Archiv für die Kategorie ‘Orwellsches’

Portugiesische Erzählungen

Sonntag, 11. Dezember 2011

Ich kenne einen Portugiesen, der seit vierzig Jahren in Deutschland arbeitet, ab und an machen wir ein Schwätzchen. Dieses Jahr musst er schon mehrmals nach Porto fliegen, aus familiären Gründen. Jedesmal bringt er Reiseeindrücke mit und erzählte mir diesmal:

Es wird immer gefährlicher, man kann nicht einmal mehr sein Auto parken. Sofort nähert sich eine Gestalt und will auf das Auto aufpassen, wenn man ablehnt, findet man sein Auto nachher demoliert oder aufgebrochen wieder. Also muss man sofort zahlen.

Die Bauern auf dem Land können nicht einmal mehr ihre Gerätschaften auf dem Feld stehen lassen. (weiterlesen…)

Utoya: Ungereimtheiten

Donnerstag, 28. Juli 2011

Zeitablauf Utøya nach Darstellung der norwegischen Polizei:

  • 17:02 Uhr: Erste Meldungen gehen ein
  • 17:27 Uhr: Benachrichtigung über das Schießen auf Utøya im Polizeidistrikt Nord Buskerud
  • 17:30 Uhr: Operations Centre der Osloer Polizei erhielt Information der Vorfälle in Utøya
  • 17:38 Uhr: Oslo-Polizei Gewährung von Hilfe auf Anfrage von Nordre Buskerud Polizeistation
  • 17:52 Uhr: Die erste Polizeistreife trifft in der Gegend ein – muss auf ein geeignetes Boot warten
  • 18:03 Uhr: Nachricht, dass das Boot unterwegs ist
  • 18:09 Uhr: Emergency Squad (Spezialeinheit) auf dem Festland
  • 18:25 Uhr: Emergency Kader landete auf Utøya
  • 18:27 Uhr: Der Täter festgenommen, Angeklagter mit Munition festgenommen

Damit ist polizeilich bestätigt, dass es anderthalb Stunden dauerte, bis den Jugendlichen auf der Insel Hilfe zuteil wurde. 86 Personen starben … Es wurde Kritik gegenüber der Polizei laut. Diese argumentierte jedoch, es sei Ferienzeit, man habe nur einen (!) Hubschrauber zur Verfügung gehabt und die Crew sei im Urlaub gewesen. (weiterlesen…)

Nutznießer der norwegischen Anschläge und Antworten aus dem “2083 … Manifest”

Dienstag, 26. Juli 2011

Kaum sind die Toten der norwegischen Anschläge begraben, stellen die ersten Politiker bereits Forderungen und suchen Kapital aus dem furchtbaren Ereignis zu schlagen: Allen voran Hans-Peter Uhl (CSU) und der deutsche Innenminister Hans-Peter Friedrich, welche die vom Bundesverfassungsgericht untersagte Wiedereinführung der verdachtslosen Datenspeicherung fordern.

„Im Vorfeld muss die Überwachung von Internetverkehr und Telefongesprächen möglich sein. Nur wenn die Ermittler die Kommunikation bei der Planung von Anschlägen verfolgen können, können sie solche Taten vereiteln und Menschen schützen“, sagte Uhl  (CSU) gestern der „Passauer Neuen Presse”. (weiterlesen…)

Jippi: Ein neuer Emmanuel Goldstein ist uns verkündet

Samstag, 18. Juni 2011

285px-1984emmanuelgoldstein1Ich hatte schon Entzugserscheinungen: Zehn Jahre mit dem traurigsten und häßlichsten Gesicht der Welt sind kein Pappenstiel. Sowas hinterläßt Spuren. Sowas zeichnet einen. Zehn Jahre tröteten Warnungen die Luft und röteten Tarnungen den Boden.

Da kann niemand so plötzlich erwarten, dass wir ohne dieses Phantom aus der Höhle so einfach unsere Ruhe haben sollen, wollen, können?

Wie auch immer: Auch die Sporttaucher, die diesem Untoten jetzt hinterhertauchen wollen, werden sicher auch nur auf heiße Luft stoßen – ne Unterwasserblase oder so.

Emmanuel Goldstein, wikimedia commons

Emmanuel Goldstein (oben) aus "1984 – der Film" (Quelle: Wikimedia Commons)

Doch dem Phantomschmerz kann so nicht abgeholfen werden, da muss schon was Neues her. Wenn sie’s jetzt nicht gemacht hätten, hätte ich mir was einfallen lassen.

