„Patienten wurden während der Verhöre zur Behandlung zu uns gebracht, um sie wieder fit zu machen für die Fortsetzung der Befragung. Das ist vollkommen inakzeptabel. Wir sind in Misrata, um Kriegsverletzte und kranke Gefangene medizinisch zu versorgen – aber sicher nicht, um wiederholt dieselben Patienten zwischen Verhörsitzungen zu behandeln. [...] Einige Behördenvertreter haben versucht, die medizinische Arbeit von Ärzte ohne Grenzen zu instrumentalisieren oder zu behindern“, erklärt Christopher Stokes, Geschäftsführer von “Ärzte ohne Grenzen” in Belgien.
Die Rede ist von mindestens 115 Gefangenen der neuen “demokratischen” Übergangsregierung in einem Internierungszentrum in Misrata, die außerhalb dieses Gefängnisses gefoltert wurden. “Ärzte ohne Grenzen” arbeitet seit April 2011 in Libyen. Da ihre Beschwerden bei den neuen Behörden kein Gehör fanden, stellt die Organisation nunmehr die Arbeit in Misrata ein: Die Arbeit der Ärzte sei nicht, die Gefangenen zwischen den Foltersitzungen wieder fit zu machen (hier die Presseerklärung v. 26.1.2012).
Ein Bericht von Amnesty International vom 26.1.2012 spricht ebenfalls von einer Welle der Brutalität: “Libyen: Tod von Gefangenen inmitten weitverbreiteter Folter”. (weiterlesen…)



















