Archiv für die Kategorie ‘Satire’

Russisch Moos (1) oder: Grün vor Neid

Freitag, 07. August 2009

Erst werde ich blass und dann grün: Vor Neid. Unter Geiern, der Schatz im Silbersee, im Tal des Todes, der Wildtöter, durchs wilde Kurdistan, Winnetou zehn, seufz, ein Indianertraum wird wahr – der Pierre Brice des Ostens reitet vorbei. Mit einem braunen Pferd höchstpersönlich an der Ostgrenze seines Riesenreiches entlang, und prüft den Zustand der Grenzforts an der mongolischen Grenze in der Provinz Tuwa. Freiheit und Abenteuer! Die Wildnis ruft!

Könnten wir uns das vielleicht bei unserer Bundeskanzlerin vorstellen oder bei unserem Bundespräsidenten? Dass die Kanzlerin in die Wüste oder Wildnis gerufen würde? Die gibt es ja bekanntlich nicht mehr in Deutschland, genauso wenig wie eine Ostgrenze. All das wurde längst abgeschafft, und man kann sich kaum irgendeinen Politiker vorstellen, der noch persönlich die Landesgrenze abschreiten oder abreiten würde. Oder können Sie sich vielleicht Merkel vorstellen, wie sie in Mecklenburg-Vorpommern an der Grenze zu Polen über die frisch begüllten Felder einer ehemaligen LPG, jetzt Schweinezuchtanlage für 100.000 Sauen, reitet ? (weiterlesen…)

Hilfe, ich bin eine Schablone!

Donnerstag, 18. Juni 2009
Ausschnitt EL PAIS v. 2.6.2009

Ausschnitt EL PAIS v. 2.6.2009: Besser eine behaarte Brust als keine: Man kann nur noch die Daumen drücken, dass die Milch auch einschießt!

Ich muss zugeben, dass ich in letzter Zeit unter Minderwertigkeitskomplexen leide; ganz erheblichen sogar. Dieses Gefühl, durch und durch langweilig zu sein, keinerlei Aufsehen erregen zu können, mit dem Makel der Normalität behaftet zu sein.

Ich fühle mich als Frau zunehmend überholt, ja, ich frage mich manchmal: War ich eigentlich jemals eine, nach dem heutigen Verständnis, nach der modernen Definition? Mitten in dieser Identitätskrise kann ich mir plötzlich die einfachsten Fragen nicht mehr beantworten, lange liebgewonnene (falsche!!!) Gewissheiten lösen sich vor meinen Augen in Luft auf!
Mir geht’s dreckig, ich leide. Aber da muss ich jetzt durch: Denn ich bin ein Auslaufmodell – ich bin eine Schablone!

Das prominenteste Attribut meiner Weiblichkeit – mein Busen – stellt sich als jederzeit an- und abstellbarer hormongesteuerte Schwellung über den oberen Rippenbögen heraus, über die ich mich nicht mehr definieren sollte; meine wohlgefälligen, eigenverliebten morgendlichen Blicke vor meinem Spiegelbild sollte ich einstellen. Denn ich muss lernen, diesen Anblick zu teilen: Mit Männern, und solchen die es noch werden wollen, Frauen und solchen, die es noch werden wollen und Transen und solchen, die es noch werden wollen, und ja, vermutlich auch noch mit Stammzellen, die noch Großes vorhaben. Das fällt mir nicht leicht. Erstmal. (weiterlesen…)

Ein Fall für sie

Freitag, 05. Juni 2009
Ausschnitt "El Pais" vom 5.6.2009

Ausschnitt "El Pais" vom 5.6.2009

Ich gestehe es: Von der Leyen hat mich sensibilisiert: Für die Gefahren beim Surfen im Internet, für die Bedrohlichkeiten des missbräuchlichen Sexes mit Minderjährigen, die Umtriebe von Pädophilen und andere Schweinereien.

Ich denke jetzt verstärkt mit, wie man Abhilfe schaffen könnte und habe mir von der Leyens Sorgen zueigen gemacht. Kurz, ich bin aktiver geworden.

Logisch, dass es nicht gefallen kann, was man da aus Italien hören oder lesen muss: Der böse Bube der Republica Italiana hat es jetzt wohl definitiv übertrieben, jedenfalls für meine neue Toleranz- und Schmerzgrenze, die dank von der Leyen auf null gesunken ist.

Der 9,4 Milliarden Dollar schwere Medientycoone „il Cavaliere“ sorgte für eine radikale Bereinigung des Medienangebotes in Italia; Meineide, Bilanzfälschungen, Schmiergeldzahlungen, Richterbestechungen, in Auftrag gegebene Attentate, Mitwirkung an mafiaähnlichen Vereinigungen – alles konnte als plumpe Phantasie politischer Neider und Kommunisten entlarvt werden. Die Verdachtsmomente wurden der Langweile übergeben. Die Bananenrepublik Italien hatte sich in den letzten Jahren einfach an alles gewöhnt. Italien hat ein wesentlich aufregenderes Thema … Doch im Ausland ahnte man bisher nicht in aller Schärfe, was sich jetzt herausschälte – dass es sich die ganze Zeit im Grunde nur um die Banane des Staatspräsidenten drehte. (weiterlesen…)

Kleines Krisenbrevier für mutige Leute

Freitag, 05. Juni 2009

Kürzlich trafen wir uns im Freundeskr(e)ise: Alte Freunde, neue Bekannte, erfahrene und unerfahrene Krisengewinnler und solche die es noch werden wollten: Gehartzte, Alleinerziehende, Geschiedene, Kinderreiche, Arbeitslose. Ja, was soll ich sagen: Die Krise, sie ist angekommen, sie ist mitten unter uns, jeder von uns ist ein Teil von ihr, ganz konkret im Hier und Heute!