Der neue Goldmann alias Sawahiri lebt, so vermutet man, genau: in einer Höhle im fernen, mystischen afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet; in einer Höhle war es ebenfalls, wo er den verewigten Anführer und Märthürer in den späten 1980ern, nee ich glaub Märthyrer, oder nee Märtyrer der Blooderhood kennen lernte, so müsste es jetzt ok sein. (weiterlesen…)

Dioxin? Da gackern wir uns einen.

Samstag, 29. Januar 2011

sabinchenIm jüngsten Skandal um Dioxinfunde in Eiern, Hühner- und Schweinefleisch fiel auf, das die Rücksichtnahme auf die EU mittlerweile dazu geeignet ist, ein schnelles Eingreifen auf nationaler Ebene z. B. mit einer Deklarations- und Versicherungspflicht bei den Futtermittelherstellern zu behindern. Landwirtschafts- und Verbraucherschutzministerin Aigner erschien als Ministerin “ohne Land”, ohne Zuständigkeit, als Ministerin der freiwillig ausgeübten Selbstbeschneidung ihrer vom deutschen Volk an sie übertragenen Befugnisse.

Der Hinweis auf die Notwendigkeit “europäischer Regelungen” gilt mittlerweile als Standardausrede für Denkfaulheit und Duckmäusertum vor der vermeintlich allmächtigen, all-kompetenten, jedoch nicht demokratisch gewählten EU-Kommission.

EurAktiv, das Portal für europäische Nachrichten, Hintergründe und Kommunikation, lobte in einem Artikel vom 14.1.2011 ausdrücklich, dass Aigner laufend brav nach Brüssel Bericht erstattet habe: “Aigner verwies darauf, dass ihr Ministerium seit dem Ausbruch des Dioxin-Skandals ‘laufend an die EU-Kommission berichtet’ habe. ‘Die Kommission hat uns bescheinigt, dass unser Handeln hervorragend war’, so Aigner.”

Wie peinlich ist das denn? Sind wir hier in der Schule? Dieser Trend dazu, vor der EU-Kommission zu kuschen und zu kreuzbuckeln, sich “Bescheinigungen” ausstellen zu lassen, riecht nach neuem Untertanengeist, den wir doch gerade erst überwunden glaubten. Die EU-Kommissare sind von den einzelnen EU-Regierungen eingesetzte, hochbezahlte Beamte, die sich in einem Dauerzustand der Amtsanmaßung gegenüber demokratisch gewählten Ministern befinden, den letztere auch noch befördern. (weiterlesen…)

“Klima” als Orwellscher Begriff

Dienstag, 07. Dezember 2010
Mangroven; Quelle: Wikimedia Commons

Mangroven (Quelle: Wikimedia Commons)

“Klima” ist zu einem Orwellschen Begriff geworden. Mit dem Stichwort “Klima”, “Klimaerwärmung” oder “Klimawandel” werden Sachverhalte verunklart, verfälscht und in irreführende Zusammenhänge gestellt.

Die Welt war schon immer ein recht unsicheres, keinesfalls stilles Örtchen. Auch das Klima war vielfältigsten Schwankungen unterworfen. Wenn man antike Schöpfungsmythen rekapituliert, so berichten diese von furchterregenden Götterkriegen, Einsturz des Firmamentes, Bersten der Himmel, mehreren Sonnen, Sintfluten. Im Vergleich mit derartigen Fährnissen klimamythologischer Zeiten geht es uns wohl noch insgesamt gesehen ausgezeichnet.

Natürlich waren und sind einige Gegenden (egal ob A-, B-, oder CO2)  unsicherer als andere. Schon immer. Zu den unsichereren Orten zähl(t)en z. B. immer und überall auf der Welt Gebiete in Meernähe. Das ist heute anders: Heute heißt das Klima.

Auch ist kaum noch die Rede von Abholzung der Wälder, von Raubbau und Umweltzerstörungen aller Art, oder gar von Hunger, Armut und einer ungerechten globalen Wirtschaftsordnung – nein, immer und zuverlässig stellt sich der zunehmende Klimawandel als alleinge Ursachen aller Wirkungen heraus.

