Kriegstreiberei: MH 17 “A Game Changer?”

Im Zusammenhang mit dem tragischen Absturz des Fluges MH 17 (Flugstrecke von Amsterdam nach Kuala Lumpur) über ostukrainischem Territorium hörte man von Präsident Obama und einflussreichen Figuren der  US-Elite als unmittelbare Reaktion den Ausruf: “This is a game changer”!

Wie lautete eine angemessene deutsche Übersetzung dieses Ausdrucks?

Da wären

  1. Die Karten werden neu gemischt
  2. ein Wendepunkt
  3. starker Impulsgeber

als Möglichkeiten.

Inmitten eines ungeheuren Propagandatrubels der angelsächsischen Presse, der auch von der deutschen Medien, wenn auch in abgemilderter Form, mitgetragen wird, fällt es schwer, noch die Contenance und einen klaren Kopf zu behalten.

Genau dagegen haben sich einflussreiche Medien der westlichen Hemisphäre entschieden, wenn sie in ekelhaftester Kriegspropaganda-Manier Titel produzieren wie “Es war Putins Rakete” und daneben Bilder von süßen Babys setzen.

Der Ausdruck “Game Changer” kommt bekannt vor. Wann hörten wir ihn zum letzten Mal? Richtig, im Zusammenhang mit Syrien. Im April 2013 kam Filmmaterial in Umlauf, das Angriffe des “Assad-Regimes” auf die syrische Zivilbevölkerung mit Sarin-Gas behauptete. Obama bezeichnete dies damals als “gamer changer”.

In großer Hast, ohne irgendwelche Untersuchungen abzuwarten, wurden Konsequenzen gefordert, was dann im August und September in Forderungen bzw. der Ankündigung von gezielten Luftschlägen gegen Damaskus mündete und damit die Welt an den Rande eines die Region sprengenden Krieges brachte.

Aus dieser “Game Changer”-Sackgasse und der angeblich überschrittenen “roten Linie” befreite Russland die Welt vor einem Jahr, als der russische Außenminister Lawrow sofort die Chance ergriff, die ein wie immer leicht verwirrter US-Außenminister Kerry eröffnet hatte, als er auf einer Pressekonferenz sinngemäß sagte, ja, wenn die Syrer die Chemiewaffen abgäben, was sie sicher nicht machen würden …

Die Welt konnte aufatmen, die Kriegstreiberclique war vorest schachmatt. Vorerst …

Im Mai dieses Jahres dann der 400-Milliarden-Dollar-Russland-China-Deal über die Lieferung sibirischen Erdgases nach China über 30 Jahre.

Charles Krauthammer nannte den Deal einen … “Game Changer“. Krauthammer, Zionist, Publizist, Washington-Insider, Mitglied und Sprachrohr der kriegstreiberischen US-Eliten, tobte. Die US-Ukraine-Politik sei im Eimer: “Der Russland- China-Deal macht sich über die Angeberei der USA lustig, wegen der Ukraine Russland isoliert zu haben.

Das Zusammengehen der beiden anti-westlichen Führungsmächte markiere “eine große Veränderung im globalen Gleichgewicht der Kräfte“: Krauthammer bemerkt einen historischen Übergang von der Unipolarität zur alten Bipolarität des Kalten Krieges – nur dass es jetzt zwei gegen einen stehe – und charakterisiert die neue Situation so: “Nicht ein Kampf bis zum Ende, jedoch ein Kampf – um Herrschaftsgebiet und Vorherrschaft.”

Vor wenigen Tagen dann ein weiterer Paukenschlag-”Game Changer” (vgl. Economic Times), als die BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) die Gründung einer eigenen Entwicklungsbank in Konkurrenz zur Weltbank und dem Internationalen Währungsfonds beschlossen. Das geht nun ans Eingemachte der weltweiten Finanzdominanz der bisherigen Eliten, denen die Welt bis dato schutzlos ausgeliefert war.

