Archiv für die Kategorie ‘Gereimtes und Ungereimtes’

Weltuntergang 2012 – das aktuelle Gedicht

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Weltende

Ludwig Meidner: Apokalyptische Landschaft (1913)

Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut,
In allen Lüften hallt es wie Geschrei.
Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei
Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut.

Der Sturm ist da, die wilden Meere hupfen
An Land, um dicke Dämme zu zerdrücken.
Die meisten Menschen haben einen Schnupfen.
Die Eisenbahnen fallen von den Brücken.

Und jetzt die Überraschung: (weiterlesen…)

… und vergiss, was dich bedroht

Freitag, 17. Februar 2012

Gesang: Friederike Beck, Audiopiste

Nicht ein Lüftchen regt sich leise,
sanft entschlummert ruht der Hain;
durch der Blätter dunkle Hülle
stiehlt sich lichter Sonnenschein.

Ruhe, ruhe, meine Seele,
deine Stürme gingen wild,
hast getobt und hast gezittert,
wie die Brandung, wenn sie schwillt. (weiterlesen…)

Der Rettungsschirm-Blues

Donnerstag, 30. Juni 2011

AUDIO:Rettungsschirmblues

Irgendeine Bank
leidet große Not
denn ihre Kredite
sind mausetot!

Schlecht für die Rendite :/
Und es droht Default.

Ja was machen wir denn da?

Wir spannen mal wieder den Rettungsschirm auf
und packen noch ein paar Milliarden obendrauf:/

Irgendein Land
geht über den Rand,
wird kaputt gespart
kein Schnitt ist zu hart: (weiterlesen…)

Japan: Sapporo “Biru” – köstlicher Werbefilm

Samstag, 19. März 2011

Nach so viel Schwerverdaulichem und Traurigen aus Japan: Hier ein absolut köstlicher, toll gemachter Werbespot für japanisches Bier, “Biru”. Prost!

Friede Springer gründet 3. Stiftung! Im Vorstand: Merkel-Ehemann

Donnerstag, 03. Februar 2011
Merkel-Ehemann im Kuratorium der neuen Springer-Stiftung;Quelle wikimedia commons

Merkel-Ehemann im Kuratorium der neuen Springer-Stiftung (Foto: Wikimedia Commons)

Stiftungen haben vor allem zwei Funktionen: 1. Sie sind ein Steuersparmodell. 2. Man kauft sich mit ihrer Hilfe Einfluss.

Davon gibt es im Hause Springer offensichtlich noch nicht genug, denn Friede Springer gründet zusätzlich zu den bereits bestehenden, der Herz- und der Axel-Springer-Stiftung, noch eine weitere – die Friede-Springer-Stiftung.

(WELT vom 29.1.2011): “Berlin (dpa) – Verlegerin Friede Springer hat eine Stiftung zur Förderung von Wissenschaft, Kunst, Kultur und Bildung gegründet. Das Startkapital der Friede Springer Stiftung betrage 80 Millionen Euro, wie die Organisation am Montag mitteilte. Das Geld stamme aus dem Privatvermögen der Witwe von Axel Springer. Vorstandsvorsitzende der Stiftung mit Sitz in Berlin ist Friede Springer selbst. Im Kuratorium sitzen neben ihr auch der ehemalige Bundespräsident Horst Köhler sowie die derzeitige Bundesbeauftragte für die Stasiunterlagen, Marianne Birthler. Die neue Stiftung ist unabhängig von der Friede Springer Herz Stiftung und der Axel Springer Stiftung.”

“Welt am Sonntag: Wie wird die neue Stiftung strukturiert sein? Und wer entscheidet?

