Mit ‘Westerwelle’ getaggte Artikel

Offener Brief an Bundesaußenminister Dr. Guido Westerwelle und Entwicklungsminister Dirk Niebel

Freitag, 24. Juni 2011

Bonn, 24.6.2011
Sehr geehrte Herren Minister,

den Medien war dieser Tage zu entnehmen, sie seien „zu einer Überraschungsreise“  in Libyen gewesen (ARD, 13.6.2011). Sie kündigten dort Millionen Euro Hilfen für das Land an.

Sie, verehrter Herr Westerwelle, werden zitiert mit den Sätzen: „Unser Besuch in Bengasi zeigt: Deutschland ist ein Freund und Partner der demokratischen Kräfte im Land. Wir werden den Nationalen Übergangsrat beim Aufbau eines demokratischen und rechtsstaatlichen Libyens nach besten Kräften unterstützen“. Und weiter: „Gaddafi steht auf der falschen Seite der Geschichte.“

Leider liegen die Dinge keineswegs so klar. Denn: Bis vorgestern standen auch die Mitglieder des jetzt von Deutschland offiziell anerkannten Rebellenrates noch auf der „falschen Seite der Geschichte“. Alle Mitglieder des Interimsrates waren Regierungsmitglieder oder Funktionäre des Diktators; einzige Ausnahme ist der provisorische Finanzminister Ali Tarhouni; er lebte bisher als Professor für Wirtschaftswissenschaften in den USA.

Der Vorsitzende des Übergangsnationalrats Mustafa Mohammed Abud al Dschelail war bis 21. Februar dieses Jahres noch Justizminister unter Gaddafi. In dieser Funktion trug er eine Politik mit, die mit Demokratie gar nichts und noch weniger mit der Einhaltung rechtsstaatlicher Prinzipien zu tun hat. (weiterlesen…)

Russisch Moos (1) oder: Grün vor Neid

Freitag, 07. August 2009

Erst werde ich blass und dann grün: Vor Neid. Unter Geiern, der Schatz im Silbersee, im Tal des Todes, der Wildtöter, durchs wilde Kurdistan, Winnetou zehn, seufz, ein Indianertraum wird wahr – der Pierre Brice des Ostens reitet vorbei. Mit einem braunen Pferd höchstpersönlich an der Ostgrenze seines Riesenreiches entlang, und prüft den Zustand der Grenzforts an der mongolischen Grenze in der Provinz Tuwa. Freiheit und Abenteuer! Die Wildnis ruft!

Könnten wir uns das vielleicht bei unserer Bundeskanzlerin vorstellen oder bei unserem Bundespräsidenten? Dass die Kanzlerin in die Wüste oder Wildnis gerufen würde? Die gibt es ja bekanntlich nicht mehr in Deutschland, genauso wenig wie eine Ostgrenze. All das wurde längst abgeschafft, und man kann sich kaum irgendeinen Politiker vorstellen, der noch persönlich die Landesgrenze abschreiten oder abreiten würde. Oder können Sie sich vielleicht Merkel vorstellen, wie sie in Mecklenburg-Vorpommern an der Grenze zu Polen über die frisch begüllten Felder einer ehemaligen LPG, jetzt Schweinezuchtanlage für 100.000 Sauen, reitet ? (weiterlesen…)