Archiv für die Kategorie ‘Krieg’

Kriegsmeldung des Tages

Samstag, 03. Dezember 2011

Noch im Halbschlaf stolperte ich die Treppe hinunter und sah verschwommen die Tageszeitung auf der Treppe liegen, „45.000 Koblenzer werden evakuiert… Bomben … starke Beeinträchtigung …“. Die Verarbeitung der Information durch meine Synapsen erfolgte schleppend und ich fragte mich, was da passiert sei.

Kriege lösen die zeitliche Abfolge der Dinge auf. Die Nachricht war irgendwie aus der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft.

Die Folgen des zweiten Weltkriegs sind jetzt noch immer zu spüren – täglich, verändern die Vergangenheit, beeinflussen die Gegenwart und wirken in die Zukunft. Sie lösen Linearität auf.

Die 1,8 Tonnen Bombe war vor 66 oder 67 Jahren in den Rhein gefallen, auch nach Jahrzehnten kann sie theoretisch noch explodieren. In Wahrheit hören die Folgen von Kriegen nie auf.

Materielle Schäden, körperliche und seelische Verkrüppelungen, die sich in die nächsten Generationen hineinvererben. (weiterlesen…)

Lady Gaga: “Government Hooker” (mit dt. Übersetzung) – (Teil II)

Samstag, 02. Juli 2011

Hier soll der Text eines neuen Liedes von Lady Gaga mit einem interessanten Titel in seinen Hauptpassagen untersucht werden:

Lady GaGa – Government Hooker

I can be good, if you just wanna be bad
I can be cool, if you just wanna be mad
I can be anything
I’ll be your everything
Just touch me baby, I don’t wanna be sad

Ich kann gut sein, falls du einfach nur böse sein willst. Ich kann cool sein, falls du einfach nur verrückt sein willst, ich kann irgendwas sein. Ich werde dein Alles sein, berühr mich einfach nur Baby, ich will nicht traurig sein.

Die Rede ist von Abhängigkeit: nur eine Berührung bewirkt (wie auf Knopfdruck) alles: jede Rolle, egal ob gut oder böse.

Hooker
Hooker
Government Hooker

Nutte, Nutte, Regierungsnutte.

I could be girl, unless you want to be man.
I could be sex, unless you want to hold hands.
I could be anything, I could be everything.
I could be mom, unless you want to be dad.

Ich könnte Mädchen sein, außer du willst Mann sein. Ich könnte Sex sein, außer Du willst Händchen halten. Ich könnte irgendwas sein, alles sein. Ich könnte Mama sein, außer du willst Papa sein.

Dieser Vers redet von Beliebigkeit, von Auswechselbarkeit – sogar des Geschlechts und der Identifikation mit der Vater- bzw. Mutter-Rolle: Alles ist für die “Regierungsnutte” auf Kommando möglich.

Put your hands on me
John F. Kennedy

I’ll make you squeal baby
As long as you pay me

Leg deine Hände auf mich John F. Kennedy, ich werd’ machen, dass du quietschst, Baby, solange du mich bezahlst. (weiterlesen…)

10 Gründe, um Libyen zu bombardieren

Dienstag, 22. März 2011
HDI-Weltkarte; Quelle: wikimedia commons

HDI-Weltkarte (Quelle: Wikimedia Commons)

Human Development Index (HDI; Daten von 2007, veröffentlicht am 4. November 2010)

  • > 0.900
  • 0.850–0.899
  • 0.800–0.849
  • 0.750–0.799
  • 0.700–0.749
  • 0.650–0.699
  • 0.600–0.649
  • 0.550–0.599
  • 0.500–0.549
  • 0.450–0.499
  • 0.400–0.449
  • 0.350–0.399
  • 0.300–0.349
  • < 0.300
  • Keine Daten
  1. Libyen hat einen Index von 0,755 und damit den höchsten Lebensstandard von ganz Afrika. Nach den Kriterien des Human Development Index (HDI) aus dem Jahr 2007 ist es damit sogar vergleichbar mit europäischen Ländern wie Polen oder Portugal. Das ist erstaunlich, zumal 85 % Libyens Wüste (Sahara) sind und das Land äußerst trocken ist.
  2. Libyen hat das höchste Pro-Kopf-Einkommens Afrikas.
  3. Die medizinische Versorgung ist gratis. Bei schwierigeren Diagnosen oder notwendigen Operationen wurden Libyer jahrzehntelang ins Ausland geschickt. Auch Bonner Kliniken beispielsweise machten gute Geschäfte mit Patienten aus Libyen, denen ihr Aufenthalt staatlich komplett finanziert wurde. Jeder Libyer war mit 5000 Euro für den Krankenhausaufenthalt ausgestattet. (weiterlesen…)