Friede Springer: Es gibt ein Kuratorium, dem sechs Persönlichkeiten angehören: Marianne Birthler, der Mediziner Manfred Gahr aus Dresden, der ehemalige Bundespräsident Horst Köhler, Christoph Markschies, Joachim Sauer (hervorg. F. B.) und Eric Schweitzer vom Vorstand der ALBA Group. Sie sehen: ein breites Spektrum, ein wirklich hochkompetentes Kuratorium. Es wird die Anträge beraten. Die letzte Entscheidungsmacht behalte aber ich mir vor, das Kuratorium hat eine beratende Funktion. Die Stiftung wird ganz klar vom Verlag getrennt sein, sie wird keine Unternehmensstiftung sein. Sie ist allein mein persönliches Projekt und völlig unabhängig vom Verlag. Das Kapital der Stiftung stammt allein aus meinem Vermögen.

Welt am Sonntag: Wie hoch ist das Startkapital Ihrer Stiftung?

Friede Springer: Es beträgt 80 Millionen Euro. Da Stiftungen ja nur mit den Erträgen operieren dürfen, werden jährlich vermutlich zwei Millionen Euro zur Vergabe zur Verfügung stehen.”

Somit ist klar, dass Angela Merkels Ehemann, Prof. Dr. Joachim Sauer, im Vorstand der Stiftung sitzt. (weiterlesen…)

Das Terrorreimchen – für böse Kinder

Mittwoch, 24. November 2010

Willst du böse Dinge machen,
Geld erpressen, Rechte abschaffen
brauchst du dafür sieben Sachen:

Terror und Schmalz,
‘nen Koffer voll Salz
in ‘nen Karton mit Loch
zwei Drähte gestopft,

sodass sie rausgucken.
Darüber noch Mehl
und ein wenig Gel.
Und jetzt nicht mehr zucken: (weiterlesen…)

Jochen Malmsheimer im Bonner Pantheon

Sonntag, 14. November 2010

maske_schraeg_buntAm 9.11. war Jochen Malmsheimer im Bonner Pantheon, dem Kabarett- und Kleinkunsttempel mit den grauenhaft harten, schwarzen Holzschalenstühlen der ehemaligen Bundeshauptstadt. Viele kennen den sprach- und stimmgewaltigen gebürtigen Essener aus der ZDF-Sendung “Neues aus der Anstalt”.

Man erinnert sich gern an Malmsheimers ICE-Stück oder “Das Wurstbrot” (siehe am Ende dieses Beitrags).

Auch in seinem neuen Kabarettprogramm mit dem vergnüglichen Titel  “Flieg Fisch, lies und gesunde! oder: Glück, wo ist Dein Stachel?!” wandelt Malmsheimer lustvoll zwischen Wortspiel, Poesie, Unsinn und Tiefsinn und lotet selbst noch den Schwachsinn kabarettistisch aus. Dabei wird vor allem deutlich: Malmsheimer ist ein Sprach- und Stimmkünstler. (weiterlesen…)

Nur noch Panne: HUNDERAP “Bombenalarm”

Donnerstag, 28. Januar 2010
Quelle:http://www.thefuntheory.com/2009/12/09/dog-poo-bank

Quelle:http://www.thefuntheory.com/2009/12/09/dog-poo-bank

Vor zwei Tagen blickten wir in einen Abgrund: den Sicherheitsabgrund: Teilevakuation des Münchner Flughafens: Ein Mann mit einem Schlepptopp sei weggerannt, obwohl er Sprengstoff darin versteckt hatte, behauptete jedenfalls ein Sicherheitscomputer — fälschlicherweise. Der Mann sei daraufhin geflüchtet — gestrichene Flüge, Wartezeiten, so macht Fliegen erst richtig Spaß! Der Bonner Generalanzeiger betitelte zwei Tage später diesen Anfall kollektiver Hysterie mit “Nur noch Panne”. Denn: Auf den Überwachungskameras war aufgezeichnet, dass der Mann gar nicht geflüchtet war, sondern ganz ruhig durch die Kontrolle ging, um vor dem Abflug noch ein wenig einzukaufen…
Ich hab mich zur Abwechslung mal mit meinem Hund über diesen Anfall kollektiver Bellelritis unterhalten, denn auch er kann ein Liedchen von sowas heulen! Welcome to the unreal world, to the security world!

