Archiv für die Kategorie ‘Realsatire’

Eurobonds längst beschlossene Sache?

Dienstag, 30. August 2011

Am Wochenende meldete sich Bert Rürup, jahrelang Chef der fünf Wirtschaftsweisen in Sachen Eurobonds und Transferunion zu Wort: „Jetzt die Wahrheit sagen. Umstrittene Eurobonds sind dem früheren Wirtschaftsweisen zufolge längst beschlossene Sache.“ (GA Bonn vom 27./28.8.2011).

Damit folgt Rürup einem bereits bekannten Muster: Zunächst wird der Wähler, die Öffentlichkeit, das Volk getäuscht, es wird beschwichtigt, abgewiegelt, abgestritten. Dann, nach einer Zeit, wird dazu aufgerufen, dem Volk reinen Wein einzuschenken, die Wahrheit zu sagen.

Derjenige, der „mutig“ die Wahrheit überbringt, umgibt sich wie selbstverständlich mit dem Nimbus des Anständigen, ja Heldenhaften. Die Medien erliegen regelmäßig seinem Charme.

Jedoch, es handelt sich hier in mehrfacher Hinsicht um eine Travestie und eine ungeheure Dreistigkeit: (weiterlesen…)

Boetticher – der bedrängte Hetero

Dienstag, 16. August 2011

Der Rücktritt des schleswig-holsteinischen stellvertretenden Ministerpräsidenten und Fraktionschefs der CDU im schlesw.-holst. Landtag hat mich geärgert.

Der Mann musste tatsächlich zurücktreten: Nicht, weil er irgendetwas falsch gemacht hätte, – eine 16-jährige ist schließlich kein Kind mehr, sondern in der Regel eine Frau mit Regel, falls sie nicht ein Entwicklungsproblem hatte – sondern weil er nicht standgehalten hat. (weiterlesen…)

Sarrazin-Lesung ungekürzt

Dienstag, 11. Januar 2011

Der andauernde Erfolg eines der (oder schon “des”) meistverkauften Sachbücher der letzten Jahrzehnte weckt  Neid und Missgunst, besonders bei Vertretern der schreibenden Zunft. Beim SPIEGEL wird die Entstehung des Buches als “Unfall” umgedeutet, und der Verlag und natürlich die 1,2 Mio. Leser im Nachhinein benörgelt und gerügt. In humorloser, korinthenköttelnder Manier besorgte das Jan Fleischhauer (Heft 51/2011, S. 40 ff.): “Zu erzählen ist die Geschichte eines Ungeheuers zwischen Buchdeckeln, das alle überwältig hat – den Autor, die Kritiker und erst recht den Verlag, der es freisetzte.”

Jan Fleischhauer. Sarrazin-Buch - verhängnisvoller Zufall; Quelle: wikimedia commons

Jan Fleischhauer. Sarrazin-Buch - "verhängnisvoller Zufall" (Bild-Quelle: Wikimedia Commons)

Fleischhauer zeichnet ein bejammernswertes Portrait des Chefs der DVA (Deutsche Verlagsanstalt), Thomas Rathnow, vom Erfolg des Buches “Deutschland schafft sich ab” völlig überrumpelt, ja gezeichnet. “Er will sich nicht öffentlich von dem Autor distanzieren, der ihm so viel Geld einbringen wird, dass er davon schlecht verkäufliche Bücher finanzieren kann. Aber er schafft es auch nicht, den Text richtig zu verteidigen.”

Dumm für den Spiegel, dass der DVA-Chef den Pudding macht und sich nicht an die Wand nageln lässt. Ist doch eigentlich auch nicht nötig nach den Verkaufszahlen. Fleischhauer beklagt Rathnows Interviewverweigerung und sein Sträuben, sich von dem eigenen  Bestsellerautor zu distanzieren. Wenn der Spiegel jemanden zur öffentlichen Selbstgeißelung und Selbstbezichtigung bittet, muss man als Verlagschef dem Begehren doch mannhaft Folge leisten, dachte sich Fleischhauer wohl. Wenn nicht, nun, so muss es sich bei dem Buch um “die Geschichte eines verhängnisvollen Zufalls” handeln. Jaja, doch doch, und jetzt beginnt die Spiegelgeschichte vor falschem Mitleid zu triefen: “Ein Griff, von dem andere Verleger ein Leben lang träumen und der ihm [Rathnow] nun den Schlaf raubt. Ein Lektor hatte Sarrazin in einer Talkshow gesehen und draufhin angeschrieben, ob man nicht  einmal reden wolle. Niemand habe ahnen könne, was daraus wird, sagt Rathnow erschöpft. Den Namen des Kollegen möchte er lieber nicht nennen, der Mann will sich nicht auch noch in der Presse wiederfinden.

