Archiv für die Kategorie ‘Realsatire’

Induziertes Irresein: “Wir schaffen das” Gagaland

Freitag, 27. November 2015

 

Die nachfolgende Textcollage wurde im Wesentlichen aus zwei Zeitungstexten, einer aus der Werra Rundschau und einer aus der WAZ und einem Leserbrief zusammengefügt. Ergänzend dazu wurden nur einige aktuelle Losungen bzw. Lieder sowie Zitate von Angela Merkel hinzugefügt, die in der Öffentlichkeit bekannt wurden.

Das Ganze wurde zu einem Audiostück verarbeitet, das die Autorin, mit verteilten Rollen, gleich selbst liest. (weiterlesen…)

Russland-Sanktionen: Deutschlands willige Vollstrecker in der Wirtschaft

Donnerstag, 07. August 2014

Dysfunktional: Ostausschuss der deutschen Wirtschaft

Unter „Über uns“ erklärt der Ostausschuss der deutschen Wirtschaft seine Daseinsberechtigung so:

Er „repräsentiert die Interessen der deutschen Wirtschaft“ seit 1952 in heute 21 Ländern des (süd)östlichen Europas, darunter auch Russland. Der Ostausschuss versteht sich als Brücke: „Mit den Instrumenten der Wirtschaftsdiplomatie richtet er in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung Gesprächsrunden zwischen osteuropäischen Regierungsmitgliedern und deutschen Unternehmen aus“. Er organisiert an große Anzahl einschlägiger Veranstaltungen und vernetzte jung Fachleute aus den beteiligten Ländern. U. a. führt er auch die Deutsch-Russischen Gespräche Baden-Baden durch.

Zu den Zielen des Ostausschusses gehören u. a. die „ die Intensivierung der Wirtschaftsbeziehungen mit den betreuten Ländern“, „Verbesserung der Handels- und Investitionsbedingungen für deutsche Unternehmen“. Der Ausschuss bietet zudem sein „Netz an Kontakten zu Regierungsstellen und Wirtschaftsvertretungen“.

Er kann die crème de la crème der deutsche Wirtschaft zu seinen Mitgliedern zählen: U. a. sind die fünf Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft (Bundesverband der Deutschen Industrie, Bankenverband, Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft, Außenhandelsvereinigung des Deutschen Einzelhandels und Zentralverband des Deutschen Handwerks) Träger der Vereinigung. Darüber hinaus gehören aktuell „über 200 Mitgliedsunternehmen“ dazu „vom Mittelständler bis zum DAX-Unternehmen (Stand: Juli 2014)

Der Ostausschuss der deutschen Wirtschaft wäre mit seinen jahrelang gefestigten, guten Kontakten nach Osten dazu prädestiniert gewesen, im aktuellen Ukraine-Konflikt als ehrlicher Makler und Vermittler zwischen den Konfliktparteien aufzutreten. Leider war davon rein gar nichts zu spüren – ein totales Versagen, wo ein „Netz von Kontakten“ hätte auffangen können und sollen. (weiterlesen…)

Akif Pirincci und der Zyonismus

Mittwoch, 23. Juli 2014

Muhammed al-Chwarizmi, Erfinder des Algorithmus (Quelle: Wikimedia Commons)

Ich habe Pirinccis „Deutschland von Sinnen“ gelesen, mich größtenteils amüsiert, ob seiner derben Bodenständigkeit gekichert und empfand seinen üppigen, überschäumenden sprachlichen Orientalismus à la „Deutscher Mann, du bist das starke Geschlecht, in deinen Sehnen [meint er Händen?] ruht die Kraft und die Herrlichkeit des deutschen Landes …“ durchaus als eine stilistische Bereicherung für die deutsche Sprache.

Seine gezielten sprachlichen Tabubrüche („arschgefickt“ u. dgl.) halte ich in Notfällen, die es ja nicht wenige gibt, klar, als gezielte Maßnahme zum Unter- bzw. Durchbrechen des Bessermenschen-Speaks und zur Erzwingung von Aufmerksamkeit beim nicht selten komatösen Publikum für legitim, stelle bei mir selbst aber nach einigen Malen gewisse Ermüdungserscheinungen fest. Die Grenze zum Prolligen ist bisweilen überschritten, der edle Zweck kann nicht endlos mildernde Umstände erzwingen … (weiterlesen…)

Fußball-WM 2014: Warum wir alle Versager sind!

Donnerstag, 17. Juli 2014

Die Rückkehr des "Blutkriegers", Quelle: youtube Still-Ausschnitt

Endlich ist sie vorbei, diese Fußball-WM! Wir sind Weltmeister?! Bin ich jetzt Weltmeister? Nö. Und das ist gut so.

