Archiv für die Kategorie ‘Krieg’

Malula (Maaloula) von Terroristen überfallen

Montag, 09. September 2013

Malula (Maaloula), St. Thekla-Kloster

Alles, was schön, alt und besonders  ist, muss vertilgt und aus dem Gedächtnis der Erde gelöscht werden: In Malula, dem reizenden, unter dem Schutz einer Friedensmadonna stehenden 3000 Jahre alte Örtchen, wo Muslime und Christen aramäisch sprechen, die Sprache Jesu also, bebten die Steine.

Das uralte Kloster St. Tekla, in dem Nonnen sich um Waisen kümmern, musste evakuiert und die Kinder in Höhlen versteckt werden.

Vergangenen Mittwoch rast ein Selbstmordattentäter, mit einem mit Sprengstoff beladenen Lastwagen, in einen Posten der syrischen Armee, der das 3300 Seelen zählende Städtchen bewachen sollte.

Danach begannen “Rebellen” der Jabat-al-Nusra-Front einem mit den USA, Großbritannien, Frankreich, Saudi Arabien, Katar, der Türkei und Israel strategisch verbündeten Ableger al-Kaidas die Stadt und ihre Bewohner mit Artillerie zu beschießen.

Es kann kein Zufall sein, dass in einem Moment, da die ganze Welt auf Syrien blickt, ein solcher Ort für bösartige Zerstörung ausgewählt wird. (weiterlesen…)

Syrienkrieg: Massierung von Kriegsschiffen im Mittelmeer

Mittwoch, 04. September 2013

… die Ankerplätze müssen allmählich knapp werden.

Karte der Flugzeugträger, Zerstörer, Fregatten etc. im östlichen Mittelmeer (Quelle: Souri Homsi/Syrian Perspective)

Folgende Schiffe befinden sich auf dem Weg ins östliche Mittelmeer oder sind bereits dort angelangt:

USS Mahan, Zerstörer, seit August 2013 im Mittelmeer

USS Ramage, Zerstörer, verließ am 7.8.13 für 8 Monate Norfolk, Virginia, Richtung Mittelmeer, um mit der dortigen 6. US-Flotte aufzuschließen.

Am 18. August folgte ihm vom selben Hafen der US-Zerstörer USS Stout Richtung Mittelmeer.

Die USS San Antonio passierte bereits den Suez Kanal und befindet sich jetzt ebenfalls im Östlichen Mittelmeer, sie ist mit Cruise Missiles bestückt und hat 2200 Marines an Bord.

USS Barry, Zerstörer, und

USS Gravely, Zerstörer, beide im östlichen Mittelmeer und wie alle anderen Zerstörer mit Tomahawk-Raketen bestückt. (weiterlesen…)

Hände weg von Syrien. Demo in Köln

Dienstag, 03. September 2013

Leutnann Christian Neumann am 31.8.13 in Köln auf der Kundgebung gegen einen Syrien-Krieg

Am 31.8.13 fand eine spontane Kundgebung vor dem Kölner Dom statt angesichts der sich überschlagenden und besorgniserregenden Ereignisse um die Chemiewaffen-Eskalationsspirale hin zu einem Syrien-Krieg, angesichts vorgeblicher Beweise, die von den USA aber geheimgehalten werden,
angesichts der Reise des deutschen Generalinspekteurs Volker Wieker nach Jordanien, um sich in Amman mit anderen Militärs der “Koalition der Willigen”  in Sachen Militärschlag gegen Syrien zu besprechen. (Neben US-Generalstabschef Martin Dempsey waren anwesend: seine Pendants aus Saudi-Arabien, Katar, der Türkei, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Kanada.)

Hände Weg von Syrien, Demo am 31.8.13 in Köln

In Köln beteiligten sich mehrere Gruppen, u. a. sprachen Christian Neumann, Sprecher des Darmstädter Signals, dem kritischen Forum von Soldaten der Bundeswehr und die Bundestagsabgeordnete Sevim Dagdelen (Die Linke).

Nachfolgend Auszüge der Rede Leutnant Neumanns, (den Gesamttext bitte auf der Internetpräsenz des Darmstädter Signals abrufen unter Syrien – Blaupause Irak.) (weiterlesen…)

Chemiewaffeneinsätze durch die USA – nur zur Erinnerung und nur ein Beispiel

Samstag, 31. August 2013

Agent Orange: Eine vietnameische Mutter mit ihrem schwer geistig und körperlich behinderten Kind. Die Opfer bezahlen für den Chemiewaffeneinsatz der USA 1965-71 noch heute (Quelle: wikimedia commons)

Wenn man (wie ich) einige Zeit Nachrichten und Internet fern blieb und sich dieser Tage wieder “zuschaltet”, so könnte man meinem, auf dem Planeten der Affen gelandet zu sein.

