Ja, Ja!
Ah ja, weiter!
Mach weiter!
Hach, das ist toll!
Oh ja, weiter so,
Oh mein Gott!
Das ist so unglaublich gut!
Und da sah ich es schließlich: Das Antlitz eines echten, unabhängigen Journalisten bei der Arbeit: Weiterlesen »
Ja, Ja!
Ah ja, weiter!
Mach weiter!
Hach, das ist toll!
Oh ja, weiter so,
Oh mein Gott!
Das ist so unglaublich gut!
Und da sah ich es schließlich: Das Antlitz eines echten, unabhängigen Journalisten bei der Arbeit: Weiterlesen »
Wenn die Medienwalze wieder einmal rollt, greife ich immer gerne zur Bürste.
Eine gemeinsame Laufrichtung hat für mich etwas Bedrohliches, und ich stelle mir dabei bildlich eine Bisonherde vor, die über die Prärie der Meinungsvielfalt trommelt; in der Ferne lauert vielleicht ein Abgrund, den die erregten Herdentiere gar nicht mehr wahrnehmen, das Trommeln, Schnauben und Stampfen der Artgenossen ist einfach übermächtig und übertönt etwaige Warnsignale. Die Dampfwölkchen, die aus Nüstern und Ohren des schnaubenden Medientrosses qualmen, machen taub und blockieren die Rezeptoren des Riechkolbens, um den Gestank der eigentlichen Skandale wahrzunehmen.
Wenn ich spüre, dass etwas skandalisiert werden soll und jemand bei mir bestimmte Emotionen auslösen will, wie bei einem Pawlowschen Hund den Speichelfluss, dann blocke ich, so etwas geht mir gegen den Strich, und dann bürste ich eben gegen den Strich. Ich hätte kaum geglaubt, dass ich mal etwas über Waffen und Waffengesetze schreiben würde: Ich überraschte mich damit selbst.
Meine Kindheit war geprägt vom strikten Pazifismus meiner Eltern, der sich u .a. in einem umfassenden Waffenverbot bei uns Kindern praktisch äußerte. Der Grund für dieses Verbot wurde schauspielerisch untermalt und in Szene gesetzt und so von uns Kindern begriffen: Denn unsere Eltern hatten beide den Krieg miterlebt. Beide wussten was schießen und bombardieren war, und ich kann dies nur schreiben, weil meine Mutter sich an jenem Tag, an dem ihr Haus mit einem Bombenvolltreffer ausgelöscht wurde, im Keller des Nebenhauses befand, um mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern einer Nachbarin beizustehen, die ob der permanenten Luftangriffe drohte den Verstand zu verlieren. Weiterlesen »
Die Schockwellen, die sich um die Tatorte Winnenden und Wendlingen schießscheibenförmig ausbreiten, werden noch lange Zeit nicht abebben.
Die Medienberichte sind, was die Details und Begleitumstände anbelangen, z. T. widersprüchlich und unscharf, werden teils wieder zurückgenommen, und vermutlich wird die Öffentlichkeit die ganze Wahrheit nie erfahren.
Trotz Chaos oder gerade deswegen, stehen jedoch einige Merkwürdigkeiten umso schärfer über den Rand, und Erinnerungen an ähnliche Massaker und Amokläufe werden im Gedächtnis hochgespült. Amokläufe an Schulen, Waffenbesitz – man wagt kaum nüchtern über diesen Irrsinn nachzudenken, trotzdem haben sie verschiedene gemeinsame Nenner und gewisse ähnliche Begleitumstände sowie vergleichbare Folgen.
„Frau Koma kommt“: Hätten Sie’ s gewusst? Das war die Warndurchsage des Konrektors/Rektors/der Rektorin der Albertville-Realschule in Winnenden, um auf den Amokläufer aufmerksam zu machen. Eine „verschlüsselte“ Botschaft. Warum bloß verschlüsselt? Weiterlesen »
Liebe Trauergemeinde!
Wir sind hier alle versammelt, um einer lieben Verscheidenden zu gedenken, die uns allen sehr ans Herz gewachsen war: Ja, wir verlieren unsre beste Freundin, Tante, Schwester, Nothelferin in dunklen Kellern, oftmals das Lichtlein am Ende des Tunnels in Finsternis und Verzweiflung. Wie oft stand dieses kleine warmherzige Birnchen uns als einziges bei! Wir alle kennen das Gefühl, liebe Trauernde, einmal ganz alleine gelassen zu sein: Nur ich und meine Glühbirne. Weiterlesen »
26./27. Februar … gleichförmige Tage mit wenig Tiefgang, da ich im Moment diesen nicht zulasse. Er liegt dafür sehr oft während des Tages bis in die Abenddämmerung hinein in der Luft:
Ein charakteristisches heiseres Schreien und ein fernes Rauschen zwingen mich, magisch angezogen, an den unmöglichsten Stellen abrupt inne zu halten und nach oben zu starren, denn es ist ein Schauspiel auf der Himmelsbühne zu sehen, eintrittsfrei: Die Rückkehr der Zugvögel, der Wildgänse und Kraniche.
