Kriegstreiberei: MH 17 “A Game Changer” (II)

Hillary Clinton, die sich bereits warmläuft, um Obama im Amt zu beerben, war just am Tage der Flugzeugtragödie im New Yorker Studio bei Charlie Rose und konnte so als eine der ersten die schrecklichen Ereignisse kommentieren. Überraschenderweise (oder auch nicht, siehe vorheriger Blogeintrag!) stellte sie – strikt von der Tatsache ausgehend, dass es “die Russen” waren – Forderungen an Europa:

“Die erste Frage ist, was macht Europa? Ich denke, die Vereinigten Staaten waren sehr klar, was ihre Kritik an Russland und Putin anbelangt, ihre Unterstützung für Poroschenko und die neue ukrainische Regierung. Gerade gab es einen neue Sanktionsrunden, die Präsident Obama selbst verkündet hat.

Wie Sie wissen, sind die Europäer dabei, den besten Weg nach vorn herauszufinden. Ich war kürzlich in Europa, da gibt’s eine Menge Fragen, ob Russland wirklich der Aggressor ist, ob Putin auch wirklich gefährlich ist, wie man das einschätzen könne.

Aus meiner Sicht, und ich habe den Vorteil, nicht in der Regierung zu sein: Wenn es Beweise gibt, die Russland damit in Verbindung bringen, sollte das die Europäer dazu inspirieren, viel mehr zu machen in dreierlei Hinsicht:

Erstens: Verschärfung ihrer eigenen Sanktionen, sehr klar machen, dass es da einen Preis zu zahlen gibt.

Nummer zwei: Sofort Anstrengungen erhöhen und es auch ankündigen, dass sie Alternativen zu Gazprom finden. Wissen Sie, Russland hat seine Wirtschaft nicht diversifiziert, es ist noch sehr stark von nationalen Ressourcen abhängig, hauptsächlich Öl und Gas.

Und drittens: Mehr tun mit uns zusammen, um die Ukrainer zu unterstützen. Es muss mehr Hilfe an ihren Grenzen geben, um zu verhindern, dass an dieser durchlässigen Grenze Russen hinüber und herüber gehen, und auch die Aufständischen das machen. Mehr tun, um ihrem Militär zu helfen, bessere Ausbildung und bessere Ausrüstung zu erhalten. Das ukrainische Militär unter Poroshenko war viel zielorientierter und viel erfolgreicher, aber niemand mache sich etwas vor: Wenn sich Russland weiterhin zugunsten der Aufständischen einmischt, muss da noch viel mehr getan werden! Und Putin klar machen, dass er zu weit gegangen ist und wir dem nicht tatenlos zusehen werden!

Also, die Europäer müssen die Initiative ergreifen, denn es war ein Flug von Amsterdam nach Kuala Lumpur über europäisches Territorium. Es sollte ein Aufschrei in europäischen Hauptstädten geben! (…)

Ich dränge die Europäer, Folgendes zu tun: Macht eine neue alternative Energiestrategie, die euch nicht der Gnade Putins und Gazproms ausliefert. Sie haben etwas unternommen, aber aus meiner Sicht nicht annähernd genug!”

Die Analyse Hillary Clintons könnte man als Plot so zusammenfassen:

1) Problem: Die Europäer sind zu zögerlich, sie sind sich nicht wirklich sicher, ob Russland sooooo aggressiv ist, sie machen die Sanktionen nur halbherzig mit und versuchen zu lavieren. Gazprom wird einer der wichtigsten Energielieferanten bleiben.

2) Man muss Europa also davon überzeugen: Ja, sooo aggressiv ist Russland und ja, soooo böse sind die Russen. Wie?

“… denn es war ein Flug von Amsterdam nach Kuala Lumpur über europäisches Territorium. Es sollte ein Aufschrei in europäischen Hauptstädten geben!”

3) Erhofftes Ergebnis aus US-Sicht: Kappung der europäischen Wirtschaftsverbindungen und der Energiepartnerschaft mit Russland bzw. Gazprom. Hauptleidtragender: Deutschland.

Ein klassischer Dreisatz.

MH 17 – eine “Inspiration” für die Europäer?

— Anzeigen —



Tags: , , ,

Eine Antwort zu “Kriegstreiberei: MH 17 “A Game Changer” (II)”

  1. rudolf fritz sagt:

    Sehr geehrte Frau Beck,
    ich freue mich, dass Sie sich wieder zu Wort melden.
    Die Rolle der USA in Europa beschreibt W. Wimmer
    im “Pleisweiler Gespräch” ganz eindeutig und Überzeugend.
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=22136#more-22136
    oder im Gespräch mit Ken Jebsen
    http://kenfm.de/blog/2014/06/11/wimmer-juni-2014/
    Wer da noch glaubt, Freedom and Democracy seien die Ziele der “westlichen Wertegemeinschaft”, der hat den “Schuss nicht gehört”.
    Im Gegensatz zu H. Wimmer würde ich nicht von den USA sprechen, sondern
    von US geführten Kapitalisten.
    Es ist eben Kapitalismus in seiner reinen Form!

Eine Antwort hinterlassen