Man droht einer zeitlichen Desorientierung zum Opfer zu fallen: Fand in der Zwischenzeit ein Zeitriss, ein Fehler in der Matrix statt, wo wieder imperiale Attitude, falsche Glorie und arroganter kolonialer Kriegsgeist in London und Paris wabern? Ist neunzehntes Jahrhundert?

Oder haben wir 2003, da US-Geheimdienste mit gefälschten Beweisen den Weg für eine Koalition der Willigen frei machten, mit deren Hilfe man einen Weltbösewicht bestrafte und dabei gleich ein ganzes Land in unermessliches Unglück stürzte? Oder ist Sommer 1914, die letzten Sonnentage vor dem Weltenbrand?

Dadaistische Politik in Washington für ein mehrheitlich infantiles Publikum, die moralische Empörung über Verbrechen mimt, die keiner Beweise mehr bedürften, wird in Berlin und andernorts in Europa, diesem Nasenpopel Obamas (frei nach Gottfried Benn), mit der Feierlichkeit von Konfirmanden andächtig gefolgt. Es geht um Empörung zeigen, Zeichen setzen, schwachsinnig sein.

Leute, die in der Vergangenheit nichts dabei fanden, ganze Länder zur zerstören, mit Chemiewaffen zu vergiften, ihre Nachkommen zu verkrüppeln und ihre Kulturgüter zu vernichten, schwingen sich wieder einmal auf die Palme, um mit explosiven Bananen nach dem neuen “Menschheitsverbrecher” zu werfen, eine oberlehrerhafte “Strafaktion”, einen “Denk”- oder “Strafzettel” zu verpassen. (weiterlesen…)

Gottes Finger? Containerschiff mit US-Waffen für syrische Rebellen in zwei Teile gebrochen

Samstag, 22. Juni 2013

Die havarierte MOL Comfort; Quelle: Twitter

Ein riesiges Containerschiff namens “MOL Comfort” ist im Indischen Ozean auseinandergebrochen. Es war von Singapur aus unterwegs nach Dschidda, der Hafenstadt am Roten Meer in Saudi-Arabien. Angeblich soll das Riesenschiff 4500 Container mit Waffen für die syrische FSA geladen haben.

Vor der Küste von Oman geriet es in schweres Wetter – 5 bis 6 m hohe Wellen ließen es in der Mitte entzwei brechen, die Mannschaft konnte nach einem Notruf gerettet werden. Beide Teile treiben im Meer, einige Container sollen verloren sein.

Die beiden Schiffshälften des 2008 in Japan gebauten Frachters sollen nun mit Hilfe zweier Spezialhochseeschlepper an Land gebracht werden.

Das “Christian Forum” stellte die berechtigte Frage: “Who prayed for this – wer hat dafür gebetet?”

Bekanntlich greift Gott ja selten oder nie ein. Vermutlich möchte er uns Menschen den Vortritt lassen beim Sehen, Hören und Handeln; denn bekanntlich ist die Welt ja nicht so, wie sie ist, weil es so viele böse Menschen gibt, sondern weil so viele gute nichts tun.

Vielleicht hilft der Zwischenfall auf hoher See zumindest den Blick auf die ekelerregende strategische Allianz des Westens mit Dschihadisten, Fanatikern und Kriminellen in Syrien zu lenken. (weiterlesen…)

Schindlers BND-Kiste oder: Ich kann besser Prognose!

Samstag, 01. Juni 2013

Seine Tagen waren gezählt. Es konnte sich nur noch um wenige Wochen, höchstens aber Monate handeln, oder doch Jahre?

Ob unsere Steuergelder beim deutschen Auslandsgeheimdienst wirklich so gut angelegt sind? Die Aufklärungsexperten, die auftragsgemäß immer alles zuerst wissen müssen, wussten es wieder mal zuletzt.

Jeder, der sich mit dem Thema Syrien auseinandersetzt und versucht, herauszufinden, was in dem Land vorgeht, besucht auch Seiten von Exilsyrern, die ein brennendes Interesse daran haben, zu wissen, was genau in ihrer Heimat passiert, wie es ihren Angehörigen geht und vor allem mit diesen in Kontakt stehen.

