse (Generalanzeiger Bonn, 11./12.12.2010), dass seit Wochen (!) 40.000 Heatballs aus China am Flughafen Köln/Bonn vom Zoll festgehalten werden! Zwei Ingenieure aus Niederzier wollten sie nach Deutschland importieren. Die Bezirksregierung Köln beauftragte in dem Streit um die Hitzebällchen den Verband Deutscher Elektroingenieure mit einem Gutachten: Sind die Heatballs Kleinheizgeräte oder Glühbirnen?

Das Gutachten kam doch tatsächlich zu dem Schluss: Es handelt sich um Glühbirnen! Es ist empörend! Und diese dürfen nicht eingeführt werden. Punkt. Die EU will es so. Über den weiteren Verlauf des Dramas können sich Anhänger des Heatballs auf einer sehr informativ gestalteten Webseite informieren, die eine Fülle von Argumenten rund um’s Thema liefert.

Wussten Sie, dass das Ende der Glühbirne und der Beginn der sog. Energiesparlampen auch etwas mit der Ermordung von Detlev Karsten Rohwedder, dem Chef der Treuhand, zu tun haben könnte und mit seiner Nachfolgerin Birgit Breuel, der geplanten Rettung der DDR-Leuchtmittrelfirma Narva, ihrer letztendliche Schleifung und dem Tod des Dieter Binninger, eines Erfinders und Tüftlers, der in Berlin in den 1970er-Jahren die Ewigkeitsglühlampe erfunden und sich hatte patentieren lassen, die 150.000 Stunden brennt?

Binniger hatte geärgert, dass eine normale Glühbirne nur etwa 1000 Stunden brennt, was einen erheblichen Wartungsaufwand z. B. für Ampelanlagen u. ä. bedeutete. Die westdeutsche Leuchtmittelindustrie hatte jedoch kein Interesse an seiner Erfindung – man hatte die “Energiesparlampe” impeto.

Rohwedder hatte den letzten Leuchtmittelhersteller der DDR , den es noch gab, die Firma “Narva”, retten wollen. Birgit Breuel, seine Nachfolgerin, hatte daran kein Interesse. Erst Einwände wegen Kartellbildung ermöglichten zunächst das Überleben. In dieser Situation entschloss sich Binninger 1991, selbst Narva von der Treuhand zu übernehmen und in Zusammenarbeit mit der ungarischen Tungsram seine “Ewigkeitsglühbirnen” zu produzieren. Doch dazu kam es nicht mehr: Er stürzte mit seinem Flugzeug ab …

Die TAZ veröffentlichte am 24.12.2008 den sehr lesenswerten Artikel “Verehrt, verraten und verglüht” über die wechselvolle, teilweise an einen Krimi erinnernde Historie der Glühbirne und der Leuchtmittelindustrie.

Die vorgenannten Zusammenhänge können engagierte Zeitgenossen nur darin bestärken, die uns undemokratisch aufgedrängte Quecksilbelampe zu verweigern. Dabei wusste die EU von Anfang an, dass diese umweltschädlich ist und es kein funktionierendes Rücknahmesystem gibt, wie ein Absatz der EU-Verordnung bestätigt:

“Die Quecksilberemissionen, die während der verschiedenen Lebenszyklusphasen von Lampen anfallen, z. B. infolge des Strombedarfs in der Betriebsphase sowie infolge der Entsorgung von schätzungsweise 80 % der verbrauchten quecksilberhaltigen Kompaktleuchtstofflampen ohne Recycling, werden auf der Grundlage der Zahl der in Betrieb befindlichen Lampen für das Jahr 2007 auf 2,9 t geschätzt. Vorhersagen zufolge wird dieser Wert bis zum Jahr 2020 auf 3,1 t ansteigen, wenn keine spezifischen Maßnahmen getroffen werden; es ist jedoch erwiesen, dass eine erhebliche Verringerung der Quecksilberemissionen möglich ist. Wenn auch der Quecksilbergehalt von Leuchtstofflampen eine Eigenschaft mit erheblicher Umweltauswirkung ist, erscheint es angebracht, ihn im Rahmen der Richtlinie 2002/95/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. Januar 2003 zur Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und  Elektronikgeräten (1) zu regeln.”

EG-Verordnung plus Ergänzungen des Umweltbundesamntes vom 30.3.2009 hier.

