Jippi: Ein neuer Emmanuel Goldstein ist uns verkündet

285px-1984emmanuelgoldstein1Ich hatte schon Entzugserscheinungen: Zehn Jahre mit dem traurigsten und häßlichsten Gesicht der Welt sind kein Pappenstiel. Sowas hinterläßt Spuren. Sowas zeichnet einen. Zehn Jahre tröteten Warnungen die Luft und röteten Tarnungen den Boden.

Da kann niemand so plötzlich erwarten, dass wir ohne dieses Phantom aus der Höhle so einfach unsere Ruhe haben sollen, wollen, können?

Wie auch immer: Auch die Sporttaucher, die diesem Untoten jetzt hinterhertauchen wollen, werden sicher auch nur auf heiße Luft stoßen – ne Unterwasserblase oder so.

Emmanuel Goldstein, wikimedia commons

Emmanuel Goldstein (oben) aus "1984 – der Film" (Quelle: Wikimedia Commons)

Doch dem Phantomschmerz kann so nicht abgeholfen werden, da muss schon was Neues her. Wenn sie’s jetzt nicht gemacht hätten, hätte ich mir was einfallen lassen.

Der neue Goldmann alias Sawahiri lebt, so vermutet man, genau: in einer Höhle im fernen, mystischen afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet; in einer Höhle war es ebenfalls, wo er den verewigten Anführer und Märthürer in den späten 1980ern, nee ich glaub Märthyrer, oder nee Märtyrer der Blooderhood kennen lernte, so müsste es jetzt ok sein.

Sawahiri Gesicht wird wieder rauschebärtig sein und sehr traurig, ob es ihn mal live geben wird? – nicht immer nur diese öden Screenshots!

Eigentlich konnte man ja schon in den 1970ern von Satelliten aus Zeitung lesen. Aber diese Bergregionen haben es eben in sich, sie sind uneben, haben eine sehr unwegsame und schwer einsehbare Geographie, viele enge Täler, schroffe Klüfte und dünne Lüfte. Ganz zu schweigen von den vielen Höhlen.

Sawahiri-Goldstein – ob er wieder so kamerascheu sein wird wie eine Bergziege? Es wird schwierig sein, ihn zu finden und zu fassen – das wissen wir. Der Dschinn ist tot, es lebe der Dschinn, der Höhlengeist.

Aber macht jetzt mal ein bisschen Äktschen, ja, nicht wieder sonen Binladenhüter, ok? Und nicht wieder zehn Jahre rummachen. Einfach mal ein paar Bergsteiger losschicken. Oder sorum: Da geht jetzt einfach einer von euch mal hin in die unwegsame Grenzregion, Turban auf, mit allem drin und dran. Er braucht aber einen Begleiter als Blindenführer. Denn das ist der Trick: Der Begleitete ist nämlich gar nicht blind, sondern tut nur so:

Jetzt fragt ihr bei allen Bergbewohnern nach dem Sawahiri, lasst euch eine Termin bei ihm geben, der ist nämlich Augenarzt. Und dann gebt ihr die Koordinaten durch nach Miami, oder anderswie, egal. Jedenfalls könnte man ihn diesmal schnappen, bevor wiedermal dauernd was passiert.

Wenn’s klappt: Bitte Bescheid geben. Will was von den 25 Millionen Dollar abhaben, ok?

Orwell 1984:

Winston: Does the Brotherhood exist?

O’Brien: That, Winston, you will never know.

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