Hätte mich jemand vor Monaten gefragt, so hätte ich gesagt: Das erste Jahr lief sehr schlimm für die syrische Armee. Man war auf die Art des Stadtguerillakampfes, den die “Freie Syrische Armee” (FSA) und ähnliche Gruppen durchführten, überhaupt nicht eingerichtet. Es gab horrende Verluste. (weiterlesen…)

Syrien: EU-Staaten jetzt offiziell Kriegspartei?

Donnerstag, 30. Mai 2013

Die Aufhebung des Waffenembargos gegen Syrien durch die EU zeigt überdeutlich, was es mit der gebetsmühlenartig wiederholten Forderung “Europa muss mit einer Stimme sprechen” auf sich hat: Sie entbehrt im Zweifelsfalle jeder Grundlage. Die EU erlaubte den einzelnen Ländern nunmehr, in Sachen Waffenlieferungen wieder für sich selbst zu entscheiden, wie sie sich verhalten möchten. Dieser Erlaubnis hätte es nicht bedurft – der souveräne Nationalstaat ist und bleibt auf absehbare Zeit die entscheidende Referenzgröße.

Wäre da nicht der Friedensnobelpreis, den sich die EU unlängst zuerkannte … Da wirkt das französische und britische Drängen auf Waffenlieferungen an die syrischen Rebellen schon wie blanker Hohn. Und weckt unliebsame Erinnerungen an die koloniale Vergangenheit beider Staaten in der Region: (weiterlesen…)

Syrische Armee zu erfolgreich?

Samstag, 23. März 2013

Die hektische Betriebsamkeit, mit der westliche Politiker, allen voran Hague und Hollande, nach Waffenlieferungen für die syrischen Rebellen und Aufhebung des Waffen-Embargos rufen, ist verdächtig:

Nachfolgend ein Video über die jüngsten Operationen der syrischen Armee um Aleppo, dem wirtschaftlichen Zentrum des Landes. Es war auffällig, dass in den letzten Wochen die Propagandaschlacht in den Medien und Enthüllungsforen über angebliche oder tatsächliche Erfolge der Rebellen gänzlich letzteren überlassen wurde. Von syrischer Seite gab es keinerlei Statements. Dahinter könnte eine Taktik gesteckt haben. (weiterlesen…)

Westerwelle will Waffen liefern

Freitag, 22. März 2013

al-Imaan Moschee, Damaskus,20.3.2013

Guido Westerwelle denkt darüber nach, Waffen zu liefern. An die syrische Opposition. Dieses laute Nachdenken, sollte man sofort unterbrechen. Keine Waffen in Krisengebiete zu liefern, war bisher Konsens aller Parteien.

Doch wir erleben in Deutschland, wie bei der EU, dass so Vieles, was einmal geschriebenes oder ungeschriebenes Gesetz war, nur noch dazu dient, es zu brechen.

Dabei ist die syrische Opposition nicht vorzeigbar. Was spräche eine beredtere Sprache als die Tatsache, dass man auf einen Texaner, einen US-Staatsbürger mit kurdisch-syrischen Wurzeln für das Amt des “legitimen” Vertreters des syrischen Volkes, alias Übergangspremier, zurückreifen musste, der seit  dreißig Jahren nicht mehr in seiner ehemaligen Heimat war?

Glaubt irgendjemand im Ernst, dass dieser den Syrern völlig unbekannte Mr. Hitto einen potenziellen  Hexenkessel nach dem (seit zwei Jahren angekündigten) Sturz Assads “regieren” kann? (weiterlesen…)

“Ohnmächtige EU”?

Mittwoch, 13. März 2013

“Europa sieht der Katastrophe in Syrien tatenlos zu”. So lautete die Überschrift im GA Bonn. Wirklich? Die EU hilf- und tatenlos?

“Der elementare Menschenverstand ist nicht mehr imstande zu sagen, warum diese Brutalitäten in Syrien noch weitergehen müssen”, sagte Luxemburgs Außenminister Asselborn.

Sicher, der elementare Menschenverstand ist ungleich verteilt, dennoch sollten Politiker über bessere Informationsmöglichkeiten verfügen als Durchschnittsbürger und vor allem über mehr Zeit, ihren elementaren Menschenverstand mit elementaren Fakten zu versorgen. (weiterlesen…)

Der Westen: Im Bett mit al-Kaida Syrien

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Im vorangehenden Blogbeitrag, hatte ich das historische Interview mit Hillary Clinton eingestellt mit dem Fazit: Die USA haben al-Kaida in Afghanistan geschaffen und gegen die UdSSR benutzt – und wenn sie nicht gestorben sind, so bekämpfen sie diese dort immer noch.

