Crash, Chaos, Chance! Erfolgreiche Strategien in der Krise (3)

Nach dem Applaus zu urteilen, den Prof. Eberhard Hamer vom Mittelstandsinstitut Hannover nach seinem Vortrag in Fulda einheimste, hätte er gute Chancen gehabt, zum Bundespräsidenten gewählt zu werden, hätte man denn die Chance zur Direktwahl gehabt.

Hamer gehört einer ähnlichen Generation wie Prof. Hankel an, erfreut sich ähnlicher Vitalität und genießt zudem sichtlich das Privileg seines Alters: Ohne falsche Scheu Klartext sprechen zu können.

So geißelte er ein ums andere Mal die “Schuldzinsknechtschaft”, die ganze Länder in Tributpflicht halte.

Die von der Fed in den USA ausgehende unvorstellbare Geldmengenausweitung sei eine neue Form der Welteroberung. Als wichtigstes Prinzip müssten die Schulden unbedingt aufrecht erhalten und Staaten auf keinen Fall in den Bankrott entlassen werden, um die Abhängigkeitssitation fortzusetzen.

Hamer kritisiert die derzeitigen Bankenrettungen bzw. Länderrettungen: Konkurs von Banken und Bankrott von Ländern solle auf Biegen und Brechen verhindert werden, um die Verschuldung aufrechtzuerhalten. Die Haftungsübernahme in der EU durch die Bürger  (Schulden-, Haftungs- und Fiskalunion) sei von der US-Hochfinanz ausdrücklich gewünscht.

In den USA selbst übernehme jedoch kein Bundesstaat die Schulden eines anderen Bundesstaates.

Staatskonkurse seien wünschenswert. Chile und Argentinien hätten gezeigt wie es geht. Danach sei ein neuer Anfang möglich geworden, die Staaten hätten sich entschuldet.

Hamer sieht die EZB auf dem Wege der Fed: Schulden würden in Geldmengen “ertränkt” (Theorie der Überflutung). Damit und auch mit dem geplanten ESM werde Zeit für die Banken gewonnen. Sobald der ESM unterschrieben sei, werde man Griechenland Pleite gehen lassen, so die Prognose Hamers …

Hamer sieht ebenfalls Kriegsgefahr, da die Versuchung bestehe, durch Krieg (z. B. gegen den Iran) das Schuldenproblem zu überdecken. In Kriegszeiten spielten Schulden plötzlich keine Rolle mehr, denn sie wurden durch die Kriegsbeute bezahlt. Es kam jedoch wegen der gesteigerten Kriegsproduktion immer zu einer wirtschaftlichen Scheinblüte, nach dem Krieg dann zu einer Inflation bzw. Währungsreform.

Hamer hat für die Gesamtlage eine pessimistische Prognose: Das derzeitige Sparen würde die Wirtschaft schlicht abwürgen.

Sowohl durch Schuldenorgien und anschließende Geldschwemmen als auch durch einen eventuellen Krieg komme es letztlich zur Inflation und anschließend zur Währungsreform.

Für den Einzelnen sei es wichtig, möglichst keine Schulden zu haben. Im Falle eines bestehenden Hypthekenkredites sei es wichtig, seine Bank zu fragen, ob diese den Kredit noch im Bestand oder weiterverkauft hätte. Im letzteren Fall könne man Widerspruch einlegen.

Im schlimmsten Fall sei es wichtig, immer Silber für Kleingeld zu haben. Er erläutert weiterhin das Wechselspiel von Aktien und Gold so: Immer wenn die Aktien fallen, sollte man Gold kaufen, sobald die Aktien anfangen wieder zu steigen, Gold verkaufen. Bei Goldaktien solle man darauf achten, dass sie nicht in einem Sammeldepot verwahrt werden, sondern in einem Einzeldepot. Hamer betont die Bedeutung von Landbesitz, für den er sich selbst auch entschied.

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Weitere Redner des Kongresses in Fulda waren der Assetmanager und Buchautor Dimitri Speck (“Geheime Goldpolitik”), der über das Wesen und die Entstehung von Blasen informierte und der Unternehmensberater und Autor Hans Wolff Graf.

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Nach diesem umfassenden Input kann man nur jedem wünschen, dass er auch das nötige “Kleingeld” für Gold, Silber und Landbesitz zur Verfügung hat …

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