Offenbar ist die Gegend von Bonn am Rhein eine strategisch günstige, denn Zug auf Zug überquert seit gestern den Rhein und zieht nach Nordwesten. Phantastisch; Ordnung und Harmonie aufrechterhalten in stetiger Bewegung und lebendiger Wandlung. Ich beame mich in die letzte Gans des rechten Flugkeils und fliege mit ihr hinter meiner Vordergans. Weiterlesen »
Ein Anschlag böse und voll Niedertracht,
der Plan hat mich außer Fassung gebracht.
Der Glühbirne soll es ans Leben gehen,
du sollst die Birne aus der Fassung drehn. Weiterlesen »
Mein liebster Held der Wirklichkeit ist zur Zeit eine Kalbin:
Sie war kurz nach Weihnachten vor einer Metzgerei in Kreuth vom Viehtransporter geflohen und in die Freiheit gerannt, in die Berge, hoch hinauf ins Wallberg-Setzbergmassiv, weit weg. Dort überlebte sie bei minus fünfzehn Grad wochenlang, Tag für Tag.
An einer Futterstelle für Rotwild in 1200 Meter Höhe stibitzt sie Heu. Zuerst traut sie sich nicht recht und beäugt die Hirsche und Hirschkühe sehr scheu. Dann sucht sie Wasser und haut mit ihrem Huf ein kleines Loch in die Eisdecke eines zugefrorenen Brunnens vor einer Holzknechthütte, um trinken zu können.
Sie lässt sich nicht fangen und nur bei Nacht und Neumond steigt sie herab zum Kreuther Forsthaus und hinterlegt dort einen Kalbinnenfladen und kehrt dann wieder auf den Berg in den Hirschwald zurück.
An den Rotwildfutterraufen mischt sie sich ganz langsam unter das Rudel und verlangt den Platzhirschen Respekt ab, denn auch die Sechzehnender merken: sie haben es nicht mit einer gewöhnlichen, sondern mit einer ganz besonderen Kalbin zu tun, und so treten die Geweihten schweigend zur Seite, wenn die Kalbin einen Heuballen für sich beansprucht. Die mächtigen Hirsche betrachten sie scheu und neigen ehrfurchtsvoll ihr Geweih und machen ihr Platz. Weiterlesen »
Vor kurzem las ich angenehm erstaunt zwei Kurzmeldungen folgenden Inhalts:
Arktische Eisdecke wächst in neue Höhen. Die Südhalbkugel (Antarktis) hat klammheimlich einen neuen Rekord für die größte Eisausdehnung seit 1979 aufgestellt. Die Eisbedeckung auf der Südhalbkugel ist die größte seit Beginn der Satellitenaufzeichnungen und übertrifft damit noch die Jahre 1995, 2001, 2005 und 2006. Seit 1979 ist ein tendenzielles Wachstum der Gesamteisausdehnung zu verzeichnen.
Während der Bereich um die die antarktische Halbinsel sich in den letzten Jahren erwärmt hat und die umliegende Eismenge während des Sommers auf der südlichen Halbkugel zurückging, war das Innere der Antarktis kälter und das Eis flächendeckender und langlebiger gewesen, was die Zunahme der Gesamtausdehnung erklärt. Angaben des NASA Godard Instituts für Space Studies (GIS) zufolge hat sich der Winter am Südpol seit 1957 tatsächlich um ein Grad Fahrenheit abgekühlt, wobei 2004 das kälteste Jahr war. Der Winter ich jenem Jahr war auf der Südhalbkugel besonders rau, mit Kälte- und Schneerekorden in Australien, Südamerika und Afrika. Weiterlesen »
Anfang Februar schockte eine Münchner Tageszeitung ihre Leser mit dem Abdruck eines Bildes von einem riesigen Abfallcontainers voller Brot, einfach weggeschmissen, tagtäglich.
Es kam heraus, dass das überflüssige Münchner Brot in einer Biogasanlage landet, dort vergoren und dann verstromt wird! Zusammen mit Mais. Das Gas treibt Generatoren an … ein Kilo Brot entspricht 2,5 Kilowattstunden Strom; um ein Kilo Brot zu backen, werden ca. 1,3 Kilowattstunden verbraucht.
Das ist ganz schön pervers, dachte ich.
Der Banker ist ins Kasino gegangen
Und hat dein ganzes Geld verbrannt.
Deine Kohle ist weg,
Konto leer.
Dein Erspartes
das gibt’s nicht mehr.