Gorch Fock in schwerer See

Montag, 24. Januar 2011
Die Gorch Fock

Die Gorch Fock

Falls ich ein Mann wäre, hätte ich vielleicht auch seinerzeit versucht, auf so ein schönes Schiff zu gelangen – aus purer Abenteuerlust und weil ich das Meer liebe. Aber ich bin einer Frau: von 28 Tagen bin ich mindestens sieben relativ unpässlich, lasse zum Beispiel Gegenstände fallen, hab schon mal Kopfschmerzen und bin etwas schlechter Laune; außerdem bin ich nicht ganz schwindelfrei, aber das Wichtigste:

Ich lasse mich von Männern (oder Frauen) ungern anschnauzen (also “Befehle erteilen”); weiterhin lasse ich mich von Männern ungern nötigen oder zwingen – (genannt  “Befehle ausführen”); auch schlafe ich gerne aus und möchte nicht müde oder unfit einen Berg oder eine Takelage heraufgejagt werden; dies nennt sich auch “Ausbildung” bei der Bundeswehr bzw. der Marine, – wäre nicht gegangen.

Auch hätte ich mir nie zugetraut, mit an die sechzig knackigen Mannsbildern auf dem Höhepunkt ihrer Potenz monatelang auf einem Schulschiff mit noch einigen wenigen weiteren Geschlechtsgenossinnen auszuhalten, ohne auszuflippen.

Bei der Marine gingen schon immer Gerüchte darüber um, mit welchen Zusätzen das Essen auf den Schiffen versetzt werden müsste, um dem Triebstau beizukommen. Ein Marinesoldat erzählte mir mal vor Jahren grinsend etwas von Brom. Wenn jetzt von angeblichen sexuellen Angeboten auf dem Ausbildungsschiff Gorch Fock  die Rede ist, finde ich das im Grunde nur normal, merkwürdiger wäre nur noch ihr Ausbleiben gewesen. Das wäre dann der Beweis für Brom in den Brötchen gewesen.

Man lese einmal den Artikel “Erstmals setzt Marine Frauen in U-Booten ein” mit der anschließenden Diskussion durch …

Und den Artikel “Gorch Fock gilt als schwimmender Puff” (Express).

Auf der “Gorch Fock” sind innerhalb der letzten Jahre zwei Kadettinnen zu Tode gekommen. Die eine war im November letzten Jahres aus der Takelage in den Tod gestürzt, die andere vor drei Jahren über Bord gegangen und ertrunken. Diese traurigen Vorkommnisse sind merkürdigerweise in der Mediendiskussion kein Anlass, einmal grundsätzlich über die Rolle der Frauen beim Militär nachzudenken. Ob es nicht sein könnte, dass es eine Fehlentscheidung war, Frauen in allen Bereichen der Militärausbildung zuzulassen? (weiterlesen…)

Stuxnet, Siemens und der Cyber-Krieg gegen den Iran

Mittwoch, 19. Januar 2011

Seit einigen Tagen macht „Stuxnet“ erneut Schlagzeilen: Der Computerwurm hatte bereits im vergangenen Jahres für Rätselraten gesorgt. Zunächst wurde gemutmaßt, er sei ausschließlich gegen die Atomanlagen des Iran gerichtet, dann fürchtete man, das Problem könne viel größere Kreise ziehen.

Grund: Weltweit sind unzählige Industrieanlagen (z. B. atomare Wiederaufbereitungsanlagen, Kraftwerke allgemein, Automobilindustrie, industrielle Fertigungsanlagen) mit einem speziellen Kontrollsystem der Firma Siemens ausgestattet, das über das Windows-Betriebssystem läuft. Der üble Computer-“Lindwurm“ sei in der Lage, Steuerungs- und Produktionsprozesse zu manipulieren, gleichzeitig aber eine falsch-positive Rückmeldung zu liefern, dass alles in bester Ordnung sei, während in Wirklichkeit z. B. die Zentrifugen einer nuklearen Wiederaufbereitungsanlage gerade heiß liefen. Überdies könne Stuxnet unbemerkt Daten und Informationen stehlen.