Trotz der zugegebenen Umweltschädlichkeit werden jährlich ungeniert tonnenweise Lampen dieser Machart in den Verkehr gebracht und massiv promotet. So verschenkt z. B. die deutsche Caritas Energiesparlampen an ärmere Familien. Selbstverständlich kümmert sie sich nicht um deren Abholung, nach Ende ihres Sparlebens. Die Rücklaufquote für Quecksilberlampen liegt immer noch lediglich bei ca. 25 %. Der Rest wandert in den Hausmüll, denn sie werden natürlich vor der Verbrennung nicht aussortiert, und ihre schädlichen Dämpfe landen, falls die Müllverennungsanlage nicht über hocheffiziente Filter verfügt, damit auch in unseren Lungen.

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12 Antworten zu ““Heatball” – oder elektrischer Widerstand”

  1. Föhnix sagt:

    Ich komme mir mit meinen andauernden Lobliedern schon langsam komisch vor, aber hilft ja nichts: solch unabhängigen, investigativen Journalismus kann man in Deutschland mit der Lupe suchen – Danke!

  2. Richtigsteller sagt:

    Man muss Energiesparlampen nicht mögen. Aber man sollte die Tatsachen nicht verdrehen: Es gibt umweltschonende und weniger umweltschonende Lampen. Die Energiesparlampe gehört zu ersten Kategorie. Die Glühlampe zur zweiten. Glühlampen belasten die Umwelt deutlich mehr als Energiesparlampen, siehe Studie 2010 der EMPA (www.empa.ch).

    Wir haben in Deutschland zu 50% Kohlestromanteil. Dabei wird Quecksilber freigesetzt. Nur unter dem Vorbehalt, dass man für Glühlampen 100% Ökostrom oder 100% Atomstrom verwendet, könnten die in Punkto Quecksilberemissionen besser abschneiden als die Energiesparlampen. Aber gerade wer Lampen nur mit Energie aus Wind, Wasser und Sonne betreit, sollte ein Interesse haben, diesen sehr aufwändig erzeugten Strom zu vergeuden!

    Das Zitat aus der EU-Verordnung 244 ist aus dem Zusammenhang gerissen. Es geht dabei um die Quecksilberemissionen ALLER Lampen, und hier insbes. um Quecksilberemissionen von Glühlampen, die durch ihren überhöhten Stromverbrauch verursacht werden, sowie zusätzlich um die Quecksilbermengen, die konstruktiv in Leuchtstofflampen enthalten sind, welche aber recycelt werden können.

    Ferner wurde ein wesentlicher Satz der EU-Verordnung in diesem Absatz unterschlagen: “Die Festlegung von Energieeffizienzanforderungen an Lampen, die von dieser Verordnung erfasst werden, wird zu einer Abnahme der Ihnen insgesamt zuzurechenden Quecksilberemissionen führen.”

    Falsch ist auch, dass es kein funktionierendes Rücknahmesystem gibt. Das gibt es sehr wohl! Aber es gibt auch Leute, die sich einen Dreck darum scheren, dass man die Lampen zurückbringen MUSS. So wie jedes andere recyclefähige Produkt, das wir am Ende seines Produktlebens korrekt entsorgen müssen.

    Angenommen es würden jährlich 100.000 Energiesprlampen unsachgemäß entsorgt, so würden damit maximal 5 kg Quecksilber freigesetzt. Weltweit werden aber jährlich über 2000 Tonnen Quecksilber freigesetzt, ein Großteil davon durch die Verstromung von Kohle. Vor diesem Hintergrund sind 0,005 Tonnen Quecksilber aus Energiesparlampen eine verschwindend geringe Menge und – bezogen auf die durch uns zu verantwortenden Quecksilberemissionen durch stromfressende Glühlampen – sind sie das kleinere Übel.

    Die Glühlampen für Ampeln und die Glühlampen für die Haushaltsbeleuchtung sind unterschiedliche Produkte, auch wenn sie gleich aussehen. Die sog. Signallampen haben seit jeher eine höhere Haltbarkeit, aber sind weniger hell und effizient. Binniger konstruierte eine aufwändige Signallampe, die aus Kostengründen keine Bedeutung für den Haushalt gehabt hätte, und die keinen Effizienzgewinn gebracht hätte. In der der DDR gabe es Narva Glühlampen mit 2000 Stunden Lebensdauer. Aber die langlebigste Lampe ist nichts wert, wenn sie nicht zugleich sparsam ist. Deshalb produzierte auch die Narva zu DDR-Zeiten bereits Energiesparlampen, und hätte dieses aus Gründen der Energieeinsparung noch in erheblich höherem Umfang getan, wenn der Staat nicht vorher kollabiert wäre.

