Griechenland-Krise: die Profiteure

Am 27.6.2011 erschien im „Spiegel“ ein sensationelles Interview mit  Stefan Homburg, dem Direktor des Instituts für Öffentliche Finanzen der Leibniz Universität Hannover. Das Interview sollte man sich genau durchlesen! Darin wird Klartext über die Griechenland-Krise geredet:

Homburg: „Etliche Banken und Hedgefonds profitieren von folgendem Geschäftsmodell. Schritt eins: Sie verkaufen die Anleihen des betreffenden Landes. Schritt zwei: Sie bringen das Land ins Gerede. Schritt drei: Nachdem die Kurse der Anleihen gesunken sind, kaufen sie billig zurück. Und zuletzt jagen sie die Regierungen mit dem Unsinn ins Bockshorn, eine Insolvenz werde verheerende Folgen haben. In einem Nullsummenspiel gibt es nicht nur Verlierer wie uns Steuerzahler, sondern auch Gewinner. [...] Nachdem die griechischen Anleihen zum vollen Wert zurückgezahlt wurden, werden sich die Spieler dem nächsten Kandidaten zuwenden, etwa Portugal. Erlitten die Gläubiger bei Griechenland aber Verluste, dann würden sie dieses Geschäftsmodell aufgeben. Auch insofern wirken die Rettungsaktionen problemverschärfend.“

Und weiter: „In den letzten Tagen habe ich selbst einen namhaften Betrag in griechische Anleihen gesteckt. Sie laufen noch ein Jahr und bringen im Erfolgsfall 25 Prozent Rendite. Damit schlafe ich wunderbar, weil ich an die grenzenlose Dummheit der Bundesregierung glaube. Sie wird zahlen.“

Da bleibt nur noch die Frage, wie lange sich der deutsche Michel noch die Zipfelmütze über die Augen und sein Geld aus der Tasche ziehen lassen wird!

— Anzeigen —



Tags: ,

3 Antworten zu “Griechenland-Krise: die Profiteure”

  1. So ist es,es gibt immer mehr die nur profitieren und gewinnen,am Leid der Menschen.Ich hoffe das Geschäft dieser Banken hört endlich mal auf.Man könnte die mit Reglierungen.Aber nicht mit der Regierung.

  2. “wie lange sich der deutsche Michel noch die Zipfelmütze über die Augen und sein Geld aus der Tasche ziehen lassen wird!”?

    Bis der Mühlstein träget Reben und daraus fließt blut’ger Wein!

    Konrad Fischer
    Lehrlingssinger

  3. Franki sagt:

    Inzwischen machen sich sehr viele Zeichen breit, dass es mit Europa bergab geht! So zum Beispiel dass ein Land (Spanien, Griechenland, Italien…) pleite sind oder gerade pleite gehen!
    Diesen Sachverhalt kann man es auch vor den Medien nicht mehr verstecken!
    Sogar Amerika gibt langsam aber sicher “den Löffel ab”! Die Frage ist wohin geht es in der Zukunft? Womit wollen wir in Zukunft unser Geld verdienen? Einige versuchen sich ja selbst am Finanzmarkt und schauen, dass Sie Daytrader werden um selbst am Finanzmarkt mitmischen zu können. Wieder andere gehen in die komplett andere Richtung und bereiten sich auf den Crash mit Survival-Ausrüstungen vor.
    Es bleibt auf jedenfall sehr spannend! Und wir wollen positiv denken ;-)…!

Eine Antwort hinterlassen