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Gordon Gekko und die Wonnen der Devoten (Spiegelreflexionen)

Montag, 01. Dezember 2008

Schaut man mal wieder in den Spiegel, um zu sehen, ob die Dauerwelle noch sitzt, so kann es passieren, dass einem das etwas unangenehme Allessehende Auge entgegenblickt – das von der 1-Dollar-Note. Nehmen Sie mal den „SPIEGEL“ 48/2008 („Ich spiele immer nach Regeln“) zur Hand: Auf dem raffinierten Foto von S. 76 findet sich das rechte Auge tatsächlich in der Bildmitte. Ich schaute etwas genauer hin, da ich eine merkwürdige körperliche Reaktion hatte: Fluchtspiegelreflexe. Tatsächlich folgt einem dieses Auge so, wie einen die Augen von Personen auf bestimmten Gemälden Alter Meister von jedwedem Blickwinkel aus nachschauen.

Interview mit George Soros im SPIEGEL, Heft 48/2008
Interview mit George Soros im SPIEGEL, Heft 48/2008

Aber jetzt zum Thema: „Vor dem Sonnenaufgang kommt erst einmal die Finsternis.“ Kapiert? So ist’s halt auf der Welt, und so soll’s bleiben: Die Rede ist vom Interview eines als intellektuell behaupteten Nachrichtenmagazins mit dem berüchtigten Finanzspekulanten Gordon Gekko, dem Geldguru György Schwartz und der Krisenkassandra Georgina Soros.

Der Spiegel trat gleich mit 3 Musketieren gegen den üblen Alten an, einen der größten professionellen Profiteure unseres tatkräftig deregulierten Geldsystems, 9 Milliarden Dollar schwer und mithin Mitglied im Club der reichsten Menschen dieses Erdballs. In Steuerparadiesen wie den Niederländischen Antillen und Curaçao strich er zeitweise Gewinne von 34,5 % pro Jahr ein.

Wer sich auf ein flottes Interview mit ein paar bohrenden Fragen und schnittigen Säbelstreichen gefreut hatte, wurde herbe enttäuscht: Es kam nicht einmal zu dem üblichen Spiegelgefecht. Das Interview war schon zu Ende, da es nicht anfangen konnte. Denn Gekko spielt halt immer nach (seinen) Regeln. Da kann man nichts machen. (weiterlesen…)