    Die klassische Glühbirne ist so oder so tot, denn es gibt seit langem Halogen-Glühlampen. Die Lichtqualität ist die gleiche. Die Energieeffizienz ist immerhin ein bisschen besser. Der Preis nähert sich immer mehr dem früheren Glühlampenpreis an (50 Cent für 1000 Stunden Lebensdauer).

  3. Richtigsteller sagt:

    2. Absatz: “kein Interesse haben” natürlich

  4. Friederike Beck sagt:

    Danke für Ihren umfangreichen Beitrag! Ja, ich mag Energiesparlampen (Quecksilberfluoreszenzlampen) nicht.
    - Sie verbreiten ein scheußliches, kaltes, nebeliges Licht, das, so erklären uns Lichtbiologen überzeugen, augenschädlich ist, da es einen zu hohen Blaulichtanteil hat. Dies kann (in Zukunft immer mehr) zu einer ganzen Anzahl von Gesundheitsproblemen führen: Einschlafstörungen, hormonelle Störungen, vermehrte Herzinfarkte etc. Was man angeblich für Strom einspart, können wir gleich mehrfach für zukünftige Gesundheitsproblem ausgeben…
    - Die o.g. Lampen haben keineswegs die Langlebigkeit, die sie versprechen, durchweg sterben sie vorzeitig.
    - Das Glühbirnenverbot wurde von der EU-Komission undemokratisch-autoritär angeordnet. Die Komission ist nicht demokratisch gewählt, sondern von den einzelnen EU-Staaten gebildet. Sie ist ein bürokratischer Apparat, der alle Teile unseres Lebens mit Verordnungen regeln u. kontrollieren möcht. Nein Danke!
    -Das Quecksilberproblem:
    Die “Spar”lampen geben Quecksilber an ihre Umgebung ab. Bei versehentlichem Zerbrechen kommt es zu einer erheblichen Luftverschmutzung des Raumes – Quecksilber verdampft bereits bei Raumtemperatur v. 37°.
    Der EU-Komission war dies kein Anlass vor der Promotion der Quecksilberlampen zum Wohl der Leuchtmittelindustrie entsprechende Studien durchzuführen, um Messwerte zu erhalten. Das geht aus einer Einlassung des Umweltbundesamtes hervor.

    http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/3964.pdf
    “Bisher stand zur Bewertung eines potenziellen Gesundheitsrisikos durch Quecksilberemissionen aus Energiesparlampen lediglich eine amerikanische Untersuchung des Maine Institute of Environmental Protection von 2008 zur Verfügung. Bei diesen Messungen wurden kurze Zeit nach dem Zerbrechen erhöhte Quecksilberkonzentrationen festgestellt; die Konzentrationsspitzen betrugen 50-100 μg/m3. Inzwischen haben auch deutsche Hersteller Prüfkammermessungen durchgeführt. Dabei wurden beim Zerbrechen der Lampe in heißem Zustand sogar Spitzenwerte bis 500 μg/m3 gefunden – allerdings unmittelbar über dem Fußboden in 30 cm Höhe. [...]
    Die bisher vorliegenden Untersuchungsergebnisse machen bereits deutlich, dass die beim Zerbrechen der Lampen frei gesetzten Quecksilber-Mengen gesundheitlich nicht akzeptabel sind, auch wenn die Exposition gegenüber hohen Konzentrationsspitzen in der Regel nur von kurzer Dauer ist. Das Umweltbundesamt empfiehlt daher Räume, in denen sich regelmäßig Schwangere, kleine Kinder und empfindliche Personen aufhalten, nicht mit zerbrechlichen Lampen auszustatten. Insbesondere an bruchgefährdeten Stellen wie in Kinderzimmern sollten Lampen nur mit zusätzlicher Ummantelung oder anderen Schutzmaßnahmen (z.B. Lampenschirm) eingesetzt werden. Als Alternativen kommen auch LED-Lampen in Betracht.
    · Empfehlungen zum sachgerechten Umgang beim Zerbrechen sind aus gesundheitlicher Sicht unbedingt notwendig und sollten bereits von den Herstellern als Warnhinweis jeder Packung beigefügt sein. Die schnelle und ordnungsgemäße Beseitigung einer zerbrochenen Energiesparlampe senkt die Quecksilber-Konzentration im Innenraum deutlich ab. Dazu wird das Umweltbundesamt weitere Kontrollmessungen vornehmen lassen.

