Gestern Abend bei Maybritt Illner

Zufällig reingeschaut, es ging um’s Betreuungsgeld, Austausch der üblichen Positionen; des öfteren wird angeprangert, dass die eine Milliarde, die demnächst Eltern als “Anerkennung vom Staat” für ihre Betreuungsleistung bei ihren Kleinkinder erhalten, doch besser in den Ausbau von Kitas fließen sollte, von denen doch noch so viele fehlen, um den Rechtsanspruch der Eltern auch einzulösen zu können.

Eine Kitastelle wird mit ca. 1000 Euro vom Steuerzahler subventioniert gegenüber den 100 bzw. demnächst dann 150 Euro im Monat…

Was mich aber noch vielmehr erstaunte, war die Einförmigkeit der Diskussion.

Die Frage, wieso es überhaupt einen Rechtsanspruch gegenüber dem Staat geben soll: Wieso gibt es nicht auch einen Rechtsanspruch auf einen angemessenen Arbeitsplatz, Haushalthilfe, Pflegekraft, Putzfrau, einen Bauplatz, angemessene Wohnung, freies Wasser, freie Energie, freie Kleidung, freie Grundnahrungsmittel, wo ist der Anfang, wo das Ende der “Ansprüche”?

Sie sind per se ein absurdes Konstrukt und ein Kunstgriff, damit der Staat den Fuß in die Tür bekommt, in einen Bereich, der ihn im Prinzip gar nichts angeht.

Der Anspruch, den der Bürger angeblich hat, ist nur der gespiegelte Anspruch, den der Staat selbst bekommen möchte.

Niemand stellte die naheliegende Frage zum Thema: Wie kommt es, dass die deutsche Regierung im Namen ihrer Bürger Milliarden und Abermilliarden an Bürgschaften für Banken und Staaten übenimmt, die sich scheuen ihr Risiko in der Marktwirtschaft zu übernehmen und die Folgen für evtl. Fehlentscheidungen zu tragen?

Warum wurde nur dieses alberne Trinkgeld für Eltern abgemahnt? Wie eng ist das Gesichtsfeld?

Nimmt man die demographische Dimension dazu, ist das Finanzgebaren der deutschen Regierung im höchsten Maße selbstzerstörerisch und auf Kosten der Zukunftschancen künftiger Generationen: Nicht nur steht demnächst ein Beitragszahler einem Rentenempfänger gegenüber, auf den Schultern dieses jungen Beitragszahlers werden zusätzlich auch noch die die Schulden und Zinsen von Banken und Staaten lasten, die unsere Regierung dort im Eurowahn abgeladen hatte.

Die Frage ist doch vielmehr: Warum befreit ein Staat, dessen Bevölkerung sich offensichtlich in einer “Todesspirale” befindet, seine Familien nicht komplett von Steuern, bis die Kinder jeweils 18 Jahre alt sind oder ihre Ausbildung/Studium abgeschlossen haben? Dann müsste nicht mehr über alberne Staatsalmosen geredet werden, die der Staat vorher den Bürgern aus der Tasche gezogen hat. Die Bürger könnten selbst Betreuung und alles organisieren, was jeweils notwendig erscheint.

Das schließt die Forderung nach angemessenen Gehältern ein, von denen eine Familie gut leben können muss, und zwar auch von einem Gehalt, wenn die Kinder eine Zeit lang mal wichtiger sein sollten, als dem Mammon nachzujagen.

Aber diese Fragen und Forderungen scheinen infolge einer offensichtlichen Konditionierung des Denkens gar nicht mehr gestellt zu werden.

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3 Antworten zu “Gestern Abend bei Maybritt Illner”

  1. [...] http://becklog.zeitgeist-online.de/2012/11/23/gestern-abend-bei-maybritt-illner/: … es ging um’s Betreuungsgeld, Austausch der üblichen Positionen; des Öfteren wird angeprangert, dass die eine Milliarde, die demnächst Eltern als “Anerkennung vom Staat” für ihre Betreuungsleistung bei ihren Kleinkindern erhalten, doch besser in den Ausbau von Kitas fließen sollte, von denen doch noch so viele fehlen, um den Rechtsanspruch der Eltern auch einzulösen zu können. [...]

