Snowden-Verdacht: Flugzeug mit bolivianischem Präsidenten an Bord zur Landung gezwungen

FAB-001

Bolivianischen Maschine FAB-001 mit Evo Morales an Bord, Foto: ABI

…und am Wiederauftanken gehindert.

Wie die bolivianische Nachrichtenagentur ABI (Agencia Boliviana de Información) meldet, wurde gestern ein Flugzeug mit dem bolivianischen Präsidenten Evo Morales an Bord während des Fluges zur Landung gezwungen. Offensichtlich vermuteten die USA und andere, der Enthüller Edward Snowden sei auf dem von Moskau kommenden Flug mit Ziel La Paz, was nicht der Fall war.

Hier die Übersetzung der Oiginalmeldung:

La Paz, 2. Juli 1013. Bolivien prangerte am Dienstag an, dass das Leben des Präsideten Evo Morales in große Gefahr war, da Portugal und Frankreich (!) unerklärlicherweise in letzter Minute und schon während des Fluges die eigentlich vorgesehene Erlaubnis für den Rückflug von Moskau nach La Paz widerriefen  im Zusammenhang mit unbegründeten Verdächtigungen, dass der amerikanische Ex-Geheimdienstagente Edward Snowden an Bord sei, wie Washington behauptete.”

Mit anderen Worten: Frankreich und Portugal sperrten mitten im Flug ihren Luftraum für das Präsidentenflugzeug, sodass es aus Sicherheitsgründen in Österreich landen musste.

Einer weiteren Meldung  ABIs zufolge hatten auch Spanien und Italien ihren Luftraum gesperrt, Spanien erteilte dann aber nach einigen Stunden eine Erlaubnis.

Und weiter:

“‘Portugal und Frankreich müssen uns die Anullierung erklären. Obendrein war das Flugzeug ein französisches, die Piloten in Frankreich ausgebildet.

Man möchte uns einschüchtern, es handelt sich um eine Diskriminierung unseres Präsidenten. Sein Leben wurde in Gefahr gebracht’, empörte sich der bolivianische Kanzler David Choquehuanca während einer Konferenz in La Paz.

Wegen der unerwarteten Anullierungen der Erlaubnis im Luftraum und auf den Flughäfen Frankreichs und Portugals zu operieren, musste das Flugzeug einen alternativen Flughafen suchen, da es schon fast dreieinhalb Stunden von Moskau entfernt in der Luft war und musste ‘notfallmäßig’ auf dem Flughafen von Wien landen.

Das Kanzleramt in La Paz hatte zuvor, um dem Druck auszuweichen, eine Erlaubnis von Spanien für das Regierungsflugzeug Boliviens erhalten, den Luftraum der Kanarischen Inseln zu nutzen.”

In einer Aktualisierung der ABI-Meldung bedankt sich Bolivien ausdrücklich bei Spanien, das sich breit erklärt habe, das Flugzeug des Präsidenten auf den Kanarischen Inseln auftanken zu lassen. Ein wütender Choquehuanca sagte, die USA versuche mit Hilfe der CIA auf Biegen und Brechen Snowden einzufangen. Evo Morales geißelte den eklatanten Verstoß gegen die internationalen Luftverkehrsnormen.

Bolivien weist die Unterstellung zurück, blinde Passagiere zu transportieren und zeigt sich wütend darüber, dass man das Leben ihre Präsidneten in Gefahr brachte.

Offensichtlich wird bereits die Bereitschaft gefährlich, dem US-Whistleblower Asyl zu gewähren. Der venezolanische Präsident Nicholas Maduro sagte Russia Today gegenüber, er werde diese Entscheidung dem venezolanischen Volk überlassen.

“Wenn Snowden alleine steht, wird der zerstört. Aber welche Verbechen hat er begangen? Welche Bomben hat er abgeworfen oder welche Raketen abgefeuert? Er versucht dagegen zu kämpfen, dass schwache Länder kontrolliert werden. Deshalb teilen wir die Meinung dieses jungen Mannes und Snowden zu schützen, wird den Frieden beschützen.”

