Deutschland hat die Bombe!

14. Dezember 2009
Bombe (Quelle:Wikimedia Commons)

Bombe aus dem 2. Weltkrieg (Quelle:Wikimedia Commons)

Als ich mich über den neuen Langstreckenmilitärtransporter A400M, von dem Deutschland 60 Stück bestellt hat, auch auf der offiziellen Seite des “Bundesverteidigungsministeriums” informieren will, finde ich dort dazu gar nichts, dafür aber gleich auf der ersten Seite etwas anderes:

Der Hinweis auf eine Rede unseres Bundesverteidigungsministers zu Guttenberg anlässlich des Festaktes “Bundeswehr und American Jewish Commitee: 15 Jahre Partnerschaft und Vertrauen” am 8.12.2009 in Berlin.

Ganz klar: Hier hatte ich etwas übersehen.
Das AJC ist eine 1906 in den USA gegründete Privatorganisation. Ich wusste bisher noch nicht, dass die Bundeswehr offizielle Partnerschaften zu Privatorganisationen eingeht.

Das AJC sieht sich laut eigenen Angaben vor allem in der Rolle “das Wohlergehen und die Sicherheit der Juden in den Vereinigten Staaten, in Israel und auf der ganzen Welt sicherzustellen; die wichtigsten Prinzipien des Pluralismus als die beste Verteidigung gegen Antisemitismus und andere Formen der Bigotterie weltweit  zu stärken; die Qualität des amerikanisch-jüdischen Lebens zu verbessern, indem es dabei hilft, jüdische Kontinuität sicherzustellen sowie die Bindungen zwischen amerikanischen und israelischen Juden zu vertiefen.”

Soweit so gut. Ich hätte verstanden, wenn so eine Partnerschaft mit dem AJC und deutschen Gedenkstätten stattfinden würde – aber mit dem Verteidigungsministerium? Ich musste also die Rede Guttenbergs lesen, und mich um mehr Verständnis bemühen:

“Wir Deutschen wollen die Erinnerung an die Schoah wach halten. Wir stellen uns unserer besonderen Verantwortung, die wir nach der Barbarei des Nationalsozialismus tragen; der Verantwortung, dass wir Antisemitismus nicht dulden und dass wir für das Existenzrecht und die Unversehrtheit des Staates Israel eintreten; der Verantwortung dafür, dass Freiheit, Menschenrechte und Toleranz die obersten Maximen unseres Handelns darstellen. Diese Verantwortung ist unverrückbarer Teil deutscher Staatsräson. Diese Verantwortung verpflichtet alle Deutschen – und damit auch die Bundeswehr als Armee des demokratischen Deutschlands.” Weiterlesen »

60 neue Airbus A400M (Military) für Deutschland und den Afghanistan-Krieg?

14. Dezember 2009
Airbus A400M

Airbus A400M (Quelle: Wikimedia Commons)

Die Medien bejubeln den (um 2 Jahre verspäteten) Jungfernflug des neuen europäischen Militärtransporters A400M.

Hier Filme vom ersten Flug und von den technischen Details:

Auf der Homepage von Airbus ist ein Video vom Jungfernflug in Sevilla abrufbar.

Die haushohe fliegende Festung kostet ca. 1,36 Millionen Euro pro Stück; von den 180 bei EADS, dem größten europäischen Luftfahrt-, Raumfahrt- und Rüstungskonzern, vorbestellten Flugzeugen orderte Deutschland allein 60!

Das 15 m hohe und 45 m lange Militärtransportflugzeug kann Panzer, Hubschrauber und Mannschaften über 8700 km Distanz transportieren und soll die kleinere Transall ersetzen, die nur eine Reichweite von 1850 km hat.