  2. Tai Fei sagt:

    Die heutige Diskussion ums Betreuungsgeld und Kitaplatz für unter 3 Jahren hat eine lange Vorgeschichte und imho eine völlig andere Grundlage als offiziell zugestanden wird. Sie beginnt bereits mit der Einführung des Elterngeldes 2007. Das Betreuungsgeld wird demnächst wohl in die gleiche Kerbe schlagen. Es wird definitiv nicht den H4-Empfängern zur Verfügung stehen. Wer es sich leisten kann wird sein Kind sicher nach wie vor NICHT im Alter unter 3 Jahren in eine Kita geben. Es werden dann also genügend Plätze für H4-Empfänger vorhanden sein. Damit stehen die Mütter (nun sogar Alleinerziehende) dem Arbeitsmarkt zur Verfügung. DAS ist die Hauptintension hinter dem Betreuungsgeld.

  3. Gassenreh, Jakob sagt:

    So toll sind Krippen für 0 – 3jährige Kleinstkinder nicht, für die seltsamerweise linke und gewerkschaftsnahe Parteien als auch Wirtschaftslobbyisten (Arbeitgeberpräsident HUNDT; Präsident von Gesamtmetall DULGER) wie wild trommeln: „Befreit die Mütter von ihren Kindern und fesselt sie an die Maschinen“
    Nicht nur die Familie, sondern vorallem die Schwächsten, die Kinder, werden möglicherweise ernste Probleme bekommen und damit die Zukunft unseres Volkes.
    Ausgerechnet diejenige Partei, die sich für die Schwachen einsetzen will, argumentiert reflexhaft gegen das Betreuungsgeld und trifft damit die Schwächsten der Gesellschaft.
    Die Krippe scheint eine Einrichtung zum Wohlergehen von Erwachsenen zu sein, denn ein bezüglich der sehr frühen Krippenaufbewahrung nicht ausreichend beachtetes Problem (neben zu befürchtender erhöhter Stresshormonausschüttung infolge “learned helpnessless” und Wachstumshormonmangel infolge reduziertem Langsamen-Wellen-Schlaf in der Krippe) ist die mögliche Störung bzw. Verzögerung der frühkindlichen Sprachentwicklung. Ein wichtiger Unterschied zwischen Tier und Mensch ist die Sprache auch als Basis des Denkens. Mangelnde primäre (besonders 0 – 1,5 Jahre) frühkindliche Sprachentwicklung hat oft die Folge von Lese- und Rechtschreibstörungen und letztlich ungünstiger kognitiver Entwicklung.
    Dadurch ist zu erwarten, dass die wichtigste Resource, welche unser Volk besitzt, nur ungenügend sprachlich und kognitiv entwickelt geerntet wird. (Siehe Ärztereport der Barmer Ersatzkasse vom Januar 2012 mit bereits jetzt schon ca. 40% sprachgestörten Kindern im Alter von 5-6 Jahren (Gründe: Zunahme Tagesmütter: 2006 ca. 14%, bereits 2010: 23%;; enorme Lärmpegel in Kitas); logopädische Behandlungskosten etwa 1 Milliarde Euro).
    Warum heißt es Muttersprache und nicht Vatersprache?
    Bereits ab der 20. Gestationswoche hört der Foet im Mutterleib flüssigkeitsangekoppelt die Mutterstimme und ist nach der Geburt massiv darauf fixiert, sodass eine längere (max. bis zu 3 Jahren) dyadenspezifische Beziehung zwischen diesen beiden Personen notwendig ist, zumal in diesem Zeitraum zumindest zwei kürzere Phasen besonders begierigem Sprechlernen des Kleinkindes individuell verschieden auftreten (siehe “Vergewaltigung der menschlichen Identität; über die Irrtümer der Gender-Ideologie”)

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