Der Verlag habe sich eigentlich einen Text über den deutschen Sozialstaat gewünscht. “Von Ausländern sei am Anfang nie die Rede gewesen, sagt der Verleger” … Und so nahmen die Erschröcklichkeiten ihren verhängnisvollen Verlauf.

Der Interviewer, ein verkappter Chefankläger, dem Interviewten fehlt jedes Zeug zum Widerstandskämpfer, da kommt Mitleid auf, unversehens assoziiert man zwei Weicheier beim Eiertanz, das kann nicht gut gehen! (weiterlesen…)

Bravo! Karlsruhe legt Grenzen der Staatsverschuldung fest

Sonntag, 30. Mai 2010
Ausschnitt FAZ

Original-Ausschnitt FAZ

Ich seufze vor Dankbarkeit und Rührung über die mutige Tat unseres Bundesverfassungsgerichts: Endlich! Endlich hat unser oberstes Gericht, der dritte Pfeiler in der Architektur unserer Gewaltenteilung, einmal die Initiative ergriffen. “Ein Urteil mit Folgen” heißt es im Kommentar der FAZ. Endlich haben sich die Richter von der Entwicklung der Ereignisse nicht mehr um Lichtjahre abhängen lassen, sondern sind mutig und zeitnah der staatlichen Schuldenmacherei entgegengetreten und haben Grenzen aufgezeigt. Aber knapp war es doch. (weiterlesen…)

Ludwigsburger Goldraub: Kölner Oberlandesgericht als Filmstudio für Xatar-Gangsta-Video

Sonntag, 07. Februar 2010

Schwellende Muskeln, ein Benz, „an dem jede Felge blitzt”, eine fette Uhr am Handgelenk, eine Halskette wie für eine Garageneinfahrt, Frauen als Schlampen, die feucht werden, wenn sie den Helden dieser klar geordneten Welt kommen sehen: Xatar oder Giwar Hajabi, „der Bonner“ Gangsta-Rappa, Pate einer Bonner Parallelgesellschaft, u.a. durch Drogenhandel reich geworden.

Es gehört zum Stil der Bonner Zeitungen grundsätzlich keine Angaben zur Nationalität irgendwelcher Täter zu machen, eigentlich schade, durch diese unterschlagene Information geht einiges an Tiefenschärfe verloren.

Xatar

Rapper Xatar

Xatar – der typischer Bonner „Jung“?  Hajabi ist vor allem eins: ein glühender kurdischer Nationalist, der nichts auf die Fahne mit der gelben Sonne und ihren 21 Strahlen kommen lässt.

Xatar mit Kurdenflagge

Xatar mit Kurdenflagge

Irgendwie ist es fast nachvollziehbar: Ein Kurde aus einer Männerwelt, in der es viele Schicksale und Geschichten von kurdischer Unterdrückung gibt, die klare Regeln kennt wie „Ehre“, „Respekt“, Blutsverwandschaft“, „Großfamilienzusammenhalt“, „Blutrache“ usw. nach Deutschland gekommen, sogar hier geboren?, um nicht ganz „anzukommen“. Warum auch? Für diese „schwule“, ehrlose, verweichlichte Welt hat er nur Verachtung übrig, in Deutschland kann man das schnelle Geld machen, Drogen, Zuhälterei, jahrelang interessiert sich niemand dafür, wie Hajabi an sein vieles Geld kommt, noch dafür, dass der Kurdenpate keinerlei  Respekt für sein Gastland hat (oder ist er schon eingebürgert?).

Die Musikindustrie hat diese wütenden, dauererregten jungen Männer mit Immigrationshintergrund längst als Klientel ausgemacht. Frauen spielen dabei kaum noch eine Rolle. Die können froh sein, wenn sie mal irgendwo als Abziehbildchen zugelassen sind, ansonsten müssen sie Respekt zeigen, sonst kriegen sie eins auf die Fresse. Deutsche Jungmänner werden überhaupt nicht für voll genommen, weil sie nichts dagegen haben, dass ihre Frauen “gecheckt” werden.

Die schnaubenden adrenalingestressten Jungmänner pflegen ihre eigene Ästhetik und Mode, vorwiegend in den Farben schwarz-weiß-gold (vermutlich die zukünftigen Nationalfarben dieses Integrationsstandorts).