Der Bundeswehr dienten bisher als Transportflugzeuge der Airbus A310, die Transall C-160D und der Challenger CL-601. Weiterlesen »

Die Taschenspielertricks der Klimatologen

11. Dezember 2009

Vorgestern erklärte uns BILD tränenreich die 7 größten Probleme unserer Welt, und wie es wirklich um uns steht. Merkwürdigerweise zog man nicht in Betracht, selbst mindestens eins der sieben Probleme darzustellen.

Könnte sich das Springerstiefelblatt mitsamt seiner Redaktion zur publizistischen Selbstentleibung entschließen, also sozusagen einen medienwirksamen journalistischen Harakiri im Interesse des Klimas zu inszenieren oder, wie Greenpeace so heroisch vorexerziert, einen konsequenten journalistischen Hungerstreik fürs Klima anzutreten, wäre auf der Liste sogleich einer der Punkte zu streichen und die CO2-Ausdünstungen in Deutschland sänken schlagartig: Weniger heiße Luft!

www.deesillustration.com

Quelle: www.deesillustration.com

Inmitten des mediengesteuerten Klimataumels anlässlich des Kopenhagener Weltklimagipfels hatte die Öffentlichkeit keine Chance zu erfahren, dass am 5.12.09 in Berlin ein anderer internationaler „Gipfel“ stattfand, nämlich schon zum 2. Mal eine Konferenz der wissenschaftlichen Opponenten der offiziellen Klimatheoretiker. Die Teilnehmer beim erstgenannten Gipfel, aus 192 Ländern der Erde kommend, üppig mit Steuergeldern gepolstert und mit einem riesigen journalistischen Tross im Schlepptau, tagen z. Zt. in der dänischen Hauptstadt. 15.000 Menschen gegen 150 Wissenschaftler in Berlin. David gegen Goliath?

Ich fand einen sehr interessanten Bericht von Dr. Klaus Peter Krause, der die Tagung der kritischen Wissenschaftler in Berlin zusammenfasst. Weiterlesen »

Schutz vor Blaulicht durch Filterbrille?

09. Dezember 2009

Vor einige Zeit schrieb ich an dieser Stelle über den für unsere Augen bzw. die Netzhaut schädlichen Blaulichtanteil im Licht von “Energiesparlampen”, Leuchtstoffröhren und Computerbildschirmen.

Dieser zu hohe Blaulichtanteil ist nicht nur für die Hormonproduktion relevant (stört z. B.  die Zirbeldrüse=Epiphyse und ihre Produktion des Dunkelhormons Melatonin), sondern kann auch direkt zu Schäden an der Netzhaut führen, die quasi “verbrannt” werden kann.

Bevor ich mich mit dem Thema “Lichtbiologie” näher auseinandersetzte, stellte ich in der Tat bei mir, die ich oft mehrere Stunden pro Tag am PC arbeite, regelmäßig einen stechenden Schmerz sozusagen “hinten im Auge” fest.

Ich legte mir also, wie hier angekündigt, endlich eine gelbe PC-Schutzbrille zu, die ich jetzt seit mehr als drei Monaten täglich aufziehe.

Meine Eingewöhnungszeit betrug null, da mir das etwas veränderte Farbspektrum (Richtung gelb) keinerlei Probleme bereitete, weder beim Schreiben noch sonst. Ich habe mir gleich die “Heavy-Version” also gar nicht erst die “Light-Brille” zugelegt, sondern dachte mir, “viel hilft viel”, denn sitzen tu ich viel.

Der stechende Schmerz im Augen-”Hintergrund” hörte schlagartig auf.

Allerdings: Auch die gelbe Schutzbrille kann nicht verhindern, dass man nach einigen Stunden der Arbeit, (bei  mir spätestens so etwa um 2 Uhr nachtsWink),  irgendwann trockene Augen bekommt – ein Zeichen, die Brille abzunehmen und schlafen zu gehn…

Bundesregierung verschleudert 1 Milliarde Euro an Steuergeldern: Das Wachstumsbeschleunigungsgesetz…

08. Dezember 2009

…zugunsten der Pharmaindustrie greift nicht: Schweinegrippe-Impfungen werden nicht nachgefragt. Virus versagt.