HUNDERAP:” Bombenalarm”!

Wau-wau aufstehn!
Bist du startbereit?
Im Park Gassi gehn:
Es ist höchste Zeit!

Rein ins Auto,
Raus dem Auto,
ab, husch-husch
Wau-wau, das war nötig!
Hou-hou in den Busch! (weiterlesen…)

Nie wirklich ausdiskutiert: Betrachtungen zu spanischen Abtreibungsstatistiken bei Minderjährigen

Montag, 08. Juni 2009

Derzeit wühlt in Spanien eine Gesetzesinitiative der regierenden Sozialisten die Menschen auf, und sogar 58% der Wähler dieser Partei (und 88% Wähler der Opposition) stehen ihr negativ gegenüber:

In Spanien soll zugelassen werden, dass Minderjährige ohne Wissen und Erlaubnis der Eltern abtreiben dürfen. Damit handelt es sich im Grunde um eine Anpassung des entsprechenden Gesetzes an die restlichen EU-Staaten:

In Ländern wie Großbritannien, Holland, Griechenland, Portugal, Norwegen, Tschechien, Lettland und Litauen können Minderjährige bereits alleine entscheiden, ohne dass ihnen irgendeine Bedingung auferlegt würde. In Deutschland wird die Urteilsfähigkeit der Minderjährigen geprüft. In Ländern wie Frankreich und Finnland muss das Einverständnis eines Tutors bzw. des Arztes vorgelegt werden, nicht der Eltern.

Viele Erwachsene halten es in Spanien für unvorstellbar, dass Minderjährige weder Rauchen noch Alkohol ausgeschenkt bekommen dürfen, aber bei einem solchen Eingriff nicht einmal ihre Eltern informieren müssen. Befürworter des Gesetzes halten dagegen, dass im Jahr 2002 das Alter für die medizinische Selbstbestimmung auf 16 Jahre festgelegt wurde, allerdings mit Ausnahme von Aborten und Maßnahmen der Reproduktionsmedizin. Das erscheint jetzt unlogisch, denn warum soll ein Mädchen entscheiden dürfen, sich die Brüste zu vergrößern oder Fett absaugen zu lassen, aber nicht, eine Abtreibungspille zu nehmen oder sich den Embryo absaugen zu lassen (Vakuumaspiration)?

Die Fronten sind wie immer und wie überall einigermaßen verhärtet und die Diskutierenden scheinen einander kaum zuzuhören. Das ist schade, denn es handelt sich allemal um ein ernstes Thema, das es an sich haben sollte, nie wirklich ausdiskutiert zu sein… (weiterlesen…)

Modernes Kinderrätsel

Dienstag, 05. Mai 2009

In meinem kleinen Häuschen,
da hab ich ein Kabäuschen,
das ist mein cooler Shoc¹ -Room,
da brüll und tanz ich laut rum.

In diesem Oberstübchen,
da prob ich Bubenstückchen
von argen, bösen Viren,
die schnell auf allen Vieren

Vom Schwein zu Menschen hüpfen
und dann in Vögel schlüpfen;
vom Vogel dann zur Kuh:
Da macht das Virus „Muh“!

Es hat ein Ringelschwänzchen
und auch ein Federkränzchen.
Es ist so schlau-gerissen:
Nur ich kann davon wissen. (weiterlesen…)

März: Frühlingspflichten!

Sonntag, 29. März 2009

Soeben nach Hause gekommen, erinnerte mich ein geschäftiges Treiben auf meiner Terrasse an meine Pflichten: Es werde Frühling!