Aber wir waren entschlossen, nicht klein bei zu geben, uns nicht gehen zu lassen, die Krise zu bewältigen, bevor sie uns überwältigte.

Daraus entstand, eins fix drei, ein kleiner spontaner Krisenworkshop: Jeder brachte sich ein, jede Stimme zählte und keiner wurde kritisiert. Alle Vorschläge, Tipps und Erfahrungswerte wurden gesammelt und werden hier, tabellarisch geordnet, ganz konkret, gleich sofort, zusammengestellt an Sie/Euch alle weitergegeben.

Sicherheitshalber haben wir jeweils in der letzten Zeile der Tabelle, ohne die Vorschläge und Erfahrungen kritisieren zu wollen, eine Bewertung eingefügt – eine kleine Orientierungshilfe (weiterlesen…)

Modernes Kinderrätsel

Dienstag, 05. Mai 2009

In meinem kleinen Häuschen,
da hab ich ein Kabäuschen,
das ist mein cooler Shoc¹ -Room,
da brüll und tanz ich laut rum.

In diesem Oberstübchen,
da prob ich Bubenstückchen
von argen, bösen Viren,
die schnell auf allen Vieren

Vom Schwein zu Menschen hüpfen
und dann in Vögel schlüpfen;
vom Vogel dann zur Kuh:
Da macht das Virus „Muh“!

Es hat ein Ringelschwänzchen
und auch ein Federkränzchen.
Es ist so schlau-gerissen:
Nur ich kann davon wissen. (weiterlesen…)

Warn und Alarm

Freitag, 01. Mai 2009

Hach nee, ach nee, ich glaub ich kann nicht mehr. Neeneeenee. Ich weiß nicht. Ich kann und will nicht mehr. So nicht. Nicht mehr mit mir. Neeeneeenee. Nein! Ich kann das nicht mehr hören. Ich will das nicht mehr! Die können mich alle mal gern haben. Ich bin völlig mit den Nerven runter. Echt fertig. Neeneenee. Mir wird alles zu viel. Ich glaub, da muss jetzt was passieren.

Ich weiß, nicht wie es Ihnen geht: Aber ich glaub ich hab ne Warnallergie. Ich kann das nicht mehr. Wenn ich das Wort schon höre. Jetzt auch noch Prinz Charles! Das fehlte noch! Der kam nach Deutschland, um zu warnen. Vor dem Klimawandel, und hat dafür auch noch einen Preis erhalten. Neeneenee. Das hält man doch im Kopf nicht mehr aus. (weiterlesen…)

Vogelgrippe-Seuche, Bankengrippe-Seuche, Schweinegrippe-Seuche. Teil 1 (mit Augenzwinkern)

Donnerstag, 30. April 2009

Die Preisfrage: Wählen Sie aus den 3 oben genannten Begriffen, denjenigen aus, der ein reales, wirkliches, besorgniserregendes Problem weltweit darstellt.

Die vorletzte Seuchen-Sau, die durchs Dorf getrieben wurde, war die Vogelgrippe 2005/2006. Wir erinnern uns: Sie war dem Pentagon entlaufen und trat einen ungeheuren Siegesgalopp rund um die Welt an. Zuerst der Truthahn des griechischen Bauern Dimitris Kominaris auf der ostägäischen Insel Inousses. Und weiter ging’s im Schweinsgalopp, nicht aufzuhalten war sie: Zugvögel verirrten sich in Hühnerlegebatterien. Vermutlich aus Mitleid schaute sie bei ihren gequälten, unfreien Artgenossen vorbei – und weiter ging’s mit der Seuchensau: Mein lieber Schwan! Erinnern Sie sich noch? Notstand auf Rügen: Ein Schwan war doch tatsächlich im Winter verendet. Bitte nicht küssen! Warnstufe rot!

Millionen Hühner und Gänse fielen allerdings weniger dem behaupteten H5N1 Virus, sondern vor allem einer herzlosen, gnadenlosen, weiträumigen Vergasung zum Opfer. Sogar bei Hobbyzüchtern seltener Geflügelrassen fielen die Seuchenbekämpfer ein und schlachteten die unter Verdacht geratenen Zwerg-, Perl- und Gurrhühner vor den Augen ihrer entsetzten Besitzer des nachts an Ort und Stelle ab.

Doch dann: Das Wunder: Rechtzeitig vor Einsetzen der Fußballseuche endete die Vogelseuche! Das war knapp! (weiterlesen…)

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