Noch vor genau einem Monat hatte der neue Bundesimpf- und Gesundheitsminister Dr. med. Rösler einen beschwörenden Aufruf („Rösler fordert mehr Impfstoff“) an die Impfstoffindustrie (GlaxoSmithKline) getan, doch nur ja die Produktion hochzufahren, damit die 50 Millionen Impfdosen für 40 Millionen Bundesbürger auch bald vollzählig zur Verfügung stünden: „Wichtig ist jetzt, dass die Industrie den Impfstoff in ausreichender Menge zur Verfügung stellt.“ Er warnte unermüdlich vor der sich abzeichnenden Impfverdrossenheit und Skepsis und geißelte „falsche öffentliche Meinungsäußerungen.“

Man darf vermuten, dass unserem obersten Bundesimpfarzt  die Einwände radikaler Impfgegner, das angebliche Virus zur Schweinegrippe sei nirgends korrekt isoliert und fotografiert worden, sowie die diversen Einwände minder radikaler Gegner (unzureichende Testung der Impfzusatzstoffe, harmloser Verlauf der Grippe etc.), ein Dorn im Auge waren.

„Die Bürger bat Rösler um Vertrauen in die Arbeit der Behörden. ‘Ich habe Verständnis, dass die Menschen durch die vielen, teils widersprüchlichen oder gar falschen öffentlichen Meinungsäußerungen verunsichert sind, deshalb brauchen sie Informationen, denen sie vertrauen können’, sagte er. Zuverlässige Informationen rund ums Impfen seien bei den Experten des Robert Koch-Instituts und des Paul-Ehrlich-Instituts zu finden. Sie seien weltweit anerkannte Fachleute für die Bekämpfung von Infektionserkrankungen und für Impfstoffe.“

Minister bei der Impfung gegen die Schweinegrippe

Minister bei der Impfung gegen die Schweinegrippe

Am 7.12.2009 dann startete Rösler, das Bundesministerium und die versammelten Vertreter von Ärzteschaft, Kassen und Impfinnung einen letzten verzweifelten Aufruf zur Schweinegrippeimpfung nach einem „Spitzengespräch“.

„Gemeinsamer Aufruf zur Impfung gegen die Neue Grippe
„Im Bundesministerium für Gesundheit fand heute ein zweites Spitzengespräch zur Impfung gegen die Neue Grippe A (H1/N1) auf Einladung von Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler statt. Minister Rösler hatte Vertreter der Bundesärztekammer und der Deutschen Krankenhaus Gesellschaft, maßgeblicher medizinischer Verbände und Fachgesellschaften, des Deutschen Pflegerats und des Spitzenverbands Bund der Krankenkassen zu einem Gespräch eingeladen (…) Ziel des Gesprächs war es, gemeinsam zu beraten, wie die Impfbereitschaft der Bevölkerung und der Beschäftigten des Gesundheitswesens erhöht werden kann.“

Und dann wurde eine „Welle“ prognostiziert: Weiterlesen »

Totensonntag (Tagebuchausriss)

29. November 2009

Im elften Monat des Jahres verliert das Licht endgültig den Kampf gegen die Dunkelheit, und es wächst eine Trauer über den zunehmenden Verlust des Hellen.

Der Totensonntag stand ganz unvorhergesehener Weise im Zeichen von Klang, Ton, gibt es da noch ein drittes Wort?

Bei Schloss Hamborn begann es völlig unerwartet mit dem Spiel zweier Sopranleiern, einem Stück von Max Gross. Die Leier, dieses so zerbrechlich und exquisit klingende Saiteninstrument, das auch die Griechen spielten, ist dem Wind ähnlich, wenn er in hängende Klangstäbe oder Röhren greift, ein Windspiel eben.