Zugegeben: Ich in auf diese theatralischen „Du-hast-meine-Ähre-gekränkt-Typen“ nicht besonders gut zu sprechen – das hängst noch mit meiner Schulzeit zusammen; andererseits gilt ihnen mein vollstes Verständnis, nein, nicht für ihr schlimmes Schicksal, weder so richtig Deutsche noch Kurden noch Türken zu sein, nicht so richtig angekommen zu sein und keinen so richtigen Schulabschluss zu haben, sondern ich verstehe voll und ganz, dass sie sich über Deutschland einfach nur lustig machen können – sie haben einfach keine andere Wahl. (weiterlesen…)

Nur noch Panne: HUNDERAP “Bombenalarm”

Donnerstag, 28. Januar 2010
Quelle:http://www.thefuntheory.com/2009/12/09/dog-poo-bank

Quelle:http://www.thefuntheory.com/2009/12/09/dog-poo-bank

Vor zwei Tagen blickten wir in einen Abgrund: den Sicherheitsabgrund: Teilevakuation des Münchner Flughafens: Ein Mann mit einem Schlepptopp sei weggerannt, obwohl er Sprengstoff darin versteckt hatte, behauptete jedenfalls ein Sicherheitscomputer — fälschlicherweise. Der Mann sei daraufhin geflüchtet — gestrichene Flüge, Wartezeiten, so macht Fliegen erst richtig Spaß! Der Bonner Generalanzeiger betitelte zwei Tage später diesen Anfall kollektiver Hysterie mit “Nur noch Panne”. Denn: Auf den Überwachungskameras war aufgezeichnet, dass der Mann gar nicht geflüchtet war, sondern ganz ruhig durch die Kontrolle ging, um vor dem Abflug noch ein wenig einzukaufen…
Ich hab mich zur Abwechslung mal mit meinem Hund über diesen Anfall kollektiver Bellelritis unterhalten, denn auch er kann ein Liedchen von sowas heulen! Welcome to the unreal world, to the security world!

HUNDERAP:” Bombenalarm”!

Wau-wau aufstehn!
Bist du startbereit?
Im Park Gassi gehn:
Es ist höchste Zeit!

Rein ins Auto,
Raus dem Auto,
ab, husch-husch
Wau-wau, das war nötig!
Hou-hou in den Busch! (weiterlesen…)

Deutschland hat die Bombe!

Montag, 14. Dezember 2009
Bombe (Quelle:Wikimedia Commons)

Bombe aus dem 2. Weltkrieg (Quelle:Wikimedia Commons)

Als ich mich über den neuen Langstreckenmilitärtransporter A400M, von dem Deutschland 60 Stück bestellt hat, auch auf der offiziellen Seite des “Bundesverteidigungsministeriums” informieren will, finde ich dort dazu gar nichts, dafür aber gleich auf der ersten Seite etwas anderes:

Der Hinweis auf eine Rede unseres Bundesverteidigungsministers zu Guttenberg anlässlich des Festaktes “Bundeswehr und American Jewish Commitee: 15 Jahre Partnerschaft und Vertrauen” am 8.12.2009 in Berlin.

Ganz klar: Hier hatte ich etwas übersehen.
Das AJC ist eine 1906 in den USA gegründete Privatorganisation. Ich wusste bisher noch nicht, dass die Bundeswehr offizielle Partnerschaften zu Privatorganisationen eingeht.

Das AJC sieht sich laut eigenen Angaben vor allem in der Rolle “das Wohlergehen und die Sicherheit der Juden in den Vereinigten Staaten, in Israel und auf der ganzen Welt sicherzustellen; die wichtigsten Prinzipien des Pluralismus als die beste Verteidigung gegen Antisemitismus und andere Formen der Bigotterie weltweit  zu stärken; die Qualität des amerikanisch-jüdischen Lebens zu verbessern, indem es dabei hilft, jüdische Kontinuität sicherzustellen sowie die Bindungen zwischen amerikanischen und israelischen Juden zu vertiefen.”

Soweit so gut. Ich hätte verstanden, wenn so eine Partnerschaft mit dem AJC und deutschen Gedenkstätten stattfinden würde – aber mit dem Verteidigungsministerium? Ich musste also die Rede Guttenbergs lesen, und mich um mehr Verständnis bemühen:

“Wir Deutschen wollen die Erinnerung an die Schoah wach halten. Wir stellen uns unserer besonderen Verantwortung, die wir nach der Barbarei des Nationalsozialismus tragen; der Verantwortung, dass wir Antisemitismus nicht dulden und dass wir für das Existenzrecht und die Unversehrtheit des Staates Israel eintreten; der Verantwortung dafür, dass Freiheit, Menschenrechte und Toleranz die obersten Maximen unseres Handelns darstellen. Diese Verantwortung ist unverrückbarer Teil deutscher Staatsräson. Diese Verantwortung verpflichtet alle Deutschen – und damit auch die Bundeswehr als Armee des demokratischen Deutschlands.” (weiterlesen…)

Bundesregierung verschleudert 1 Milliarde Euro an Steuergeldern: Das Wachstumsbeschleunigungsgesetz…

Dienstag, 08. Dezember 2009

…zugunsten der Pharmaindustrie greift nicht: Schweinegrippe-Impfungen werden nicht nachgefragt. Virus versagt.

