Bonn-Bad Godesberg sagt Syrienbenefiz der Salafisten ab

Am Ostersonntag sollte es in der Stadthalle Bonn-Bad-Godesberg eine Benefizveranstaltung der Salafisten zugunsten Syriens geben, bei der u. a. so bekannte Gestalten wie die Prediger und Koranverteiler Ibrahim Abu Nagie, Abu Dujana und Ex-Boxer Pierre Vogel erwartet wurden. Der Pächter der Halle hatte der islamkritischen Partei Pro-NRW 2010 einen Mietvertrag verweigert, den Islam-Fundamentalisten jedoch die Halle vermietet.

Das führte zu Unmut, jedoch nicht nur bei der Partei, deren Vorsitzender unlängst von Fanatikern für einen Anschlag ausgewählt worden war, sondern auch bei der örtlichen Bevölkerung, die nach der gewalttätigen Demo letztes Jahr in Lannesdorf nahe der King-Fahd-Akademie erst einmal die Nase voll hatte von religiösem Remmidemmi.

Nun ist der Vertrag also gekündigt. Sicher auch vor dem Hintergrund, dass erst vergangenes Wochenende in nur 15 Minuten Entfernung des BKA mitsamt ihres Bonn-Meckenheimer Terrorabwehr-Kompetenz-Zentrums in einer Salafisten-Wohnung in Bonn-Tannenbusch scharfer (also nicht milder) Sprengstoff gefunden und noch an Ort und Stelle zur Explosion gebracht wurde.

Besorgte Bürger hatten nun gegen das anstehende Syrien-Benefiz-Event in Anrufen und E-Mails bei den Behörden protestiert. Dabei haben doch die Salafisten schlicht und ergreifend nur die Ansicht, es sei eine Pflicht in Syrien zu helfen. Dort einzugreifen, Assad, den Ungläubigen, davonzujagen.

(Anmerkung: Abu Dujana kämpft nicht mit einem Geschirrtuch, sondern mit der religiösen Kopfbedeckung für einen “Sheik”.)

(Achtung, phonetischer Hinweis: Es heißt nicht: “… wenn wir unsre Oma sterben sehen”, sondern “wenn wir unsre Umma sterben sehen”)

(Anmerkung: Die deutschen Salafisten benutzen die Schauerbilder der von radikalen Glaubensgenossen in Syrien ermordeten Kinder.)

Die Salafisten-Videos überbringen eine einfache, schwarz-weiße Botschaft: Assad lässt Frauen massenweise vergewaltigen, Menschen verhungern, Kinder werden dahingeschlachtet. Das letzte Video zeigt minutenlang Bilder von el-Houla. (Beim dortigen Massaker wurden jedoch Kinder aus regierungstreuen Familien ermordet; siehe u. a. den  Bericht der FAZ vom 13.6.2012)

Die deutschen Behörden zeigten Verständnis für die Ängste der Bad Godesberger Bevölkerung vor den wilden, steinzeitlich anmutenden, religiösen Rauschebärten, die Geld für die syrischen Rebellen einsammeln wollten, “und sei es nur eine halbe Dattel”.

Schade um das Salafisten-Event! Ich hätte es mir gerne angesehen. Denn die deutschen Gotteskrieger tun und sagen doch im Prinzip nichts anderes, als unsere Regierung tut und veranlasst: Sie verkauft uns dasselbe Schwarz-weiß-Bild und hat zwar Verständnis, wenn deutsche Menschen vor salafistisch-explosiven Glaubenswelten Angst haben, unterstützen diese jedoch in Syrien und hat kein Verständnis, wenn z. B. die Bevölkerung von Aleppo sich seit zwei Jahren demselbem Steinzeitislam verweigert und unverdrossen wieder und wieder gegen die Umtriebe der Dschihadis demonstriert.

Aleppo: “We want FSA out”

(Zwei Videos von Anti-FSA-Demos in Aleppo, man beachte die syrische Flagge mit den zwei grünen Sternen, die Rebellen-Flagge hat rote Sterne …)

Mit deutschen Steuergeldern bezahlt, kreuzt ein BND-Spionageboot mit modernster Aufklärungstechnik seit langem vor der Küste Syriens und verfolgt Truppenbewegungen bis zu 600 km ins Landesinnere hinein. “Der BND reiche die gewonnenen Erkenntnisse, etwa über militärische Einsätze der Assad-Armee, an amerikanische- und britische Partnerdienste weiter. Von dort aus gelangten auch Informationen an die syrische Befreiungsarmee“, so die FAZ vom 19.8.2012.

Daher hätte ich mir in Bad Godesberg auch konsequenterweise mehr Toleranz gewünscht: Beim Ausleben von so vielen Gemeinsamkeiten mit mehr Erkenntnisfreude den gemeinsamen Nenner findend, salafistische Lebenswelten auslotend, um mit mehr Mut zu der Propaganda zu stehen, die man doch ohnehin aus berufenem und unberufenen Munde ständig zu hören bekommt,

Wie schade, eine weitere Chance zur Integration wurde vertan. Dabei hätte ich es mir so guuut vorstellen können: Die Takviehristen und BKA/BND haken sich unter, haben sich alle gaaanz lieb und rufen: Gemeinsam stehn wir Hand in Hand gegen Assads Syrerland!

P. S.: Spaß beiseite: Der Pro-Partei hätte man seinerzeit selbstverständlich einen Saal der Stadthalle vermieten sollen. Die Menschen in unserem Lande sind erwachsen genug, sich selbst eine politische Meinung zu bilden. Eine schützende “Glasglocke” war daher völlig überflüssig.

Den islamischen Benefizlern hätte man gleichermaßen eine Halle vermieten sollen. Die Menschen in unserem Lande sind erwachsen genug, um sich selbst eine religiöse Meinung zu bilden. Eine schützende “Glasglocke” war daher völlig überflüssig. Keiner ist schließlich gezwungen, zu der Veranstaltung zu gehen …

Zuletzt hätte ich mir einen Infostand des BKA vor der Stadthalle gewünscht. Die Meckenheimer Herren der Forschungs- und Kompetenzzentrums hätten der interessierten Bevölkerung die Frage beantworten können, wieso für arabische und nordafrikanische Salafisten der Schengen-Raum für ihre Einreise nach Deutschland faktisch offensteht.

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Eine Antwort zu “Bonn-Bad Godesberg sagt Syrienbenefiz der Salafisten ab”

  1. Holger sagt:

    Da wir nun auf das Salafisting verzichten müssen, könnten wir doch die gewonnene Zeit für eine Demonstration gegen Rechts nutzen. Bis der letzte Einheimische von Fachkräften ge-Daniel-t wird. Kann bald nicht mehr lange dauern.

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