Das Zusammenspiel der Leiern entwickelte einen kristallinen Zweiklang, ein Zwiegespräch beider Instrumente, zart, bescheiden und kostbar. Ich vermute, dass sogar der Komponist selbst eine der Leiern spielte. Das war die eine Seite von Klang. Wie mit Zustimmung des Zufalls dargereicht und mehr unter der Oberfläche wirkend, die Komposition wollte nicht alles zeigen und hörbar machen, nur andeuten, das meiste blieb im Innern des Zuhörers zu tun, so wie im Winter ja auch das meiste unter der Oberfläche spielt. Ich war dankbar dafür, solche Klänge sicher noch nirgends sonst gehört zu haben, was mir zugleich bekräftigte, dass die Musik nie aufhören wird.

Der Hohe Dom zu Paderborn

Der Hohe Dom zu Paderborn

Dann noch schnell den Paderborner Dom besichtigen, aber der Titel „Hoher Dom zu Paderborn“ hätte es mir schon ankündigen können: Nach dem Abendmahl setzte ein Orgelgetön ein, ein Orgelbrausen, das ich überhaupt noch nie und nirgends so erlebt hatte – außer vielleicht als inneren Zustand – und was vor Augen und Ohren hielt, dass die Orgel, auch, weil sie mit dem ganzen Körper gespielt werden muss, das gewaltigste und sinnenhafteste unter den Instrumenten ist; denn sie lässt keine Zelle des Körpers unberührt, verschont nichts und niemanden und zieht alles in ihr Beben, ihr Orgeln, keine Ecke, kein Fleck des Kirchenschiffs kann sich ihr entziehen. Sie macht neu, denn sie taucht alles in ihr unerbittliches Klangbad.

Der Hohe Dom zu Paderborn besitzt als Sinnbild der Dreifaltigkeit auch eine dreifältige Orgel: Eine Turm-, eine Chor- und eine Kryptaorgel. Ich vermute, dass an diesem Abend die Chororgel gespielt wurde, die sich über dem Altar befindet. Ich weiß nicht, wer der Organist war, ihn kann natürlich nicht der Teufel geritten haben, auch kann er nicht einen Heidenspaß gehabt haben, bei dem, was er uns da angedeihen ließ. Ich glaube nicht, dass es das gewöhnliche kirchliche „Abendgeschäft“ gewesen ist, eher eine Art heiliger Anfall oder Eifer, mit dem er sich über seine Orgel und diese sich über uns hermachte, ein machtvoller Moment jedenfalls, in dem er uns nach allen Regeln der Tonkunst bearbeitete. Weiterlesen »

Über den Kabarettisten Georg Schramm

29. November 2009

„In diesem Land werden wir, die Bürger, über bedrohliche Entwicklungen systematisch im Unklaren gelassen und getäuscht. Auf der politischen Bühne werden Scheingefechte inszeniert und Konflikte ins Rampenlicht gerückt, die nur der Ablenkung vom Kern der deutschen Misere dienen.“ (Georg Schramm)

Georg Schramm

Georg Schramm

Georg Schramm ist für viele eine Institution. Der bekannte politische Kabarettist und Buchautor aus Badenweiler ist seit einigen Monaten einmal pro Monat im ZDF in „Neues aus der Anstalt“ zu sehen; zusammen mit Urban Priol und wechselnden geladenen Gästen, die sich jeweils auch für einen Abend in die „Irrenanstalt“ einliefern lassen. Die Sendung benutzt den Kunstgriff, die Welt als „Narrenschiff“, als Irrenhaus, darzustellen; dadurch genießen die „Insassen“ oder die Mannschaft an Bord Narrenfreiheit, die sie auch weidlich ausnützen, bis auch dem letzten Zuschauer dämmert, dass die vermeintlich Wahnsinnigen in der „Anstalt“ die einzig Vernünftigen sind und die da draußen sich eigentlich einliefern lassen müssten …