Warum wurde das Leben des bolivianischen Präsidenten in Gefahr gebracht? – wie es wieder und wieder heißt? Das Flugzeug hatte möglicherweise Probleme mit der Kerosinanzeige. Daher ist die Weigerung der vier EU-Staaten ihre Flughäfen zum Auftanken und  ihren Luftraum zur Verfügung zu stellen besonders brisant. Es wäre dann eher eine Notlandung gewesen als eine “erzwungene” Landung.

Hier ein Audio vom Gespräch des bolivianischen Piloten mit dem Tower in Wien. Der Fluglotse fragte: “Brauchen Sie Hilfe, brauchen Sie irgendeine Hilfe bei der Landung?” Pilot: “Jetzt noch nicht. Wir können keine Anzeige für die Treibstoffanzeige bekommen, daher müssen wir landen.” Die Echtheit kann natürlich nicht überprüft werden, die Aufzeichnung wird jedoch bereits diskutiert.

Bolivian Airforce Flug in Echtzeit, Flug-Radar

 

 

 

 

 

 

 

 

Und hier kann man Evos Flugzeug bei dem erneuten Versuch sehen, Bolivien zu erreichen – in Echtzeit: Suerte Evo – todos somos Bolivia! Viel Glück Evo, wir sind alle Bolivien!

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Inzwischen wird auch in anderen Medien diskutiert, dass das Flugzeug des bolivianischen Präsidenten Probleme mit der Treibstoffanzeige hatte. Damit ist das Verhalten der europäischen Staaten, den Luftraum zu sperren und ihre Flughäfen nicht zur Verfügung zu stellen umso schändlicher! Bei der Ankunft in der Hauptstadt La Paz gestern wetterte Morales  gegen die USA, die er für seinen 14-stündigen Stopp auf dem Wiener Flughafen verantwortlich machte. “Es ist eine offene Provokation des gesamten Kontinents, nicht nur des Präsidenten…Ich bedauere das, aber ich muss sagen, dass sich einige europäische Länder vom nordamerikanischen Imperialismus befreien sollten”, sagte er. Gracias Evo! Tienes toda la razón!

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4 Antworten zu “Snowden-Verdacht: Flugzeug mit bolivianischem Präsidenten an Bord zur Landung gezwungen”

  1. Rudolf Steinmetz sagt:

    Bei diesem aufgebauschten Thema darf gelacht werden. Denn die BRD hat als nach wie vor besetztes Land unter Alliiertem-Rechts nichts zu melden und der Rest ist ein Gimmick der Spindocters, siehe: Snowden, ein CIA-Lockvogel? — von Webster Tarpley: http://www.politaia.org/allgemein/snowden-ein-cia-lockvogel-von-webster-tarpley/
    Webster Tarpley: WikiLeaks ursprünglich als CIA-Instrument gegen China gegründet: http://info.kopp-verlag.de/video.html?videoid=346
    Der Erfinder der Spindocters war der Neffe von SigmundFreud: Der Beginn des Doktor Spin: http://www.sueddeutsche.de/politik/die-geburt-der-pr-der-beginn-des-doktor-spin-1.929018

  2. Friederike Beck sagt:

    Der Blogbeitrag ging aber über Bolivien…

  3. Rudolf Steinmetz sagt:

    Ja, sicher. Aber Snowden und Konsorten sind die Leimrute bzw. der Hebel um solche Zwischenfälle zu bewerkstelligen. Augen auf, es wird IMMMER über die Banden gespielt!

  4. Friederike Beck sagt:

    Tut mir leid, ich kann Webster Tarpley nicht ganz folgen, Watergate u. WIkileaks müssen nicht mit Snowden über einen Kamm geschoren werden., Schon jetzt ist der positive Effekt . eine Dikussion etc u. geschärftes Bewusstsein die “Enthüllung” wert, auch wenn Vieles vor her schon bekannt war.

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