Austrittserklärung aus der „Westlichen Wertegemeinschaft“ – Oder: Macht euren Dreck alleine!

Die Europäer  befinden sich – so erklären uns transatlantische Geister wieder und wieder – mit den Vereinigten Staaten in der sog. “Westlichen Wertegemeinschaft”.

Diese Werte  – sie müssten nicht mehr erklärt werden – sie werden einfach gegenseitig gekannt und angewandt. Credo der Transatlantiker. La-la-li-la.

Dies war eigentlich schon immer ein hoffärtiges Statement, die angebliche Wertegemeinschaft fristet nämlich “Recht” besehen ein gänzlich zombiehaftes Dasein. Die Werte-Mumie wird regelmäßig geölt und beschworen. Innen ist sie hohl und vermutlich nur wegen übler, auftreibender Verwesungsgase noch nicht total implodiert.

Rache und Vergeltung ersetzen über der großen Pfütze offensichtlich längst allgemeingültige rechtsstaatliche Prinzipien und Völkerrecht: “Im Zweifel gegen die Beschuldigten” – lautet die Devise.

Ein Polizist wurde erschossen. Also brachten sie Troy Davis um.
Dreitausend starben. Also brachten sie 600.000 um.

In beiden Fällen kennt man die wahren Schuldigen nicht, weitere Zeugen und Beweise wurden und werden nicht zugelassen.

Das Schlimmste ist, dass die Europäer dem Sündenbockprinzip auch immer mehr frönen.
Siehe Libyen. 20.000 Einsätze, 8500 Bombardements oder noch mehr?

Und jetzt dieses moralische Elend: Das angekündigte Veto gegen einen Palästinenserstaat. Geht’ s noch jämmerlicher? Könnte der Kaiser noch nackter sein?

Ich trete aus aus dieser werten Gemeinschaft.

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5 Antworten zu “Austrittserklärung aus der „Westlichen Wertegemeinschaft“ – Oder: Macht euren Dreck alleine!”

  1. Magnus Göller sagt:

    Genau.

    “Im Zweifel gegen den Angeklagten”: Das ist das Rechtsverständnis dieser “Wertegemeinschaft”.

    Bomben für den Frieden.

    Befreiung durch Massenmord.

    Foltern für die Menschenrechte.

    Undsoweiter.

  2. sadhu sagt:

    Ramram

    ja … ganz genau … nur so gehts … aufhören mit dem elendigen monopoli spielen – auch wenn man einige pfründe verliert … auf der anderen seite gewinnt man sein leben … und zwar im aufrechten gang

  3. Peter Wolf sagt:

    ^Schön historischanalytisch erkannt !Klare Objektive Sichtbetrachtungen sind in diesen Zeiten selten zu lesen !!! Ich danke Ihrer Analyse teilhaftig gewesen zu sein ! Einer subsummarischen Erkenntiserweiterung der Zusammenhänge ist die Betrachtung mafiöser Strukuren ….und derer Wollensweise………..eine Präanalytikerin dessen ist in meinen Augen U. Meinhof..

  4. Wanderer sagt:

    “Ich trete aus aus dieser werten Gemeinschaft.”

    … bin schon ausgetreten xD

  5. chris79eu sagt:

    Am 30.09.2011 ließ Obama die ersten zwei US-Bürger (Anwar al-Awlaki und Samir Khan) mittels militärischen Drohnen in der Provinz Marib im Staate Jemen gezielt töten. Zuvor hatte das US-Justizministerium ein rechtliches Konstrukt formuliert, dass diese Machenschaft legitimieren sollte.

    Drei Argumente genügen, dass es künftig andere auch treffen wird:

    - Sie stellen eine unmittelbare Bedrohung für andere Amerikaner dar.
    - Sie haben sich in einem bewaffneten Konflikt dem Feind angeschlossen.
    - Sicherheitsapparate sehen keine Möglichkeit, Sie festzunehmen.

    Trifft das auf Sie zu? Dann schauen sie des Öfteren in den Himmel. Die 100 Pfund Hellfire- oder 35 Pfund Scorpion-Raketen sind schnell. Bevor Sie diese hören, sind Sie schon tot!

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