Analysiert man die Kommentare zu Schramms Fernseh- und Bühnenauftritten und schaut man sich an, wer bei ihm im Publikum sitzt, so fällt auf, dass Schramm bei allen Generationen ankommt. Denn er bietet den Menschen etwas, was ihnen heute  durchweg von Politikern und Medien vorenthalten wird: Er setzt seinem Publikum schöne saftige Kauknochen statt Pudding und Kartoffelpüree vor; will sagen, Schramm hat eine sehr deutliche, oft auch politisch inkorrekte Sprache und redet nicht um den heißen Brei herum. Er ist erfüllt von heiligem Zorn. Das schafft dem frustrierten Zeitgenossen regelmäßig Erquickung und Erleichterung. Weiterlesen »

Gerade als Nr. 17095 unterzeichnet: Die Petition zur Einführung einer Finanztransaktionssteuer

25. November 2009

Der Deutsche Bundestag bietet die Möglichkeit, wichtige Anliegen von Bürgern, die wir unterstützen möchten, per online als Petition mit zu unterzeichnen. Es ist leicht, entsprechende Links an Freund und Bekannte zu senden und noch leichter per Mausklick mit zu stimmen, nachdem man sich einmal beim Bundestag mit einem Passwort registriert hat. Natürlich liefern wir damit den Politikern nur eine Art basisdemokratisches Stimmungsbarometer, aber immerhin, wir sollten diese Möglichkeit nutzen. Schon allein deshalb, weil sich an der Zahl der Befürworter einer Petition auch ablesen lässt, ob in der Bevölkerung noch so etwas wie Gedächtnis über Ankündigungen von Politikern vorliegt.

Aktuell wird diskutiert, dass die neue Regierung bisher keine Anstalten gemacht hat, die Geldinstitute so in die Pflicht zu nehmen, „dass Banken, und das ist mein Hauptziel, nie mehr in der Lage sein werden, Staaten zu erpressen“, (Angela Merkel), wie sie das taten und tun, indem der Steuerzahler in Milliardenhöhe gerade stehen muss für Dinge, die er nicht zu verantworten hat und die nie in seiner Entscheidungsmacht standen.

Es geht um die Idee der Gerechtigkeit, denn durch die Steuermilliarden zu Bankenrettung stieg die Staatsverschuldung in Deutschland auf 53,5, Milliarden Euro, der deutsche Staat steht außerdem in Höhe von 66 Milliarden Euro mit Bürgschaften auch für Banken gerade.

Am 5.1.2009 war die politische Tatenlosigkeit auch bei Monitor im Ersten Thema.

Hier das Link, um sich der Petition für eine Finanztransaktionssteuer anzuschließen, welche gerade kurzfristige Spekulationsgewinne besteuern und damit stärker belasten würde, als langfristige Investitionen. Es kann nicht sein, dass wir uns nur mit markigen Politikerworten zufrieden geben und darüber vergessen, dass noch keinerlei Taten gefolgt sind!

Es geschieht am helllichten Tag!

21. November 2009

Es spielt sich unter unser aller Augen ab, am helllichten Tag, und jeden Tag aufs Neue. Mitten in Deutschland. Aber bekanntlich sehen wir ja dann die Dinge besonders schlecht, wenn sie uns besonders nah sind. Es geht um Kinder. Und es sind viele. Doch wir schauen immer noch weg:

Wenn die Kinder nach stundenlanger Arbeit nach Hause kommen, während der sie eingesperrt und in ihrer Bewegung gehindert waren, sind sie vor Erschöpfung meist nicht ansprechbar, ausgelaugt, wollen einfach nur in Ruhe gelassen werden. Meistens müssen sie erst einmal mindestens eine halbe Stunde vor einem Computerspiel „abhängen”, bevor sich die Lebensgeister bei ihnen wieder melden. Weiterlesen »

Vaclav Klaus’ „Kollateralschaden“: das Völkerrecht. (Teil 3)

