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Russland-Sanktionen: Kalkulierter Crash und Hochverrat?

Montag, 11. August 2014

Die außenpolitisch richtungsgebende US-Denkfabrik “Council on Foreign Relations” (CFR) beschäftigte sich schon vor einigen Monaten mit den Folgen härterer Russland-Sanktionen auf die globale Wirtschaft, Sanktionen die sich seit Juli 2014 nunmehr tatsächlich gegen die russische Energie-, Finanz- und Rüstungsindustrie richten.

Ein CFR-Artikel vom 4.5.2014, Titel: “Global Ecomomics Monthly: May 2014. Russia Contagion: Local or Global” von Robert Kahn (Steven A. Tananbaum Senior Fellow for International Economics) diskutiert die Annahme, dass ausgeweitete Sanktionen gegen Russland vergleichsweise wenig Auswirkungen auf die restliche Welt hätten.

Interessanterweise wurde dies von “Goldman Sachs Research” behauptet; demnach sei Russland einfach nicht wichtig genug für den Weltmarkt trotz seiner  bedeutenden Energieexporte. Es sei nur begrenzt in die weltweiten Produktionsketten und internationale Märkte integriert. Kahn zitiert Goldman Sachs’ Fazit: “Auswirkungen auf die Weltwirtschaft aufgrund der aktuellen Spannungen könnten relativ klein sein.” Mit anderen Worten ermuntert Goldman Sachs mit dieser Einschätzung geradezu zu Sanktionen.

Der CFR-Autor bezweifelt diese lockere Expertise. So seien bisher noch nie Sanktionen gegen ein derart großes und komplexes Land verhängt worden, Einschätzungen daher sehr kompliziert. Für die Debatte über die Frage der Krisenansteckungsmöglichkeit sei wichtig, dass der russische Markt eben gerade zu verwoben mit der Welt sei, als dass man ihn ignorieren könne.

Intensivierte Sanktionen könnten in Russland zu einem plötzlichen Stopp des Kapitalflusses führen, also einer Art herzinfarktähnlichem Geschehen.

Die Sanktionen sollen für Russland “ein Schock” sein, für den Rest der Welt aber kaum fühlbar? (weiterlesen…)