    · Zur Verantwortung der Hersteller gehört es, bruchsichere Lampen zu entwickeln.
    - Problem Entsorgung im Sondermüll, in Werstoffhöfen etc.
    Die EU-Komission hat sich auch hier vor Einführung der Verordnung keine Gedanken gemacht, wie das Entsorgungsproblm gelöst werden soll. Wie soll so etwas durchgeführt werde? Vielleicht ein Sondermüllblockwart für jeden Straßenzug? Ganz abgesehen davon ist es für die Verbraucher eine Zumutung, ständige neue Wege und “Müllfahrten” aufgedrückt zu bekommen. Bereits jetzt geht ein beträchtlicher Anteil Lebenszeit in das “Müllthema”: Sammeln u. Sortieren v. Flaschen, Wege/Fahrten zu verschiedenen Containern, verschiedener Müll wird oft nicht mehr im Hausmüll akzeptiert, z.B. Kartons: Weitere Wege, Batterien, Energiesparlampen: Es reicht!
    -Problem Quecksilber in Kohlekraftwerken.
    Stimmt der Strom kommt in Dtld. zu 5o% als Kohlekraftwerken. In deren Abgasen ist Quecksilber. Das ist blöd. Es ist jedoch völlig unlogisch, das Filter- und Emissionsproblem mit dem Problem der Quecksilberlampen zu vermischen: Eine Energiesparbirne u. ihre Emissionen hab ich u. U. tagtäglich an meinem Arbeitsplatz über mehrere Stunden vor meiner Nase. Kohlekraftwerke sind da schon etwas weiter weg.
    Quecksilber wird von allerlei Industrien freigesetzt: Kohle 45%, Müllverbrennung 10%, Hüttenwesen, Zement je 10%, Goldgewinnnung 25%. In der Müllverbrennung gelten für das Nervengift Quecksilber aber sehr viel höhere Grenzwerte. Und in diesen Öfen finden sich auch sehr oft unsere Quecksilberlampen wieder. Im Tagesmittel geht es um 30 Mikrogramm pro Kubikmeter mit Spitzenwerten bis 50 Mikrogramm. Kohlekraftwerke kommen da nur auf 5 Mikrogramm.
    Ganz klar: das Quecksilber gehört bei den Kohlekraftwerken rausgefiltert. Der politische Druck ist bereits da. Und auch die Technik dafür:
    Verfahren zur Abscheidung von Quecksilber, aus Abfalltechnik HS 2010, R. Buss:
    “Ein Verfahren ist die bromgestützte Quecksilberreinigung, welche bei Kohlekraftwerken und
    Sondermüllverbrennngsanlagen eingesetzt werden kann. Dabei wird metallisches Quecksilber in
    lösliche Salze überführt. Dazu ist ein geringer Bromzusatz zur Kohle (1kg Kohle enthält etwa 0.2mg
    Quecksilber) notwendig. Diese Quecksilbersalze lassen sich anschliessend durch nasse
    Rauchgasreinigung aus der Abluft entfernen. Dieses Verfahren ist sehr kostengünstig und erreicht
    eine Abscheidung von fast 100%.
    Ein weiteres Verfahren ist die Dosierung von chemisorptiv wirkender Pulveraktivkohlen, welches bei
    der Verbrennung von Abfällen und Ersatzbrennstoffen (Altreifen, Spermüll, Pellets) eingesetzt wird.
    An mit Schwefelsäure (H2SO4) imprägniertem Aktivkoks findet eine chemische und physikalische
    Adsorpiton von Quecksilber statt und durch die folgende Desorption kann ein Reichgas
    aufkonzentriert werden und das Reingas enthält fast kein Quecksilber mehr. Dieses Verfahren
    gewährt auch einen effizienten Schutz vor Quecksilberspitzen, welche öfters vorkommen.
    Beispiel:
    In Deutschland wurden in den letzten 20 Jahren alte Kraftwerke und Industrieanlagen stillgelegt und
    es wurden moderne Kraftwerke mit Rauchgasreinigungen gebaut. So konnten die
    Quecksilberemissionen von 1990 bis 2007 von 20 t auf 4 t pro Jahr gesenkt werden.”

    Quellen:
    VDI Nachrichten, 11. Juni 2010, Nr. 23;
    UmweltMagazin, Juli-August 2010, S. 45-47 u.a.