21. November 2009

Der tschechische Staatspräsident hat Lissabon unterzeichnet und hat bekommen, was er wollte: Immer wieder hatte er für seine Unterschrift eine Aussetzung der Europäischen Grundrechte-Charta, die ja Bestandteil des Lissabon-Vertrags ist, als Vorbedingung gestellt. Wiederholt wurde von den Medien in diesem Zusammenhang das Stichwort „Benesch-Dekrete“ fallen gelassen und die Gefahr angeblich drohender deutscher Entschädigungsforderungen erwähnt, natürlich, ohne den historischen Hintergrund irgendwie zu erklären.

Edvard Beneš war der tschechoslowakische Staatspräsident, welcher im März 1946 die zuvor von der provisorischen Nationalversammlung gebilligten Beneš-Dekrete verkündete. Diese enteigneten und vertrieben über 3 Millionen Deutsche („Sudentendeutsche“) und ca. eine halbe Million Ungarn. Dabei kamen ca. 250.000 Deutsche zu Tode. Zwei Monate nach den Beneš-Dekreten wurden die Ermordungen gesetzlich als straffrei deklariert („Straffreiheitsgesetz“).

Sudetendeutsche 1946

Sudetendeutsche 1946

All das war natürlich auch schon damals nach dem Völkerrecht und den Genfer Konventionen rechtswidrig. Das Gutachten des Wiener Staatsrechtlers Prof. Felix Ermacora von 1990 (für die bayrische Staatsregierung) qualifizierte das Geschehen zudem als Völkermord, da er den Tatbestand der Absicht bei einem Staat erfüllt sah.

Völkermord oder Genozid, im bürgerlichen Strafrecht „Mord“, stellt seit den Katastrophen des 20. Jahrhunderts (z.B. dem Völkermord an den Armeniern, dem Holocaust, den Vertreibungen der Deutschen nach dem 2. Weltkrieg, ethnische „Säuberungen“, Bevölkerungs-“Transfers“ weltweit) das schlimmste Staatsverbrechen dar. Leider können solche Verbrechen bisher nur schwer geahndet werden, da es letztlich immer um das Recht des Stärkeren geht und so gut wie immer mit zweierlei Maß gemessen wurde und wird. Weiterlesen »

Vaclav Klaus unterschreibt Lissabon. Seine Einsichten zur EU kamen zu spät. (Teil2)

05. November 2009

Vaclav Klaus inszenierte sich als letztes Bollwerk gegen Lissabon und alleiniger Verfechter von Freiheit und Demokratie in Europa. Dennoch gab er selbst zu: „Ich war es, der den EU-Aufnahmeantrag 1996 übergab und der den Beitrittsvertrag 2002 unterzeichnete.“ (Teil 1…) Sollte er tatsächlich nicht gewusst haben, was auf ihn zukam? „Aber die Abkommen innerhalb der EU haben viele Alternativen. Eines davon [den Lissabon-Vertrag, Anm.d.Aut.] als sakrosant, unantastbar anzusehen, an dem man nicht Zweifel anmelden oder Kritik üben kann, ist gegen den eigentlichen Charakter Europas.“

Wer ist Klaus? Der 1941 geborene Prager ist eigentlich Wirtschaftswissenschaftler, er komplettierte seine Studien in den 1960er Jahren unter dem sozialistischen Regime der CSSR in Italien und den USA. Danach arbeitete Klaus im akademischen Rahmen und bei der tschechoslowakischen Zentralbank. Er fiel nie als eigentlicher Dissident auf. 1989 wurde er tschechoslowakischer Finanzminister, von 1992-97 war er tschechischer Ministerpräsident, 2003 dann Staatspräsident. Vor allem drei Dinge sind mit Klaus verbunden: Die Trennung von der Slowakei (1993), die keineswegs unumstritten war, die Einführung einer freien Marktwirtschaft und der EU-Beitritt Tschechiens. Überdies ist Klaus ein überzeugter Transatlantiker, weswegen er sich auch für die Stationierung des amerikanischen Raketenabwehrsystems in Tschechien einsetzte und keine Probleme mit einer Verschlechterung der Beziehungen zu Russland hatte. Weiterlesen »