In einschlägigen Reportagen vorwiegend aus fernen Länder gibt man sich infolgedessen kaum noch die Mühe, Faktoren sorgfältig zu analysieren und zu benennen, damit hält man sich nicht mehr auf: (weiterlesen…)

Terror: Die Liste der Forderungen

Mittwoch, 24. November 2010

Diffuse Terrorgefahren, Hinweise auf Erkenntnisse, dunkle Geheimnisse, Gemunkel der Nachrichtendienste, Warn und Alarm allenthalben. Angst und Furcht schüren – tagtägliche Dauerübung, Hysterie ersetzt Verstand, Dezenz und Anstand. Die öffentlichen Terrordauerschaumschlägereien ermöglichen Verbrechen, ja sie machen sie zu einem Kinderspiel:

Im März dieses Jahres betrat ein verzweifelter Junkie eine Bonner Bank mit einer zu Hause notdürftig zusammengebastelten Bombenattrappe (GA Bonn, 19.11.2010). Er legte das Bastelwerk auf den Tisch mit den Worten “Sie wissen, was das ist!” und – ja, man wusste, was das war: Ein Terroranschlag natürlich. Daraufhin gab man dem Drogensüchtigen flugs 2000 Euro, der Mann zog ab. Wie lange die Bombenattrappe dort auf dem Bankschalter verweilte und wie viele Stunden sie Angestellte, Kunden und Polizei in Atem hielt, ist nicht überliefert.

Jetzt wurde der Mann vom Bonner Landgericht wegen “schwerer räuberischer Erpressung” zu 2 Jahren und 4 Monaten Haft verurteilt. Die Zivilgesellschaft Deutschlands sieht sich zur Zeit ebenfalls einer schweren und anhaltenden räuberischen Erpressung ausgesetzt: Nicht nur werden Bombenattrappen von allerlei wunderlichem Volk, 80-jährigen Schwiegermüttern, Geheimdienstkrämern, Nachrichtendienstlern usw. in der Weltgeschichte herumgeschickt, sondern auch tagtäglich, ja beinahe stündlich Warnungen ausgesprochen: Warnungen zur Wachsamkeit, Warnungen vor, Warnungen nicht zu und Warnungen überhaupt nicht mehr zu usw. Das zeigt Wirkung: Viele Menschen können überhaupt nicht mehr — ja sie meiden sogar das Denken. Selbst die Polizei nässt ein. (weiterlesen…)

Boycott-Kampagne gegen Amazon: Was steckt dahinter?

Donnerstag, 18. November 2010
FAcebook: KAmpagne gegen Amazon-Buch

Facebook: Kampagne gegen Amazon-Buch

Immer wenn es es  in den Medien um das Thema Pädophile geht, sollte man mittlerweile erst einmal fragen: Geht es um konkrete Personen, denen ein konkretes Vergehen vorgeworfen wird oder geht es um das Internet und seine Reglementierung oder um die Reglementierung einer anderen Institution?

Beim Thema Pädophilie hört bekanntlich der Spaß auf. Aber mit dem Thema kann man auch punkten, die Popularität aufpolieren, denn man weiß eine breite Mehrheit hinter sich, niemand widerspricht. Und genau das ist der Punkt.

Der Internetversandhandel AMAZON ist in der Kritik im Zusammenhang mit Pädophilie. Amazon habe ein Pädophilenbuch verkauft: “The Pedophile’s Guide to Love and Pleasure”, also einen Pädophilen-Ratgeber für Liebe und Vergnügen. News.de:  “Der Autor des E-Books behauptet, Pädophile würden missverstanden, schließlich gehe es ihnen um die Liebe zu Kindern. Es sei jedoch ein Verbrechen, wenn Erwachsene ihren Sexualtrieb gegenüber Kindern ausleben würden, fügt er hinzu. In dem Buch erteile er Ratschläge, wie sich Pädophile an das Gesetz halten können.”

Fakt ist: Es gibt Pädophile. Wenn dieses Buch, das bisher kaum jemand gelesen haben dürfte, tatsächlich Ratschläge erteilt, wie Pädophile besser mit ihrer fatalen Neigung umgehen könnten – eigentlich gut so. Innerhalb weniger Tage wurde einen Kampagne losgetreten, zum Boykott gegen Amazon aufgerufen: (weiterlesen…)

Zur Sicherheit Terror-Päckchen

Freitag, 12. November 2010
Bedeutung der Verteidigungsindustrie; Quelle isr. Außenministerium

Bedeutung der Verteidigungsindustrie; (Quelle: Isr. Außenministerium)

Es gibt 5 nennenswerte Industriezweige im Nahhoststaat Israel:
Die Softwareindustrie, die Schmuckindustrie, die Telekommunikationsindustrie, die Bauindustrie und die Sicherheitsindustrie.
Am bedeutsamsten und umsatzstärksten ist letztere; nach 2001 erlebte sie einen ungeahnten Boom.  Allein 2005 exportierte die israelische Sicherheitsindustrie Sicherheitstechnik für 3 Milliarden Dollar ins Ausland.