Im November vergangenen Jahres waren bereits zehntausende Infektionen bekannt geworden. Über die Urheberschaft des Virus wurde nur gemunkelt. Bereits am 24.9.2010 hatte die Newsplattform news.discovery.com gemeldet: „Stuxnet wurde für das ‘Supervisory Control and Data Acquisition (SCADA) Systems’ von Siemens, das weithin für das Management von Wasserversorgung, Ölbohrtürmen, Kraftwerken und anderen Industrieanlagen genutzt wird, maßgeschneidert. […] Sobald Stuxnet in ein Computersystem eingedrungen ist, sucht es nach irgendeinem der drei Siemens-SCADA-Reglern [Programmable Logic Controllers] (PLCs), die Funktionen wie die Kontrolle der Turbinengeschwindigkeit managen […] wenn es einen Treffer gab, übernahm Stuxnet automatisch die Kontrolle des PLC und versteckte alle Veränderungen vor den Arbeitern, die das System managen oder damit arbeiten.“

Seit September letzten Jahres machte immer wie der Hamburger Sicherheitsexperte Ralph Langner mit seiner Analyse des Wurmangriffs von sich reden. Zdnet.de meldete darüber am 22.9.2010: „Der Wurm, der den Computer mit der Siemens-Software WinCC Scada befällt, wurde im Juli entdeckt. Er kann dazu genutzt werden, Industrieanlagen fernzusteuern. Er dringt über vier Sicherheitslücken in Windows ein, von denen Microsoft bisher zwei geschlossen hat – eine in der Windows-Shell und eine im Druckerwarteschlangendienst.Bei seiner Analyse beruft sich Langner unter anderem auf einen Screenshot eines Rechners in der Buschehr-Anlage, der die Siemens-Anwendung ausführt. ‘Mit den Erkenntnissen, die wir jetzt haben, ist es offensichtlich und beweisbar, dass es sich bei Stuxnet um einen direkten Sabotageangriff mit sehr viel Insiderwissen handelt’, schreibt Langner auf der Website seines Unternehmens. Der Angriff basiere auf einer Kombination mehrerer Zero-Day-Lücken und gestohlenen Zertifikaten. ‘Das wurde von einem hoch qualifizierten Expertenteam zusammengestellt, das über spezielle Erfahrungen mit Kontrollsystemen verfügen muss. Das ist kein Hacker, der im Keller seines Elternhauses sitzt.’ Seiner Ansicht nach deuten die für einen solchen Angriff benötigten Ressourcen darauf hin, dass es sich bei dem Initiator um einen Nationalstaat handelt.

In jedem Fall eine erstaunliche Erkenntnis aufgrund eines Fotos von einem Buschehr-Bildschirm! Hier das von Langner gemachte Foto. (weiterlesen…)

Das “Kriegsspiel” des SPIEGELs oder die Rückkehr der Kriegsästhetik

Donnerstag, 18. November 2010

Es ist nicht mehr zu übersehen (Der Spiegel Nr. 46, S. 126-139, “Das Kriegsspiel”): Das Heroische kommt wieder, das Kriegerische, Harte, Unerbittliche.

Nachdem man es in Deutschland jahrzehntelang sorgsam exorzierte, unerbittlich austrieb, ja sogar unter Strafe stellte, wird es jetzt wieder nachgefragt.

Die Deutschen hatten fast sechs Dekaden das “Nie wieder Krieg” zu ihrem obersten Gebot erhoben und sogar in ihrem Grundgesetz festgeschrieben, dass sie nur in einem Verteidigungsfall je wieder zu den Waffen greifen würden, doch unterdessen wurde eine neue Ära eingeläutet.

Das neue Zeitalter fing fast unmerklich und kriecherisch an. Es war von “Verantwortung” die Rede. Der Bruch wurde eingeleitet von einer rein äußerlich völlig unkriegerischen, ja unsoldatischen, meist unsportlichen, bisweilen sogar regelrecht schwabbeligen Gestalt. Diese konnte umso überzeugender von der Notwendigkeit des Krieges sprechen.