Vaclav Klaus gegen die Eurokraten (Teil 1)

03. November 2009

Vor wenigen Tagen erhielt ich eine Rundmail, die neben einem Artikel von German-Foreign-Policy.com mit dem Titel „Prager Fenstersturz, Numero Vier“ (ohne Autor) auch einen Aufruf enthielt per online den tschechischen Staatspräsidenten Vaclav Klaus darin zu ermutigen, den Lissabon-Vertrag nicht zu unterzeichnen.

[Während ich dies hier schreibe, ist es gut möglich, dass Klaus, wie angekündigt, Lissabon unterschreiben wird, nachdem man EU-weit mit der tschechischerseits geforderten Aussetzung der EU-Grundrechtscharta einverstanden ist.]

Uneingeschränkt unterschreibenswert, dachte ich, denn der Lissabon-Vertrag sollte alleine schon wegen der Wiedereinführung der Todesstrafe aufgehalten werden… Ich machte aber den „Fehler“, den angebotenen GFP-Hintergrund-Artikel genauer durchzulesen und mich auch mit den Motiven des Herrn Klaus eingehender auseinanderzusetzen, warum er sich bei der Unterschrift unter das vom tschechischen Parlament schon ratifizierte Dokument noch ziert.

Mein Enthusiasmus erhielt einen Dämpfer, denn ich kam zu dem Schluss, dass Klaus z.T. bedenkliche Motive hat, und er überhaupt eine höchst schillernde, facettenreiche Person ist. (Er ist u.a. Autor es Buches „Blauer Planet in grünen Fesseln“) Trotz dieser noch zu würdigenden Ambivalenz, ist es angenehm, einen der wenigen europäischen Spitzenpolitiker zu erleben, der noch so etwas wie Lebenserfahrung außerhalb von Parteipolitik, Persönlichkeit, Profil und eine überaus deutliche Aussprache hat – ein rar werdendes Gegenstück zur Spezies des gängigen Parteiprofis, der sich, seit er in die Pubertät kam und die ersten Pickel ihn plagten, von einer Parteiveranstaltung zur nächsten redet und vor Angepasstheit nur so strotzt, um darin nur noch von den sog. Eurokraten übertroffen zu werden.

Eurokraten treten mit Vorliebe im Rudel auf. Auf diese Weise minimieren die durch vieles Sitzen in großen, weichen EU-genormten Sesseln und einer auf sie wartenden fürstlichen Altersversorgung in ihrem Mut geschmälerten Brüssler Spitzen-Kräfte das persönliche Risiko.

Nachfolgend als Beleg das Protokoll eines Angriffes (5.12.2008) von drei EU-Wadenbeißern auf den überraschten tschechischen Staatspräsidenten. Teilnehmer der Veranstaltung „Hau den Klaus“: Daniel-Cohn-Bendit, Brian Crowley und Hans-Gert Pöttering. Die drei hatten abgesprochen, dass Cohn erst von links schnappen, Crowley dann von rechts kläffen und Pöttering als Präsident des Europaparlaments zwischendrin immer mal von oben „Dong“ machen sollte. Weiterlesen »

Obama ruft am 23. Oktober Notstand wegen H1N1 aus und lässt Töchter impfen

30. Oktober 2009

Die Schweinegrippehysterie hat bereits die ersten Opfer gefordert: Mutmaßliche Opfer wegen des Impfstoffes, mutmaßliche Opfer wegen der Adjuvantien in den Impfstoffen und mutmaliche Opfer der Hysterie an sich. Im Netz entleert sich eine dicke Schweinsblase an wilden Spekulationen: Darüber, dass Obamas Töchter nicht geimpft wurden. Und warum wohl… Weiterlesen »

Wal-fahrt-nuss; Tagebuchausriss

30. Oktober 2009

Jedes Jahr im Oktober pilgere ich zu einem großen Walnussbaum, der nur von mir beachtet zu werden scheint. Sehr oft war das Wetter widrig, langer Regen zum Beispiel ließ die Nüsse feucht werden, aufweichen und alles mögliche Getier interessierte sich schnell für den köstlichen Inhalt der harten aber nicht unüberwindlichen Schale. Dieses Jahr bin ich goldrichtig.