Das war nicht immer so: Das israelische Außenministerium erinnerte 2002 in einem Artikel “Facets of the Israeli Economy. The Defense Industry”: “In den letzten 15 Jahren sah sich israelische Verteidigungskonzerne mit einem schrumpfenden Markt für militärische Hardware konfrontiert und unternahmen daher gemeinsame Anstrengungen, ihre Forschungs- und Entwicklungsteams für die Erfindung von Produkten für nicht-militärische Märkte einzusetzen und noch häufiger dafür, Verteidigungstechnologie für zivile Anwendungen anzupassen. In der Tat können viele der innovativsten Produkte, die von der israelischen zivilen High-Tech-Industrie entwickelt wurden, insbesondere auf dem Gebiet der Telekommunikation, ihren Ursprung auf militärische Technologie zurückführen.”

Ein äußerst zukunftsträchtiges Spezialgebiet der israelischen Sicherheitsindustrie ist heute die Airport-Security, also die Sicherheit und Überwachung von Flughäfen. Die Flughäfen von New York (JFK), Heathrow  (London), Hannover, Tel- Aviv und Singapur sind bereits mit israelischer Technologie ausgestattet.

Israel verfügt laut dem “Israeli Innovation News Service” über 10 potenzielle “Top Ten”-Security-Technologie-Exportschlager. Als da wären: (weiterlesen…)

Erschütterndes Video: Im Flugzeug über dem Golf von Mexiko

Montag, 28. Juni 2010

Das folgende Video, was ich gerade im Netz fand, ist die schrecklichste Dokumentation der Ölkatastrophe, die ich bisher sah:

Ich finde keine Worte …

BP soll angeblich solche Videos entfernen.

Die folgende Dokumentation trug ebenfalls diesen Vermerk.

Ein britischer Journalist spricht vor Ort mit Überlebenden der Bohrinsel-Katastrophe. Diese Leute waren bisher quasi gar nicht in den Medien präsent, und wenn man das anhört, was sie hier im Interview berichten, weiß man warum … (weiterlesen…)

Hopi-Prophezeiung über das Öl-Desaster im Golf von Mexiko?

Montag, 28. Juni 2010
Ölteppich im Golf von Mexiko; Quelle: NASA

Ölteppich im Golf von Mexiko (Quelle: NASA)

Gestern habe ich mich für zeitgeist Online ziemlich nüchtern mit dem Öldesaster im Golf von Mexiko befasst, heute mache ich es an dieser Stelle ganz emotional – und stelle mir einige Fragen, von denen vermutlich die wenigsten beantwortet werden können.

Wer, wie ich, als Kind fast jedes Buch von Karl May gelesen hat und bei Winnetous Tod heiße Tränen vergoss, weiß natürlich, dass der Weiße Mann oft mit gespaltener Zunge redet und Böses tut, der Rote Mann dagegen oft edel ist.

Beinahe jeden Morgen gehe ich denselben Weg am Fluß entlang, meine Hündin einige Meter vor mir oder hinter mir. Fast immer spüre ich schon vorher die Stelle, wo er am Flussufer sitzt und seinen Hund beobachtet. Er ist ein äußerst kleinwüchsiger, kompakter südamerikanischer Indio, unter seiner roten Baseballkappe, die auf einem Kopf wie festgewachsen erscheint, fällt hinten ein tiefschwarzer Zopf heraus. Der Mann war Musiker und ist jetzt für irgendjemanden Hundehüter, eine kleine, beeindruckende Energieknolle mit rollendem “R”.

“Man hat Mutter Erde in den Leib geschossen”, sagt er kurz und grimmig, “jetzt ist sie am Verbluten.”

Tja, so kann man das wohl sehen. Wie aber kriegt man bloß diese Blutung zum Stillstand?

“Die Erde gibt ihr Blut und ihr Wasser freiwillig. Alles, was sie noch tief unten verborgen hält, ist nicht gut für den Menschen, bringt Unheil”, sagt er noch. (weiterlesen…)

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