Denn: Der Banker ist …
Dein Staat hat dich einfach als Geisel genommen.
Du musst für die Banker anschaffen gehen. Weiterlesen »
Ich lernte DICH letzten Sommer kennen – genau genommen dauert unsere Romanze also schon zwei Sommer lang. Wie das kam? Nun, das passierte so:
Ich war gerade in Lissabon, das ist die Hauptstadt Portugals, und ich ging da rein zufällig in einen sehr großen Buch- und Musikladen, „Knack“, glaube ich. Und direkt beim Eingang war da rechts ein sehr langer Tisch aufgebaut und mit einem großen, weißen Leintuch abgedeckt, und darauf war ein schwarzer Würfel aufgebahrt, der war mit Samt überzogen, und ganz oben darauf, da thronte ein sehr großer Bildschirm: Und da sah ich DICH zum ersten Mal und hörte DEINE Stimme.
Eine Limousine hielt an, George Bush stieg aus und DU gingst auf ihn zu und schütteltest ihm herzlich die Hand. Ich glaubte, DU würdest die Wahlkampagne für die 3. Amtszeit Deines Freundes eingeläutet haben; denn mir fiel ein: DU bist ja ein glühender Verehrer von ihm, und als DU beim ersten Mal gegen ihn gewonnen hattest, da hast DU ihm einfach den Vortritt gelassen und hast ihm DEINEN Sieg in Florida großzügig geschenkt. Da merkte man, was für ein edler, uneigennütziger Mann DU bist. Ein wahrer Menschenfreund und Menschensohn! Weiterlesen »
Jauchzet frohlocket, auf preiset die Tage,
jauchzet frohlockt!
Jauchzet, frohlockehet, ahauf preiset die Tagehe,
rühuhümet, dass heute der Heiland erkorn!
Ahahanen Sie, worum es geht?
Ja genau: Um Nachrichten aus den USA: O du Bama!
Ein Mann schreibt Geschichte, noch bevor er Präsident ist.
Aber Gott sei Dank ist es nun endlich vollbracht!
Ob Obama oder Cainobama – das Wichtigste ist:
Juchu! Die Demokratie hat gesiegt! Weiterlesen »
Letztens erwarb ich in einem Elektrofachgeschäft einen Staubsauger. An der Kasse wartend griff ich mechanisch nach einem Katalog, der sich als „Gamers Magazine“ entpuppte, also ein Katalog für Video- bzw. Gewaltspiele. Ich blätterte mal an: Es blickte mir Martialisches entgegen, was auch schon der Titel ankündigte: Die Wiedergeburt der Helden. Letztere sahen alle irgendwie wie Vettern oder gar Klone des derzeitigen Gouverneurs von Kalifornien aus. Falsche Sparte. Leicht angeekelt wollte ich den Katalog gerade fallen lassen — doch halt!, da durchzuckte es mich: Ich wurde von den kurzen, knackigen Titeln und Inhaltbeschreibungen gepackt und in den Bann gezogen. Ganz klar, meine Sicht war etwas zu verstaubt gewesen: Ich musste mir nur etwas über die Augen wischen, um die herrliche, knackig-pralle Poesie zu erkennen. Mit der gelinden Umstellung nur ganz weniger Worte entpuppte sich der Inhalt dieses Magazins als zeitlose wie zeitgemäße Gedankenprosa, als geistige, heldische Stärkung in bedrängter Zeit: in der Krise, in die wir geführt wurden. Lasst uns sehen:
Noch besteht Hoffnung:
Die Welt hat sich verändert
Und ihre Menschenrassen
Müssen einen neuen Weg
Für eine Ordnung der Dinge finden.
Nimm einen Standpunkt ein
Angesichts des Krieges,
Der näher rückt.
Denn allein bist du nur groß,
Gemeinsam aber sind wir nicht aufzuhalten.
Wir befinden uns auf dem Weg ins Inferno,
Denn wir sehen das Ende der Regeln.
Es gibt nur einen Weg,
aus dem Inferno herauszukommen:
Es zu durchqueren! Weiterlesen »
Von drauß’ vom Walde komm ich her,
ich muss euch sagen, ich fürcht’ gar sehr,
euch schlechte Botschaft zu überbringen,
von Finanzkollaps und Klimadingen;
allüberall auf den Tannenspitzen
nur trübe Lichtlein sah ich blitzen
denn Sparflamme ist die neue Seligkeit,
Geiz und Gier das Fest der Obrigkeit.
Knecht Ruprecht, sag ich, alter Gesell,
gib mir meinen Sack ganz schnell!
Dies Jahr gibt’s nichts zu prassen und zu packen,
keine Pfefferkuchen und zimtige Sachen,
nur die Rute pack mir ein,
damit muss es genügend sein! Weiterlesen »