Es hat nur ein Mal geregnet. Das hat die fast apfelgroßen grünen Außenschalen aufplatzen lassen. Ein ovales Guckfenster zeigt einen zartbraunen Inhalt. Man braucht nur noch hineinzugreifen und aus einem feinen, weißen, dehnbaren Haarnetz die harte, fast völlig trockene Nuss langsam herauszulösen. Perfekt.

Jeden Abend kehre ich mit einer riesigen, schweren Tüte nach Hause. Das wird noch tagelang so gehen, wenn nichts dazwischen kommt. Die Nüsse sind so groß, dass sie in keinen meiner Nussknacker hineinpassen. Das Aroma ist unvergleichlich besser als das fade, bittere der „goldenen“, geschwefelten „Jumbos“ aus Kalifornien, die dann demnächst in den Supermarktregalen liegen werden.

Ein paar dieser Nüsse stellen zusammen mit einem Apfel, Kakis oder Granatäpfeln eine Mahlzeit mit einem stundenlangen Sättigungseffekt dar. Solange Obst aller Art und Nüsse tonnenweise verfaulen, kann es offensichtlich keine Krise geben, außer der, dass der Sammel- und Erntetrieb im Herbst zusammen mit dem Bückreflex bei einer Mehrheit von Zeitgenossen vollständig verkümmert sein muss.

Umso ungestörter kann ich ungesehen unter den bis auf die Erde reichenden Ästen des Walnussbaumes in Ruhe meinen Leidenschaften frönen: Ich halte meine Nase in die glatte, grüne Walnussaußenhaut und inhaliere immer wieder. Eine unwiderstehliche Duftkomposition: Grundnote ist ein sattmachender, selbstzufriedener, herb-runder Geruch, darunter liegt stützend eine gewisse Strenge, die Kopfnote ist frisch-duftig, entfernt edel-süß. Eigentlich ein perfekter Männerduft, den man unbesehen in einem Flakon veredeln könnte. Name: Einfach Walnuss oder trendiger: Wolnat. Ein Vorschlag für Hermengildo Duzzi und Massimo Bazzi…

Da fällt mir auf, dass diese Duftkomposition auch für die knappe Beschreibung eines (in meinen Augen) interessanten Mannes zutreffen würde:

Wenn man zur rechten Zeit vorbeischaut, gewährt er unaufdringlich gewisse Einblicke in sein Innenleben, zunächst bemerkt man eine ziemlich harte, aber eben doch nicht undurchdringliche Schale, dann ersteinmal eine gewisse Strenge, die Unterhaltung ist interessant, es gibt einige frische Ideen preis, ohne geschwätzig zu werden, umgibt sich mit einer herb-männlichen Aura. Bisweilen sogar einladend, aber, wenn er Emotionen oder Inneres preisgibt, nie süßlich.

Wie alles enden wird? Vermutlich, wenn alles goldrichtig ist, hole ich irgendwann mein halbmondförmiges Nussmesserchen heraus und öffnen vorsichtig die harte Schale, indem ich am empfindlichen Nussnabel ansetze. Und dann sehe ich sein unvergleichlich köstliches und reichhaltiges Inneres. Es macht mich zufrieden. Es reicht für den Rest des Lebens. Sattmachend. Aber nicht, was meinen Magen angeht, für diesen sorgen schon die Walnüsse.

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