Außenminister Joseph Martin Fischer knackte damals den Widerstand der Grünen und der Deutschen insgesamt, in dem er mit Rücktritt drohte und gezielt die “Auschwitz-Brechstange” ansetzte:

„Wir haben immer gesagt: ‚Nie wieder Krieg!‘ Aber wir haben auch immer gesagt: ‚Nie wieder Auschwitz!‘”

Damit relativierte er völlig unzulässig den Schrecken des Holocaust, indem er die Situation in der damaligen serbischen Provinz Kosovo mit  Geschehnissen der Vergangenheit gleichsetzte und zugleich dass Trauma der Deutschen ob dieser Schuld gezielt ausnutzte und sie damit für die politische Debatte paralysierte. (weiterlesen…)

Terror. Wider die öffentliche Wortverwirrung und mediale Inkontinenz

Sonntag, 14. November 2010
Bombeanschlag v. Oklahoma 1995; Quelle: Wikimedia Commons

Bombenanschlag v. Oklahoma 1995 (Quelle: Wikimedia Commons)

Inkontinenz ist, einfach gesprochen, eine Unfähigkeit, etwas oder sich selbst zurückzuhalten. Man unterscheidet mehrere Formen derselben:

Harninkontinenz, also die Unfähigkeit oder das Unvermögen, den Harn zurückzuhalten, genannt Einnässen. Oder die Stuhlinkontinenz, genannt Einkoten, dann die Flatulenz, also das Unvermögen Fürze zurückzuhalten, schließlich die Milchinkontinenz, die das dauernde Tröpfeln aus dem entsprechenden Organ bezeichnet, sowie die Affekt-Inkontinenz.
Letztere ist das Gegenteil von Zurückhaltung, Selbstbeherrschung und Kontrolle, gemeinhin die Unfähigkeit Emotionen, wie z. B. Hysterie zu kontrollieren: Hysteriker sind also Menschen, die z. B. unfähig sind, Ereignisse angemessen zu reflektieren.

Wenn man sich die derzeitige Terrorberichterstattung zu den angeblichen Terror-Päckchen aus dem Jemen in den Medien ansieht, kommt man nicht umhin, zu konstatieren, dass es sich angesichts einer noch völlig ungeklärten Faktenlage um eine besonders schwere Form der medialen Inkontinenz handeln muss, die alle Merkmale des soeben Definierten trägt.

Unaufhörlich tröpfelt und trieft es aus allen Medienrohren, verbales Dauergefurze bestimmt die Szenerie und kindisches Dauereinkoten vor einer gefühlten Terrorgefahr wird zur politischen Strategie. Ein Vollbild der Affekt-Inkontinenz – Vernunft nirgends; die Unfähigkeit, Ereignisse angemessen zu reflektieren und zu bewerten – allenthalben zelebriert.

Hier der hysterische Hype, das eifrig-sabbernde Geschreibsel und Gelaber, dort die eiskalte Wahlkampfstrategie, der nachlassenden Popularität des Präsidenten eine terroristische Frischzelleninjektion zu verpassen.

Ich sah zufällig eine Talkrunde im US-Fernsehen, bei der ein Analyst für Obama ein Oklahoma (= Bombenanschlag auf ein Bundesgebäude im April 1995 in Oklahoma City) einforderte; durch dieses Ereignis hätte damals Präsident Clinton im Meinungsumfragesinkflug sich wieder mit dem Volk verbinden (“to reconnect”) können: “Today our nation is joined with you in grief, we mourn with you”. (weiterlesen…)

Bild dir deine Meinung: Finkelstein versus Pollak über den Gaza-Vorfall

Sonntag, 20. Juni 2010
Norman Finkelstein: streitbar, umstritten

Norman Finkelstein: streitbar, umstritten (Quelle: Ben Heine, Tlaxcala)

Im Fernsehkanal von “Russia Today” wurde kürzlich eine heftige Debatte zum Thema “Gaza – wer ist schuld?” ausgestrahlt:

Dabei ging es hoch her zwischen Professor Norman Finkelstein, Politikwissenschaftler und Sohn von Holocaustüberlebenden, Autor von “Die Holocaust-Industrie. Wie das Leiden der Juden ausgebeutet wird” und “Antisemitismus als politische Waffe: Israel, Amerika und der Missbrauch der Geschichte” und (sein jüngstes Buch) “A Farewell to Israel: The coming break-up of American Zionism” (deutsch: “Ein Lebewohl an Israel: Das bevorstehende Auseinanderbrechen des amerikanischen Zionismus”, noch nicht übersetzt) und Daniel Pollak, Co-Direktor der Zionistischen Organisation Amerikas für Regierungsbeziehungen.

Hier einige Kernaussagen der beiden Kontrahenten:

Finkelstein (F): “Israel hat sich schwerer Verbechen schuldig gemacht. Die Gaza-Blockade ist ein eklatanter Verstoß gegen internationales Recht.”