Braucht die strauchelnde Führungsmacht USA nun einen “Game Changer”, der endlich einmal wieder funktioniert, sprich die Möglichkeiten eines Kriegs und damit die Gelegenheit, durch Krieg dem Finanzdesaster zu entkommen?

Schon einen Tag nach der Flugzeugtragödie kamen bekannte Figuren des einflussreichen Denktanks “Atlantic Council” in eine TV-Sendung zusammen, um den “Game Changer” zu diskutieren und zu überlegen, wie die Mächtigen das Blut der Opfer für sich ausnutzen könnten:

Ian Brzezinski: “This is clearly a ‘game changer’.” Ian Brzezinski ist niemand anders als der Sohn des bekannten US-Geostrategen und ehemaligen Sicherheitsberaters Zbigniew Brzezinski. Pikanterweise lässt er sich von seiner eigenen Schwester Mika Brzezinski interviewen. Ein anschauliches Beispiel für die Dominanz weniger, mächtiger US-Familien in Politik und öffentlicher Meinung.

Mika Brzezinskis erster Satz, eine Frage an den Experten Ian Brzezinski, ” … was wir bisher schließen könne, ob es die Russen selbst waren oder eine Rakete, welche die Russen an die Separatisten lieferten”… macht dieser eiskalten Kampfdrohne alle Ehre. Ihr Bruder Ian redet allen Ernstes von einer “russischen Invasion in die Ukraine“.

Bitte schauen sie sich das Video an, es ist wichtig, das Niveau des Hasses auf Russland und die hektische Betriebsamkeit zur Entfesselung eines Krieges bei den dafür verantwortlichen “Experten” einmal zu fühlen.

Ian Brzezinskis unmittelbare Forderung ist mehr Druck auf Europa zur Intensivierung des Wirtschaftskrieges gegen Russland (härtere Sanktionen) und die militärische Aufrüstung des Kiewer Regimes.

Dann wird Richard Nathan Haas, Chef des einflussreichen Council on Foreign Relations, zum “Game Changer” befragt. Er attestiert Wladimir Putin Intelligenz: “Putin mag Vieles sein, aber er ist sicher nicht dumm.” Interessant zu sehen, wie die Experten nunmehr von Tatsachen ausgehen, die noch gar nicht bewiesen sind und diese mit emotionalen Bildern unterlegen.

Richard Haas wendet sich zum Schluss an Merkel, die “wahre Führerin Europas”, sie müsse den Druck auf Russland erhöhen. Sieht Angela Merkel deswegen in letzter Zeit so gealtert aus? Wird sie immer weiter und immer mehr gegen deutsche Interessen handeln? Vermutlich ja.

Zum jetzigen Zeitpunkt kann noch niemand etwas Genaues sagen über die wahre Absturzursache von MH 17 sagen.

Verdächtig machen sich jedoch diejenigen, die ohne genaue Klärung der Tatsachen an der Eskalationsschraube drehen. Und sie bringen sich damit als eigentliche Täter bzw. Hintermänner und Hinterfrauen der Täter ins Gespräch.

Das russische Verteidigungs-Ministerium hat zehn Fragen zur Absturzursache an die ukrainischen Behörden übersandt. Diese Fragen, sind es wert zu lesen, und auf deren Beantwortung oder Nicht-Beantwortung sollte man achten:

Zehn Fragen an die ukrainischen Behörden

1. Unmittelbar nach der Tragödie beschuldigten die ukrainischen Behörden die Selbstverteidigungskräfte. Worauf basieren diese Anschuldigungen?

2. Kann Kiew genau erklären, wie es BUK-Raketenrampen in der Konfliktzone nutzt? Und warum vor allem wurden diese Systeme dort stationiert, angesichts dessen, dass die Selbstverteidigungskräfte keine Flugzeuge haben?

3. Warum tun die ukrainischen Behörden nichts, um eine internationale Untersuchungskommission einzusetzen? Wann wird eine solche Kommission ihre Arbeit aufnehmen?