Wer jedoch gedacht hatte, die verantwortlichen Politeliten hätten aus dem Debakel dieser höllisch-guten Idee gelernt, sieht sich enttäuscht. Aktuelles Beispiel ist Syrien.

Seit Monaten sagt die dortige Regierung, dass sich in ihrem Land hochaufgerüstete dschihadistische Kampfgruppen – aus vielen umliegenden Ländern entsandt – befinden und für Mord und Totschlag sorgen. (weiterlesen…)

Iran: Baubeginn der Gaspipeline nach Syrien und zum Mittelmeer

Freitag, 23. November 2012

Medienberichten zufolge hat der Iran mit dem Bau seiner Gaspipeline nach Syrien begonnen – ein 10-Milliarden-Dollar-Projekt. Der erste Bauabschnitt erstreckt sich über 225 km und kostet 3 Milliarden Dollar. Das Gesamtprojekt soll in der zweiten Jahreshälfte 2013 fertig sein. Der Gaspipeline-Deal wurde im Juli letzten Jahres zwischen Iran, Irak und Syrien vereinbart.

Das Unternehmen spricht eine andere Sprache als die westlichen Waffenlieferung an fanatische Rebellen und als die auch von Deutschland unterstützte Strangulationspolitik gegenüber Syrien, das als letztes Land der Region noch religiöse Toleranz und das Miteinander der Kulturen pflegt.

Die iranische Ankündigung lässt Sorgen aufkommen, dass sich eine energiestrategische Dimension im westlichen Vorgehen gegen die beteiligten Länder verstärken könnte, da das Projekt in direkter Konkurrenz zu Nabucco steht und überdies dem Iran über Syrien einen direkten Absatzmarkt in Europa eröffnen würde. (Sie hierzu auch mein vorangehender Beitrag). (weiterlesen…)

Brzezinskis Botschaft an Israel

Samstag, 17. November 2012

Am 24.2.2012 gab Zbigniew Brzezinksi, Global-Stratege, ehemaliger US-Außenpolitiker und Geschichtsprofessor ein Interview im US-Sender CNN. Darin äußerte er sich überraschend entschieden zum Thema Iran.

Die momentane Lage in Gaza und das Vorgehen dort gegen jede Vernunft und jede Angemessenheit der Reaktion, sollten in Beziehung gesetzt werden zur Tatsache einer offenbar mangelnden Bereitschaft von US-Eliten, den Nahen Osten in eine Kriegszone zu verwandeln. Interessant ist Brzezinskis “Wir”. “Wir” – aller Wahrscheinlichkeit nach ein Teil der tonangebene US-Eliten. (weiterlesen…)

Erdgas: Energie des 21. Jahrhunderts und der neue Energieraum östliches Mittelmeer

Freitag, 09. November 2012

An dieser Stelle hatte ich bereits einen Artikel über die riesigen neuen Erdgasfunde im östlichen Mittelmeer eingestellt. Zur Erinnerung: 2009 und 2010 waren vor der israelischen Küste die Gasfelder Tamar und Leviathan gefunden worden, was sofort Fragen hinsichtlich etwaiger Ansprüche des Libanon und auch der Palästinenser aufwarf (vor Gaza werden größere Vorkommen angenommen). Israel hat jedoch die internationalen Seerechtsstatuten nicht unterzeichnet, sodass das Abstecken der Gas-”Claims” nicht unproblematisch ist.

In den Vereinigten Staaten gibt es einen geologischen Bericht, der stets aktualisiert wird. Dieser “US Geological Survey” (USGS) für das Jahr 2010 vermerkte am 8.  April für die Gasvorkommen im östlichen Mittelmeer:

2010: Markierung des Levante-Gasfeldes, östliches Mittelmeer; Quelle USGS

Die Region des Levante-Beckens ist vergleichbar mit einigen der größten Erdgas-Gebiete weltweit und seine Gas-Ressourcen sind größer als alles, was wir in den Vereinigten Staaten bisher bewertet haben.” Damals war im USGS die Rede von geschätzten 122 trillion cubic feet (tcf), also Billionen Kubikfuß.

Im Mai 2010 gab der USGS eine Schätzung des gesamten östlichen Mittelmeerbogens inklusive des Nildeltas und der Küste der Türkei ab und kam auf eine Zahl von 345 tcf Gas und 3,4 Milliarden Barrel Erdöl. Um die ungeheuren Lagerstätten besser einschätzen zu können, hier die Vergleichszahlen aus anderen Erdgasregionen der Welt: (weiterlesen…)

Seiten: 1 2 3 Nächste