Der aktuelle Ausbruch von schlimmstem Nationalismus auf der Fanmeile am Brandenburger Tor übertraf alle Befürchtungen und Klischees, die man über den notorischen Männer-Sport Fußball haben kann:

Angeblich harmlose Fans feierten „ihre“ Mannschaft, “ihre” „Fußballgötter“, aber wer da Augen hatte zu sehen, konnte unschwer erkennen, dass hier weniger der Ball rollte, sondern der alte, hässliche Nationalismus, verkleidet als moderner, weltoffener Patriotismus, aus seiner Stankhöhle kroch.

Und gerade weil dieser angeblich neue, unverkrampfte Patriotismus nett und unpolitisch daherkommt, sollte er umso mehr Anlass zur Wachsamkeit geben, damit deutlichen Anfängen gewehrt werden kann! (weiterlesen…)

Pädagogisch wertvoll: Familienausflug zur Christopher-Street-Day-Parade

Mittwoch, 09. Juli 2014

Moderne, zeitgemäße Kleinkindererziehung sollte so früh wie möglich, also sobald die Kleinen laufen können, dafür sorgen, dass Eltern mit ihren Sprösslingen dem Christopher-Street-Day beiwohnen — dieser Meinung ist zumindest Kathy Stolzenbach, in einem Artikel, der vom Generalanzeiger (Bonn, Köln) und dem Nachrichtensender NTV vertrieben wird: “Ausflug zum Christopher Street Day: ‘Mama warum muss der Mann an die Leine?‘” Aus den Augen und im Namen kleiner Kinder wird über das offensichtlich als pädagogisch wertvoll angesehene Straßenereignis als “Familienausflug” berichtet.

Sie kennen den CSD nicht? Nun, hier tummeln sich Exhibitionisten aller Couleur (meist vorgeschrittener Jahrgänge), mithin also Menschen, die unter Zeige- oder Zurschaustellungssucht lustvoll “leiden” und dabei offenbar erhebliche persönliche Befriedigung erfahren. Sich nackt oder halbnackt im sexuellen Kontext zu inszenieren, ist vor Erwachsenen im öffenlichten Raum teilweise toleriert, vor Kindern jedoch strafbewehrt — eigentlich… (weiterlesen…)

Zwei Helden der freien Rede

Samstag, 31. August 2013

Erzengel Michael erschlägt einen Drachen mit dem Schwert. Spanische Illustration aus dem späten 14. oder frühen 15. Jahrhundert (Quelle wikimedia commons)

Wenn die Medien hysterisch um Bombardierungen betteln und psychopathische Politiker sich in ihren grotesken Kriegstänzen immer schneller drehen, dann wären dies (eigentlich) die Stunden für Georg und Michael, das Schwert der Wahrheit und Vernunft zu ziehen und den Drachen in Notwehr abzustechen.

Michael, der Nationalheilige der Deutschen, und Georg sind beides christliche Heilige, die, ganz wie Siegfried den Fafnir, den Chaos-Drachen besiegten: den Lindwurm, der Menschenschädel in seinen Krallen umklammert hält und einen üblen Pesthauch ausströmt.

Wer hätte in unserer an (wirklichen!) Helden so armen Zeit noch die Cojones, die Bestie wenigstens wieder in ihre Stankhöhle zurückzutreiben?

Doch, Überraschung, George und Michael tauchten auf in Gestalt des unnachahmlichen Abgeordneten George Galloway, der im britischen Unterhaus vor der entscheidenden Abstimmung über die Syrienbombardierung eine funkensprühende Rede hielt. Galloway war Labour-Abgeordneter und vertritt heute eine linksgerichtete Partei, die sich aus Protest gegen den Irakkrieg von Labour abgespalten hatte.

Galloway besticht durch eine profunde Kenntnis der Situation und Geschichte des Nahen Ostens und des Islam. Sein schottischer Zungenschlag mit dem kräftig gerollten “r” ist ein Hörereignis. Nachfolgend seine Rede im britischen Unterhaus am 29.8., in der er sich vehement gegen eine Bombardierung Syriens wandte; sie dürfte zur Abstimmungsniederlage David Camerons am 30.8. beigetragen haben: (weiterlesen…)

Warum künftig Millionen Afrikaner (und andere) schwul werden, damit sie in Deutschland (und anderswo in der EU) Asyl erhalten

Freitag, 12. Juli 2013

"Drawn together" (Quelle: YouTube-Still; sexuelle Neigungen bald Asylgarantie

Eleanor Sharpton, britische Generalanwältin beim EuGH (Quelle: unbekannt)

Der von Gottes Gnaden entscheidende Gerichtshof der Europäischen Union in Luxemburg (EuGH, kurz Europäischer Gerichtshof genannt) wird ein Urteil fällen, das dem Antrag seiner Generalanwälte entspricht, weil das immer so ist:

In diesem Falle geht es um einen Antrag von Herrn, Verzeihung Frau Eleanor Sharpston, die von den EU- Regierungen (keine Gewaltenteilung) eingesetzte Generalanwältin beim EuGH.