Ein winziger Spatz, aprikosengroß, müht sich über einem Bambusrollo ein Nest zu bauen – ein aufregendes, dringliches Geschäft, und rührend, denn fast alle trockenen Blätter und Zweiglein fallen bei stürmischem Wind vom zu schmalen Bambusrohr wieder herab, was den Baueifer des Spatzen überhaupt nicht stören kann. Weiter geht es, Flügelschlag um Flügelschlag, über Stunden. Woher nimmt dieses Kerlchen, das kaum eine Hand füllt, diese Energie? Ein schmetterndes, triumphales Zwitschern kündet von seinem unablässigen, bedeutsamen Tun.

Ich blättere in meinen Annalen – und tatsächlich: der Frühling, das war erst gestern: (weiterlesen…)

Unsere Glühbirne – Nachruf und Grabesrede

Montag, 09. März 2009

Liebe Trauergemeinde!

Wir sind hier alle versammelt, um einer lieben Verscheidenden zu gedenken, die uns allen sehr ans Herz gewachsen war: Ja, wir verlieren unsre beste Freundin, Tante, Schwester, Nothelferin in dunklen Kellern, oftmals das Lichtlein am Ende des Tunnels in Finsternis und Verzweiflung. Wie oft stand dieses kleine warmherzige Birnchen uns als einziges bei! Wir alle kennen das Gefühl, liebe Trauernde, einmal ganz alleine gelassen zu sein: Nur ich und meine Glühbirne. (weiterlesen…)

Yes, we can change the world!

Samstag, 10. Januar 2009

Jauchzet frohlocket, auf preiset die Tage,
jauchzet frohlockt!
Jauchzet, frohlockehet, ahauf preiset die Tagehe,
rühuhümet, dass heute der Heiland erkorn!

Ahahanen Sie, worum es geht?
Ja genau: Um Nachrichten aus den USA: O du Bama!
Ein Mann schreibt Geschichte, noch bevor er Präsident ist.
Aber Gott sei Dank ist es nun endlich vollbracht!
Ob Obama oder Cainobama – das Wichtigste ist:
Juchu! Die Demokratie hat gesiegt! (weiterlesen…)

Abgestaubt – oder die Wiederkehr der Helden

Donnerstag, 25. Dezember 2008

Letztens erwarb ich in einem Elektrofachgeschäft einen Staubsauger. An der Kasse wartend griff ich mechanisch nach einem Katalog, der sich als „Gamers Magazine“ entpuppte, also ein Katalog für Video- bzw. Gewaltspiele. Ich blätterte mal an: Es blickte mir Martialisches entgegen, was auch schon der Titel ankündigte: Die Wiedergeburt der Helden. Letztere sahen alle irgendwie wie Vettern oder gar Klone des derzeitigen Gouverneurs von Kalifornien aus. Falsche Sparte. Leicht angeekelt wollte ich den Katalog gerade fallen lassen — doch halt!, da durchzuckte es mich: Ich wurde von den kurzen, knackigen Titeln und Inhaltbeschreibungen gepackt und in den Bann gezogen. Ganz klar, meine Sicht war etwas zu verstaubt gewesen: Ich musste mir nur etwas über die Augen wischen, um die herrliche, knackig-pralle Poesie zu erkennen. Mit der gelinden Umstellung nur ganz weniger Worte entpuppte sich der Inhalt dieses Magazins als zeitlose wie zeitgemäße Gedankenprosa, als geistige, heldische Stärkung in bedrängter Zeit: in der Krise, in die wir geführt wurden. Lasst uns sehen:


Noch besteht Hoffnung:

Die Welt hat sich verändert
Und ihre Menschenrassen
Müssen einen neuen Weg
Für eine Ordnung der Dinge finden.

Nimm einen Standpunkt ein
Angesichts des Krieges,
Der näher rückt.
Denn allein bist du nur groß,
Gemeinsam aber sind wir nicht aufzuhalten.

Wir befinden uns auf dem Weg ins Inferno,
Denn wir sehen das Ende der Regeln.
Es gibt nur einen Weg,
aus dem Inferno herauszukommen:
Es zu durchqueren! (weiterlesen…)

Seiten: 1 2 Nächste