    Selbst wenn also in nicht ferner Zukunft alles Quecksilber aus Kohlekraftwerken u. Abfallverbrennung herausgefiltert werden könnte: Das “Nein” zur Quecksilberfluorenszenzlampe bliebe: Emissionen in der Raumluft, bei Unfällen Vergiftungsgefahr, gesundheitliche Gründe – mein Augenlicht wäre mir das wert. Und: Ihr Licht ist zu häßlich

    In Sachen der Ewigkeitsglühbirne von Binninger erlaube ich mir weiterhin die Interpretation, dass vor allem die Leuchtstoffinsdustrie kein Interesse an einer “ewigen” Glühbirne hatte. Binninger hatte ja 3 Patente angemeldet, keineswegs nur in Sachen Ampelanlagen.
    Patent Nr. DE 3001755 z. B. war ein Verfahren zur Verlängerung der Lebensdauer von Allgebrauchsglühlampen.

  5. Friederike Beck sagt:

    ARTIGSTEN DANK AUCH

  6. Interessierter sagt:

    ARTIGSTEN DANK AUCH

    Seh ich auch so – merci für die Info :-)
    Find ich sehr wichtig. Ich hab zwar noch ein paar wenige Birnen, da ich leider nicht genug bunkern konnte, kostenmäßig, aber bei welchem licht man “sein leben ” verbringt , ist wichtig für das lebensgefühl.

    BTW Hab mal ne “Bio-glühbirne” gehabt. So eine Lichtspektrummischung a la Tageslicht.

    Ich fand sie nen Tick zu kalt, ging aber noch.

    leider war sie etwas teuer und die fassung ging schnell kaputt. ist aber schon über 10 jahre her- kann sein, dass die kinderkrankheiten jetzt weg sind und es
    inzwischen auch nett-glühbirnenähnlichere Lichter gibt.

    Falls ich nichts adequates an lichtspender finde, würde ich lieber kerzen benutzen, als die Giftbirnen. Muss nur noch recherchieren, inwiefern die Augen dann betroffen sind. (mal n paar Optiker fragen, wenn ich wieder in der Stadt unterwegs bin.

    Gruß

  7. Fahrenheit sagt:

    Guter Artikel.

    Aber ein Aspekt, oder einige Beteiligte wurden nicht genannt: die Stromkonzerne.

    Nicht zu vergessen: Der Chef von Vattenfall ist Merkels Energieberater gewesen.

    Und mal ernsthaft: die Hersteller finden das natürlich gut, endlich mehr Umsatz mchen zu können; Allerdings die Stromkonzerne auch: seitdem ich komplett auf Energisparlampen, im Übrigen LEDs, umgestiegen bin, zahle ich immer noch so viel an Strom, wie vorher.

    Und die Stromkonzerne verkaufen den Strom, den die Menschen, grad hier in Deutschland, einsparen, ins Ausland – also es wird nicht weniger Energie hergestellt sondern mindestens gleich viel.

    Schönen Abend noch und ein schönes Fest…

  8. Martin Meyer sagt:

    Unabhängig davon, ob und inwieweit Energiesparlampen die Umwelt mehr oder weniger schädigen, muss man sich fragen, ob ökologischer und ökonomischer Nutzen die Freiheit des Einzelnen aufwiegt.
    Oder anders formuliert: Wie viele Beamte braucht man, um eine Glühbirne auszuwechseln?

  9. Bruno sagt:

    Bravo

  10. Walden sagt:

    Bei einer angenommenen Labensdauer von 10 Jahren pro Energiesparlampe und 10 Lampen pro Haushalt in Deutschland faellt jedes Jahr eine Lampe zur Entsorgang an pro Haushalt. Von 20 Millionen Haushalten fallen dann also 20 Millionen Energiesparlampen an pro Jahr. Die bestehen nicht nur aus Glas, Plastik und etwas Queckilber, sondern auch aus elektronischen Bauteilen. Wer baut das wieder auseinander? 20 Millionen pro Jahr entsprechen 70000 pro Tag.

    Walden

  11. andreas sagt:

    falls erforderlich bitte beim auswechseln der leuchtmittel in verkehrssignalanlagen (Mittlere Lebensdauer 8.000 h) auf solche, wie hier zurückgreifen: http://www.manufactum.de/Produkt/172314/1448938/Signallampe-Krypton.html

  12. [...] der Glühbirne das Ende des ‘natürlichsten’ Kunstlichts oder könnte vielleicht der Heatball ein willkommene Gegenentwurf [...]

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