Noch vor genau einem Monat hatte der neue Bundesimpf- und Gesundheitsminister Dr. med. Rösler einen beschwörenden Aufruf („Rösler fordert mehr Impfstoff“) an die Impfstoffindustrie (GlaxoSmithKline) getan, doch nur ja die Produktion hochzufahren, damit die 50 Millionen Impfdosen für 40 Millionen Bundesbürger auch bald vollzählig zur Verfügung stünden: „Wichtig ist jetzt, dass die Industrie den Impfstoff in ausreichender Menge zur Verfügung stellt.“ Er warnte unermüdlich vor der sich abzeichnenden Impfverdrossenheit und Skepsis und geißelte „falsche öffentliche Meinungsäußerungen.“

Man darf vermuten, dass unserem obersten Bundesimpfarzt  die Einwände radikaler Impfgegner, das angebliche Virus zur Schweinegrippe sei nirgends korrekt isoliert und fotografiert worden, sowie die diversen Einwände minder radikaler Gegner (unzureichende Testung der Impfzusatzstoffe, harmloser Verlauf der Grippe etc.), ein Dorn im Auge waren.

„Die Bürger bat Rösler um Vertrauen in die Arbeit der Behörden. ‘Ich habe Verständnis, dass die Menschen durch die vielen, teils widersprüchlichen oder gar falschen öffentlichen Meinungsäußerungen verunsichert sind, deshalb brauchen sie Informationen, denen sie vertrauen können’, sagte er. Zuverlässige Informationen rund ums Impfen seien bei den Experten des Robert Koch-Instituts und des Paul-Ehrlich-Instituts zu finden. Sie seien weltweit anerkannte Fachleute für die Bekämpfung von Infektionserkrankungen und für Impfstoffe.“

Minister bei der Impfung gegen die Schweinegrippe

Minister bei der Impfung gegen die Schweinegrippe

Am 7.12.2009 dann startete Rösler, das Bundesministerium und die versammelten Vertreter von Ärzteschaft, Kassen und Impfinnung einen letzten verzweifelten Aufruf zur Schweinegrippeimpfung nach einem „Spitzengespräch“.

„Gemeinsamer Aufruf zur Impfung gegen die Neue Grippe
„Im Bundesministerium für Gesundheit fand heute ein zweites Spitzengespräch zur Impfung gegen die Neue Grippe A (H1/N1) auf Einladung von Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler statt. Minister Rösler hatte Vertreter der Bundesärztekammer und der Deutschen Krankenhaus Gesellschaft, maßgeblicher medizinischer Verbände und Fachgesellschaften, des Deutschen Pflegerats und des Spitzenverbands Bund der Krankenkassen zu einem Gespräch eingeladen (…) Ziel des Gesprächs war es, gemeinsam zu beraten, wie die Impfbereitschaft der Bevölkerung und der Beschäftigten des Gesundheitswesens erhöht werden kann.“

Und dann wurde eine „Welle“ prognostiziert: (weiterlesen…)

Wir sind Außenminister: Ein herzlicher Glückwunsch an die Atlantik-Brücke

Dienstag, 29. September 2009

Schwarz-Gelb.
Wenn der Hahn kräht auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder’s bleibt wie’s ist. Animieren wir uns und picken wir etwas im Misthaufen herum. Zunächst: Wir sehen äußerst interessanten Zeiten entgegen. Das Wahlergebnis ist gar nicht so schlecht. Denn es wird in den nächsten vier Jahren das aufregende Stück „Wie wir versuchten, den Teufel mit dem Belzebub auszutreiben – eine göttliche Komödie“ auf dem Spielplan stehen. Ein besonderes Highlight wird der Versuch werden, den Staatshaushalt mit seiner horrenden Verschuldung durch immer weniger Steuereinnehmen, aber auch immer weniger Steuereinnahmen zu sanieren, ja sogar von Wirtschaftswachstum war die Rede.

Allerdings steht zu befürchten, dass wir in den nächsten Wochen und Monaten eine etwas schmerzlichere Begegnung mit der Realität haben werden als bisher. Massenentlassungen, Steuererhöhungen und weitere Einschränkungen bei Sozialleistungen mussten bis nach der Wahl warten. Was von der Ankündigung der Steuersenkungen zu halten war, wurde deutlich, als Guido Westerwelle erst vier Tage vor der Wahl die Regierung dazu aufrief, „sofortigen Kassensturz“ zu machen. Die Finanzlage des Bundes müsse umgehend offen gelegt werden. Dies lehnte Merkel ganz einfach ab. (weiterlesen…)

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