Drei (angeblich) Homosexuelle aus Sierra Leone, Uganda  und dem Senegal hatten versucht, ihr Anrecht auf Asyl in den Niederlanden mit Hinweis auf eine Verfolgungssituation in ihren Herkunftsländern wegen ihrer sexuellen Orientierung einzuklagen.

Sharpston, die noch von Tony Blair eingesetzt worden war, fand insbesondere unzumutbar, seine sexuelle Neigung zu verbergen, um in genannten Ländern strengen Strafen zu entgehen.

Das niederländische Ministerium für Einwanderung und Asyl hatte die Asylanträge der drei Afrikaner ursprünglich abschlägig beschieden mit dem Hinweis, es sei zumutbar, sich  “beim öffentlichen Ausleben ihrer Homosexualität” in ihren Herkunftsländern zurückzuhalten.

Diese wirklichkeitsfremde Haltung des EuGH gibt erneut Anlass, seine Abschaffung zu fordern: Seine Richter und Generalanwälte werden von den Regierungen der EU-Mitgliedsstaaten jeweils für sechs Jahre ernannt. Damit verfügen sie weder über demokratische Legitimation noch genügen sie dem seit der Aufklärung notwendigen Prinzip der Gewaltenteilung. Faktisch bestimmen die acht Generalanwälte die Richtung, dem der Gerichtshof “meist” folgt. (weiterlesen…)

Muss die EU-Kommission jetzt selbst unter den Rettungsschirm?

Mittwoch, 03. April 2013

Die EU-Komission kann ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen: “Seit Jahren stauen sich nicht bezahlte Rechnungen in der EU an und werden von einem ins nächste Jahr mitgenommen.” Damit macht sich die EU-Kommission der Insolvenzverschleppung schuldig. “Dem EU-Parlament zufolge sind es mittlerweile insgesamt 217,3 Milliarden Euro” an unbezahlten Rechnungen, so eine Meldung der Deutschen Wirtschaftsnachrichten vom 3. April 2013.

Daher fordert die EU-Kommission in einem Nachtragshaushalt nun 11,2 Milliarden Euro. Das Pikante daran: In Zeiten, in denen allen EU-Staaten teilweise selbstmörderische Sparmaßnahmen auferlegt werden, demonstriert die EU-Kommission, dass sie nicht mit Geld umgehen kann und faktisch zahlungsunfähig ist. (weiterlesen…)

Bonn-Bad Godesberg sagt Syrienbenefiz der Salafisten ab

Mittwoch, 20. März 2013

Am Ostersonntag sollte es in der Stadthalle Bonn-Bad-Godesberg eine Benefizveranstaltung der Salafisten zugunsten Syriens geben, bei der u. a. so bekannte Gestalten wie die Prediger und Koranverteiler Ibrahim Abu Nagie, Abu Dujana und Ex-Boxer Pierre Vogel erwartet wurden. Der Pächter der Halle hatte der islamkritischen Partei Pro-NRW 2010 einen Mietvertrag verweigert, den Islam-Fundamentalisten jedoch die Halle vermietet.

Das führte zu Unmut, jedoch nicht nur bei der Partei, deren Vorsitzender unlängst von Fanatikern für einen Anschlag ausgewählt worden war, sondern auch bei der örtlichen Bevölkerung, die nach der gewalttätigen Demo letztes Jahr in Lannesdorf nahe der King-Fahd-Akademie erst einmal die Nase voll hatte von religiösem Remmidemmi. (weiterlesen…)

Kölscher Klüngel wie er leibt und lebt: Arsch huh Zäng ussenander…

Sonntag, 11. November 2012

Köln, Arsch Huh Konzert 2012

“Arsch hoch und Zähne auseinander” – propagandistische Übertreibung schlägt zuweilen ins Surrealistische um. Da waren sie wieder, 20 Jahre danach: die Kölschrocker mit türkischen Bands und Figuren der Kölner Politprominenz vereint am 9.11.2012 in Köln beim Konzert gegen “Neonazis und Rassismus” und, das ist neu: “gegen Ausgrenzung”.

