10 Jahre 2. Irakkrieg, 23 Jahre 1. Irakkrieg – unheimliche Parallelen zu 2013

Dieser Tage “begehen” wir den 10. Jahrestag des 2. Irakkriegs 2003. Und der 1. Irakkrieg? Es drängen sich beunruhigende Parallelen zur aktuellen angespannten “Vorkriegslage” auf.

1990 entbrannte ein Streit zwischen dem Irak und Kuwait. Saddam Hussein klagte das Nachbarland an, in seine Ölfelder hineingebohrt zu haben, eine Angabe, die sich im Prinzip später als richtig erwies. Saddam marschierte in Kuwait ein.

Präsident Bush (Vater) wollte dies nicht dulden, die amerikanische Öffentlichkeit war jedoch nicht für einen Krieg um das unbekannte Kuwait zu begeistern.

So kam es zu einer Zeugenaussage einer 15-jährigen Kuwaiterin im US-Kongress, die historisch  wurde: Das folgende Video zeigt nach ein paar Momenten die Schlüsselszene.

Später kam heraus, dass die Darstellerin die Tochter des kuwaitischen US-Botschafters war, die von einer PR-Agentur beraten wurde. Mithin war die Geschichte von den aus den Brutkästen gerissenen Babys eine Lüge, jedoch entscheidend für die erfolgreiche Mobilisierung und Emotionalisierung der Öffentlichkeit.

In den USA gibt es jährlich einen Poetry-/Gesang-Wettbewerb namens “Brave New Voices”, der jungen Talenten die Chance gibt auf die Bühne zu gehen und ihr Kunst vorzustellen. Letztes Jahr gewann in Denver, Colorado u. a. eine Syrerin mit beträchtlichem Schauspielertalent den Wettbewerb und macht jetzt als “tapfere Stimme” von sich reden. Ein brutal-hysterischer Auftritt in einer Situation, in der wieder einmal eine indifferente Öffentlichkeit von der Notwendigkeit einer Intervention in Syrien nach der Libyen-Vorlage überzeugt werden soll …

Dann 2003 die angeblichen Massenvernichtungswaffen Saddam Husseins, die zum 2. Irakkrieg führen sollten … Mittlerweile weiß alle Welt, dass dies eine gigantische Lüge war, die Verantwortlichen sind jedoch nicht einmal verbal zum Einlenken bereit.

Das nachfolgende Video zeigt George W. Bush bei einem Dinner für Politiker, wo er eine Showeinlage zum Thema WMD (Weapons of Mass Destruction) macht: Einige Dias zeigen die “komische” Suche nach den WMDs unter dem Teppich und in anderen Ecken des Oval Office. Das Publikum wiehert!

Bill Kristol, Mitglied der neokonservativen Kriegstreiber-Kabale und Mitbegründer des berüchtigten “Project for a New American Century”  (PNAC) wird in einer Fernsehsendung von einem Anrufer gefragt, ob er sich für die publizistischen Lügen und Erfindung von Vorwänden entschuldigen werde, die tausenden von US-Soldaten das Leben kosteten. Man beachte sein breites Grinsen bevor er den Anrufer abschlägig bescheidet …

Und wer erinnert sich eigentlich noch an Bill Clinton, der im Dezember 1998 einen fünftägigen Bombenangriff auf den Irak durchführte, bei dem er mehr Raketen als im 1. Golfkrieg abfeuern ließ. Begründung: Saddam Husseins Nuklear-, chemische und biologische Waffen!

Seit letztem Jahr wird nun bereits nach dem bewährten Rezept auch in Syrien gekocht. Die Medien hypten wiederholt das Thema Chemiewaffen, die Assad vorhabe, entweder selbst zu benutzen oder die in der Gefahr seien, “in die falschen Hände zu fallen”.

Ein Chemiewaffen-Angriff auf Bewohner eines Stadtteils in Aleppo vor zwei Tagen, bei dem 25 Menschen starben und viele verletzt wurden, soll nun offensichtlich die gut geölte Maschinerie wieder in Gang setzte: Dazu wurde spontan behauptet, die syrische Regierung habe einen Raketenangriff auf das eigenen Volk durchgeführt, ein sog. Stichwort für einen durch die Medien eingeübten “anerzogenen auslösenden Mechanismus” (im Gegensatz zum “angeborenen auslösenden Mechanismus”), der seit Libyen reflexartig zu immer neuer Anwendung kommt.

Die syrische Regierung bat die UNO um eine unabhängige Untersuchung des Vorfalls und erneuerte ihre Garantien, dass sie ihre Chemiewaffen nie einsetzen werde. Sie erklärte, die Chemikalie (Chlorin) sei von Rebellen vor vier Monaten aus einer privaten Chemikalienfabrik in Aleppo entwendet worden. Umsonst! Die US-Medienmaschine ist bereits angelaufen und ruft unverhohlen zum Krieg gegen Syrien auf, natürlich zum Wohl der Menschen dort.

CNN, wie immer vorpreschend, präsentiert Pseudo-Experten a la Mike Rogers: “Ich habe eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Chemiewaffen verwendet wurden.” (Er erwähnt auch noch völlig übertriebene Zahlen im Zusammenhang mit Saddam Husseins Vorgehen gegen die Kurden und hängt den offiziellen Opferzahlen für Propagandazwecke einfach eine Null an).

Dianne Feinstein, kalifornische Senatorin, bekanntes Mitglied der US-Israel-Lobby und ebenfalls “Syrien-Spezialistin” tutet ansatzlos in Rogers Horn.

James Stavridis, der SACEUR, also der NATO-Oberbefehlshaber in Europa, krempelt sich, publizistisch derart abgepolstert, bereits die Ärmel hoch, tritt vor die Presse und kündigt die Vorbereitung weitreichender Operationsszenarien für Syrien an. Er rief dazu auf, sich in Syrien für ein Libyen-Szenario bereit zu machen.

Ein Nahostkriegs mit guten Chancen sich zum 3. Weltkrieg zu entwickeln, wäre eine angemessen zynische Begehung des 10. Jahrestages des 2. Irakkriegs!

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