4. Wären die Ukrainischen Streitkräfte bereit internationale Ermittler die Bestände ihrer Luft-Luft-Raketen und ihrer Boden-Luft-Raketen sehen zu lassen, einschließlich der in den Boden-Luft-Raketenstartrampen genutzten?

5. Wird die internationale Kommission Zugang bekommen zu den Verfolgungsdaten aus zuverlässigen Quellen bezüglich der Bewegungen ukrainischer Kampfflugzeuge am Tage der Tragödie?

6. Warum hat die ukrainische Flugkontrolle dem Flugzeug erlaubt, von der regulären Route nördlich in Richtung der „Antiterror-Operations-Zone“ abzuweichen?

7. Warum war der Luftraum über der Kriegszone nicht für zivile Flugzeuge gesperrt, besonders seit das Gebiet nicht vollständig von Radar-Navigations-Systemen abgedeckt war?

8. Wie kann das offizielle Kiew die Berichte in den sozialen Netzen kommentieren, von einem vermeintlichen spanischen Fluglotsen, der in der Ukraine arbeitet, dass zwei ukrainische Militärflugzeuge längsseits der Boeing 777 über ukrainischen Territorium flogen?

9. Warum hat der ukrainische Geheimdienst begonnen, mit den Aufnahmen der Kommunikation zwischen ukrainischen Fluglotsen und der Besatzung der Boeing zu arbeiten, ohne auf die internationalen Ermittler zu warten?

10. Welche Lehre hat die Ukraine aus dem ähnlichen Vorfall gezogen, als eine russische Tu-154 im Schwarzen Meer abstürzte? Damals stritten die ukrainischen Behörden jegliche Verwicklung der ukrainischen Streitkräfte in den Vorfall ab, bis unwiderlegbare Beweise die Schuld Kiews erwiesen.”

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7 Antworten zu “Kriegstreiberei: MH 17 “A Game Changer?””

  1. Birgit sagt:

    Danke für den objektiven Beitrag.
    Mittlerweile lassen sich die USA nichts Neues mehr einfallen, um Kriege auszulösen. Das Spielchen ist aber langsam für jedermann durchschaubar, weil es immer das selbe Strickmuster benutzt. Daß die USA schon lange verzweifelt versuchen einen Krieg zu beginnen, konnte man am Bsp. Syrien schon verfolgen. Danach kam das Haushaltdefizit letzten Sommer zu Höhepunkt, wo die amerikanischen Beamten wochenlang nicht mehr entlohnt werden konnten. War das ein Warnschuß der Finanzeliten? Wir alle müssen Sicherheiten vorweisen, wenn wir einen Kredit wollen. Muß Amerika neue Werte, Märkte und Rohstoffe erobern, um bei ihren Finanzhaien neue Kredite zu bekommen?

  2. Friederike Beck sagt:

    Guter Aspekt!

  3. fufu sagt:

    Die genannten Uebersetzungen fuer “game changer” sind alle nicht falsch.

    Aber ein Englischsprachler wuerde es gefuehlsmaessig anders, naemlich woertlich, einordnen : es aendert das “Spiel”. Und es zeigt wie diese Leute denken. 300 Tote sind nur eine spieltheoretiche Ueberlegung in ihren geopolitischen Interessen.

  4. Johnc716 sagt:

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  6. MH17: 47 Millionen Dollar für zweiten Edward Snowden…

    Noch immer ist unklar, wer für den Abschuss des Passagierfluges MH17 über dem besetzten Gebiet der Ukraine verantwortlich ist. Ein Privatermittler setzt eine hohe Belohnung aus, sieht sich aber auch mit gefälschten Beweisen konfrontiert. Auch Monate na…

  7. [...] Friederikes BECKlog: Kriegstreiberei: MH 17 “A Game Changer?” 2 Krisenfrei: Flug MH17 – es stinkt meilenweit nach False Flag 3 Querschüsse: Streit um [...]

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