Pollak (P): “Das Embargo und die Inspektion von Waren mit Ziel Gaza sind völlig legal.” Israel habe ein legales Recht, sich zu verteidigen, da die Hamas in Gaza herrsche und zum Töten von Juden aufgerufen habe.

Bekanntlich war ein Hilfskonvoi mit 10.000 Tonnen Hilfsgütern und ca. 800 Menschenrechtsaktivisten an Bord in internationalen Gewässern von Spezialtruppen geentert worden. Dabei sei es aus israelischer Sicht zu Provokationen gegen das israelische Militär gekommen, die mit dem Tod von 9 Aktivisten endeten. Die Bewegung “Free-Gaza” hatte immer wieder betont, dass es völlig illegal sei, 1,5 Millionen Menschen zu belagern, auszuhungern und einer kollektiven Strafe zu unterziehen. (weiterlesen…)

Iran: Propaganda-Enten häufen sich

Sonntag, 20. Juni 2010

Anfang des Monats verbreiteten die Medien (hier ein Beispiel aus dem Handelsblatt) vor dem Hintergrund der “Eurokrise”, der Iran plane seine Devisenreserven umzubauen. So wolle die iranische Zentralbank (CBI) den Euro massiv zugunsten des Dollars und von Gold umschichten. Wegen der anhaltenden Euroschwäche plane man, rund 45 Milliarden Euro zu verkaufen, der Anteil des Euro an der Devisenreserve solle von 55 % auf 15–20 % gesenkt werden.

Eine einigermaßen merkwürdige Meldung, die, unhinterfragt, natürlich zur momentanen “Euromiesmacherei” passt. So schlecht steht es also um den Euro, so könnte man denken, wenn sogar der US-Erzfeind Mahmud Ahmadinedschad wieder in US-Dollar investieren möchte! Cui bono? Ganz sicher nicht den Europäern, denn obwohl undemokratisch-diktatorisch eingeführt, ist der Euro nunmal momentan die Währung, in der unsere Konten geführt werden … (weiterlesen…)

USA-Russland-Deal: Waffen gegen Sanktionen

Donnerstag, 27. Mai 2010
S-300 Luftabwehrraketen; Quelle: greek military net

Waffen gegen Sanktionen: S-300 Luftabwehrraketen (Quelle: greek military net)

Unsere Bundeskanzlerin ist auf Reisen in der Region der Vereinigten Arabischen Emirate. Dort hat man Infrastrukturprojekte  in Höhe von 2,8 Billionen Dollar ausgeschrieben, und Merkel eilt herbei, denn schließlich gilt es die deutsche Wirtschaft anzukurbeln – gerade in Zeiten, wo nicht enden wollende Rettungsschirme für die Verluste einer Finanzscheinindustrie die reale Wirtschaft und ihre Produktion immer mehr hemmen. Natürlich steht auch der Iran erneut ganz oben auf der Agenda.

Wir erinnern uns: Stichwort: Atomwaffen, Verdacht des Strebens nach.

Die deutsche Kanzlerin möchte den Arabern wieder einmal den deutschen Schulterschluss mit den USA und dem befreundeten Nahoststaat demonstrieren. Da mutet es doch zumindest merkwürdig an, wenn am selben Tag in den Zeitungen zu lesen ist: „USA erlauben russische Raketenlieferungen an den Iran.“ (GA Bonn, 25.5.10). Weiter heißt es: „Wenige Tage nach der Moskauer Zustimmung zu Iran-Sanktionen haben die USA grünes Licht  für russische Waffenlieferungen an Teheran gegeben. Bisherige Einwände gegen den Verkauf von Flugabwehrraketen seien fallengelassen worden, berichtete die ‚New York-Times’ am Samstag weiter.

Ja geht’s noch?  Washington und Moskau sind sich also nunmehr einig, dass es sich beim Iran um einen gefährlichen Staat handelt, den man mit Sanktionen belegen muss, andererseits sind beide der Meinung, dass man Teheran ruhig aufrüsten dürfe. Warum das? Damit es, falls der „Verteidigungsfall“ gegen den Iran eintreten sollte, dort besser kracht?

Wie immer, wenn sich um eine interessante Meldung handelt, steht diese, klein, hässlich, und unkommentiert in irgendeiner „Strafecke“ der Zeitung. Mal bei „Russia Today“ schauen: (weiterlesen…)

Seiten: 1 2 Nächste