Französische Polit-Elite: Finanzvergehen a la grande (nation)?

Sarkozy heißt Gaddafi in Paris willkommen (Screeenshot RT)

Finanzvergehen, etwas unschöner ausgedrückt: Beihilfe zur Veruntreuung, Vorteilsnahme zu Ungunsten Schwacher, Schwarzgeld-Konten, bizarre Wahlkampfspenden, Hausdurchsuchungen, Gerichtsverfahren …

Die politische Elite der Grande Nation ist angeschlagen:

Nicolas Sarkozy:
Verdacht, er ließ sich seinen Wahlkampf von Gaddafi bezahlen (vgl. “The Guardian” vom 12.3.20 12)! Auf der Suche nach Beweisen, durchsuchte die französische Polizei jetzt auch das Büro des Ex-Innenministers Claude Gueant. Die Nachrichtenagentur “Mediapart news agency” hatte behauptet, Nicolas Sarkozy habe von Muammar al-Gaddafi 2007 nicht weniger als 50 Millionen Euro für seinen Wahlkampf angenommen und auch nach seiner Wahl noch weiteres Geld akzeptiert (vgl. RT vom 1.3,2013).

Kaum war Sarkozy gewählt, wurde Gaddafi nach Paris eingeladen, durfte in der Nähe des Elysée Palastes sein Wüstenzelt aufschlagen und wurde offiziell als “Bruder Führer” belobigt.

Bereits 2011 hatte der Fernsehkanal “euronews” mit Gaddafis Sohn Saif al-Islam ein Interview abgehalten:

euronews: “Frankreich hat als erstes Land den Revolutionsrat in Libyen anerkannt. Wie stehen Sie dazu und zu Präsident Sarkozy?”

Saif al-Islam Gaddafi: “Sarkozy muss das Geld zurückzahlen, das wir ihm zur Finanzierung seines Wahlkampfes gegeben haben. Wir haben seinen Wahlkampf finanziert, wir haben detaillierte Belege dafür und sind bereit, alles preiszugeben. Das erste, was wir von diesem Clown wollen, ist also unser Geld. Wir haben es ihm gegeben, weil er dem libyschen Volk geholfen hat. Aber er hat uns enttäuscht. Gib uns das Geld zurück. Wir haben alle Details hier, die Bankkonten, die Überweisungsformulare, und wir werden das alles bald veröffentlichen.

Bekanntlich war Frankreich das erste Land, das 2011 seine Jagdbomber gegen Libyen aufsteigen ließ …

Sarkozys aufrechter Charakter darf aber auch bezweifelt werden hinsichtlich seines Verhaltens wehrlosen, dementen, alten (aber reichen) Damen gegenüber: Vergangenen Donnerstag wurde offiziell ein Verfahren gegen ihn wegen “Missbrauch von Schwachen” eingeleitet.  Die damals 85-jährige L’Oréal-Erbin Liliane Bettencourt, die reichste Frau Frankreichs, soll 2007 ebenfalls von Sarko für seinen Wahlkampf um Geld erleichtert worden sein. Im Juli letzten Jahres wurde beim französischen Ex-Präsidenten deswegen bereits eine Hausdurchsuchung durchgeführt.

Und weiter geht’s:

Hollandes Finanzminister Jerome Cahuzac musste gestern zurücktreten: Verdacht der Steuerhinterziehung. Das Internet-Portal “Mediapart” hatte schon im Dezember letzten Jahres mit Enthüllungen aufgewartet, Cahuzac habe bei der Schweizer Großbannk UBS ein Schwarzgeldkonto unterhalten, dieses erst 2010 geschlossen und sein Geld anschließend nach Singapur gebracht. Cahuzac ist Besitzer einer Klinik für Schönheitschirurgie und soll auf den dem Fiskus bis dato unbekannten Konten von pharmazeutischen Labors Geld erhalten haben. (vgl. GA Bonn vom 21.3.2013). Rivalen und die geschiedene Ehefrau des sozialistischen nunmehr Ex-Finanzministers sollen den Stein der Untersuchungen ins Rollen gebracht haben …

Ach ja, und Madam Christine Lagarde:
Die derzeitige Chefin des Internationalen Währungsfonds musste ebenfalls eine Hausdurchsuchung in ihrer Pariser Privatwohnung über sich ergehen lassen. Lagarde soll in ihrer Zeit als französische Finanzministerin dem Geschäftsmann Bernard Tapie, einem Sarkozy-Wahlkampf-Unterstützer, finanziell mit 285 Millionen Euro aus der Staatskasse unter die Arme gegriffen haben, als dieser mit einer staatseigenen Bank in einen Rechtsstreit wegen des Verkaufs seines Adidas-Imperiums stand. Vorwurf an Lagarde: “Beihilfe zur Veruntreuung öffentlicher Mittel”.

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