Das Gespenst einer vermeintlich relevanten Neonazi-Gefahr und einer behaupteten Fremdenfeindlichkeit in Köln unter einer irgendwie bedeutsamen Mehrheit der Bevölkerung musste wieder einmal als Werbeplattform und Marketingidee  für verschiedene Rockgruppen und Künstler herhalten, die meisten mittlerweile in die Jahre gekommene geistige Alt-68iger mit einer 6 vor dem Komma. Athrose und Schlaganfall sind dort bereits ein Thema aber frisch und ungebrochen der Wille, “rechtes” Gedankengut, die “braunen Horden” zu bekämpfen, “den Arsch hoch zu kriegen, bevor es zu spät ist”, (zitter). (weiterlesen…)

Fußball-EM: Alles rund?

Montag, 25. Juni 2012

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) ist voll im Trend: Fußball ist längst nicht mehr nur ein schönes, kampfbetontes, doch letztlich unwichtiges Spiel, sondern hochpolitisches Staatsgeschäft: Friedrich stellte sich demonstrativ schützend vor Nationalspieler Mesut Özil, der Angriffen im Internet schutzlos ausgeliefert sei. Er verurteilte die rassistische Internethetze gegen den Nationalspieler als “widerwärtig” und forderte die Solidarität mit allen unseren Spielern.

Seit dem deutschen “Sommermärchen” 2006 wird in Deutschland eine Form des Patriotismus zugelassen und bis an die Debilitätsgrenze öffentlich gefördert: der deutsche Fußballnationalismus. Der Emotionalisierung wird mit allerlei schwarz-rot-gelben Narrenkostümen, Plastik-Firlefanz und reichlich Alkohol Vorschub geleistet, Public-Glotzing tut ein Übriges. (weiterlesen…)

Sind Adelige degenerierter? Z. B. schießen.

Sonntag, 22. April 2012

Die Erklärung, warum sich Froilan in den Fuß geschossen hat ... (Quelle: privat)

Aus Spanien erhielt ich nebenstehendes Foto mit dem Kommentar: “Die Erklärung, warum sich Froilan in den Fuß schoss“. Gemeint ist der 13-jährige Enkelsohn des spanischen Königs Juan Carlos, Felipe Juan Froilán, der sich auf dem Landsitz seines Vaters,  Jaime de Marichalar, beim Spiel mit einer Handfeuerwaffe in den Fuß schoss.

Der erneute Beweis dafür, dass man in royalen Kreisen Waffen selbstverständlich als Spielzeuge betrachtet, gemahnt an Juan Carlos’ eigene Vita: Der 18-jährige hatte bereits ein Jahr auf einer Militärakademie absolviert, als er 1956 “aus Versehen” seinen vier Jahre jüngeren Bruder Alfonso in den Kopf schoss. Die spanische Königsfamilie weilte damals im Exil im portugiesischen Estoril. Eine Untersuchung des Todesfalls durch die portugiesischen Behörden fand nie statt, Juan Carlos’ Vater versenkte die Tatwaffe persönlich im Meer und soll seinen Sohn aufgefordert haben: “Schwör mir, dass du es nicht absichtlich getan hast!

Der jetzige spanische König wurde damals als Ziehsohn des spanischen Diktators Franco in Spanien ausgebildet; in einem Deal mit Franco wurde festgelegt, dass der Sohn Juan Carlos, nicht der Vater, Francos Nachfolge antreten sollte. (weiterlesen…)

Zum Rücktritt von Wulff

Freitag, 17. Februar 2012

… gibt es im Grunde nur zu sagen, dass die Presse noch nie so lange (sch)reiben musste, bis der hart erkämpfte Höhepunkt endlich kam.

(mein bisher kürzester Blogbeitrag. Ja, ich kann auch kurz!) :-))

Eurobonds längst beschlossene Sache?

Dienstag, 30. August 2011

Am Wochenende meldete sich Bert Rürup, jahrelang Chef der fünf Wirtschaftsweisen in Sachen Eurobonds und Transferunion zu Wort: „Jetzt die Wahrheit sagen. Umstrittene Eurobonds sind dem früheren Wirtschaftsweisen zufolge längst beschlossene Sache.“ (GA Bonn vom 27./28.8.2011).

Damit folgt Rürup einem bereits bekannten Muster: Zunächst wird der Wähler, die Öffentlichkeit, das Volk getäuscht, es wird beschwichtigt, abgewiegelt, abgestritten. Dann, nach einer Zeit, wird dazu aufgerufen, dem Volk reinen Wein einzuschenken, die Wahrheit zu sagen.

Derjenige, der „mutig“ die Wahrheit überbringt, umgibt sich wie selbstverständlich mit dem Nimbus des Anständigen, ja Heldenhaften. Die Medien erliegen regelmäßig seinem Charme.

Jedoch, es handelt sich hier in mehrfacher Hinsicht um eine Travestie und eine ungeheure Dreistigkeit: (weiterlesen…)

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