Besuch beim Heiligen Lotus

Der Besuch von botanischen Gärten, gleich in welcher Stadt, ist jederzeit empfehlenswert. Er ermöglicht zum Beispiel eine seltene Begegnung mit dem “Heiligen Lotus”. Er sieht von Weitem aus wie ein Tulpe, schön, edel und schlicht, wie er sich aus dem Wasser erhebt.

Nach buddhistischer Legende wuchs er aus dem Nabel des Wischnu, der auf dem Urmeer  (Padma = Lotus) schlief und hob sich empor mit dem darinneliegenden Universum, auf dessen Enthüllung man warten muss, bis eine der wachsigen Blütenblätter abfällt und eine Türe sich öffnet und den Weg in den Blütentempel freimacht.

Bei den Germanen symbolisiert die Weltenesche die Welt, die durch ihre Wurzeln mit den Unterwelten verbunden ist, in Asien ist es der Lotus, dessen Stengel die Weltachse symbolisiert, welche die Erde trägt.

Der Lotus wurzelt im schlammigen Untergrund, reckt sich aber zum Himmel und öffnet sich diesem schließlich in ungeahnter Schönheit und Reinheit. Der Lotuseffekt lässt allen Schmutz durch eine mit kleinen wachsigen Speespitzen besetzte Oberfläche abperlen …  Hierüber sollte man Exerzitien betreiben.

Gautama Buddha wurde aus einer Lotusblüte geboren, das bekannteste Mantra des Buddhismus heißt “Om Mani Padme Hum”. Die lautliche Ähnlichkeit zwischen “Om” (der Klang des schwingenden Universums) und Odem, dem Lebenshauch, finde ich auffallend.

Des Lotus’ Samenkörner haben ein nahezu ewiges Leben: Sie bleiben in trockenem Schlamm unbegrenzt, tausende von Jahren, keimfähig.

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